Feigenbäume selbst züchten

Feigen zählen zu den ältesten Kulturpflanzen, die seit der Antike gezüchtet und im Mittelmeerraum in großen Plantagen kultiviert werden. Auch in unseren Breiten gelingt die Nachzucht der Feige. Sie können das Gehölz entweder durch Samen oder durch Stecklinge selbst vermehren.

Feigenbaum züchten

Vermehrung durch Schösslinge

Vielleicht haben Freunde oder Verwandte einen frostharten Feigenbaum im Garten, der zahlreiche Früchte trägt und prächtig gedeiht. Da die Nachzucht der Feige über Stecklinge problemlos und völlig unkompliziert ist, können Sie von diesem Feigenbaum viele Nachkommen harnziehen:

  • Sowohl Schösslinge aus dem ausgereiften als auch aus jungem Holz eignen sich für die Vermehrung.
  • Die Länge der Sprösslinge sollte etwa 25 Zentimeter betragen.
  • Auch die Nachzucht mit Kopfstecklingen ist möglich.
  • Die Anzucht gelingt sowohl im Wasserglas als auch direkt in Erde.
  • Anzuchtgefäß immer mit einer durchsichtigen Plastiktüte verschließen (Treibhausklima).
  • Gefäß an einen hellen aber nicht vollsonnigen Ort stellen.

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Verliert ein Kopfsteckling zunächst Blätter, ist dies völlig normal und deutet nicht auf einen missglückten Nachzuchtversuch hin. Nur wenn sich der Stiel des Schösslings im Inneren glitschig anfühlt und die Rinde schrumpelig aussieht ist die Vermehrung leider misslungen.

Nachzucht durch Samen

Reife Feigen enthalten eine Vielzahl kleiner Steinfrüchte, die gut keimen. Wählen Sie für die Zucht schmackhafte und selbstbefruchtende Sorten. Einige Feigenarten, die in südlichen Ländern kultiviert werden, benötigen für die Befruchtung die Hilfe einer Wespenart. Da die Feigenwespe in den Regionen nördlich der Alpen nicht überlebt, tragen diese Feigen in Deutschland keine Früchte.

Samen aus Feigenfrüchten gewinnen

Entnehmen Sie die Samen mit einem Messer und lassen Sie diese einen Tag auf einem Küchenkrepp trocknen. Die Körner sind nun streufähig und können gut in leicht feuchte Anzuchterde ausgesät werden. Bedecken Sie das Anzuchtgefäß mit einer Plastiktüte, so keimen die Samen schneller. Sorgen Sie für tägliche Belüftung, damit sich kein Schimmel bilden kann. Abhängig von der Temperatur geht die Saat nach ein bis vier Wochen auf.

Vereinzelung der Feigen

Halten Sie die Erde stets feucht; achten Sie beim Gießen jedoch darauf, dass die kleinen Samen nicht weggeschwemmt werden. Empfehlenswert ist es, die Anzuchterde vorsichtig mit einem Sprühgerät anzufeuchten. Haben die kleinen Feigen eine Größe von etwa fünf Zentimetern erreicht, können Sie diese in Töpfe vereinzeln.

Text: Sabine Kerschbaumer

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