Clematis

Clematis und Frost: Welche Sorten sind winterhart?

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Clematis bestechen durch ihre Blütenpracht, benötigen aber je nach Sorte Winterschutz. Dieser Artikel informiert über Winterhärte, geeignete Schutzmaßnahmen und Pflege nach dem Frost.

Clematis Frost

Winterhärte von Clematis

Die Winterhärte der Clematis variiert stark je nach Art und Sorte. Man kann die Clematis grundsätzlich in drei Kategorien einteilen: sehr winterhart, mäßig winterhart und frostempfindlich.

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Sehr winterharte Clematis-Sorten

Diese Sorten stammen meist aus höheren Lagen und sind an harte Winter angepasst. Sie können Temperaturen bis zu -25 Grad Celsius überstehen und benötigen in der Regel keinen speziellen Winterschutz. Zu den robusteren Sorten gehören:

  • Clematis alpina: Bekannt als Alpen-Waldrebe, zeichnet sie sich durch kleine, spitz zulaufende Blütenblätter aus.
  • Clematis viticella: Diese italienische Waldrebe blüht spät und ist sehr frosthart. Sorten wie ‚Etoile Violette‘ und ‚Rubra‘ sind hier besonders beliebt.
  • Clematis vitalba: Diese einheimische Art, auch Gewöhnliche Waldrebe genannt, eignet sich besonders gut für naturnahe Gärten.

Mäßig winterharte Clematis-Sorten

Pflanzen Sie diese Sorten an einem windgeschützten Ort und decken Sie den Wurzelbereich im Winter mit einer Schicht Laub, Stroh oder Fichtenreisig ab. Besonders junge oder frisch gepflanzte Clematis benötigen zusätzlichen Schutz. Beispiele für mäßig winterharte Sorten sind:

  • Clematis montana: Diese frühblühende Art verträgt bis zu -20 Grad Celsius, sollte jedoch in den ersten Jahren extra geschützt werden.
  • Clematis tangutica: Bekannt durch ihre gelben Blüten, benötigt diese Art leichten Schutz bei strengem Frost.

Frostempfindliche Clematis-Sorten

Diese Sorten sind nicht winterhart und sollten in kälteren Regionen im Kübel kultiviert werden, sodass sie im Winter in ein frostfreies Winterquartier gebracht werden können. Besonders frostempfindliche Sorten umfassen:

  • Clematis armandii: Diese immergrüne Art braucht spezielle Schutzmaßnahmen und übersteht die kalte Jahreszeit nur bei milden Temperaturen und guter Abdeckung des Wurzelbereichs.
  • Clematis florida: Diese Sorte ist ebenfalls nicht frostfest und sollte in einem frostfreien Raum überwintert werden.

Durch die richtige Auswahl der Clematis-Sorte und geeignete Schutzmaßnahmen können Sie sicherstellen, dass Ihre Pflanzen gesund und stark durch den Winter kommen. Berücksichtigen Sie dabei stets die spezifischen Anforderungen Ihrer Clematis und die klimatischen Bedingungen Ihres Gartens.

Schutzmaßnahmen für Clematis im Winter

Um Ihre Clematis effektiv vor Frost zu schützen, sollten Sie verschiedene Maßnahmen ergreifen, basierend auf der Winterhärte der jeweiligen Sorte und den klimatischen Bedingungen Ihres Gartens.

Winterschutz für Clematis im Garten

Clematis, die direkt im Garten gepflanzt sind, benötigen besonders im Pflanzjahr und bei jungen Pflanzen Schutz.

Mulchen

Decken Sie den Wurzelbereich Ihrer Clematis großzügig ab, um die Wurzeln vor Frost zu schützen. Eine etwa 20 cm hohe Schicht aus Laub, Stroh oder Rindenmulch isoliert den Boden und verhindert das Durchfrieren.

Reisig und Tannenzweige

Verwenden Sie Reisig oder Tannenzweige rund um den Wurzelbereich und die Triebe Ihrer Clematis. Dies schützt nicht nur vor Kälte, sondern reduziert auch die Verdunstung und verhindert, dass zu viel Wasser an die Wurzeln gelangt.

Frostschutzvlies

Wickeln Sie die Ranken Ihrer Clematis locker mit einem luftdurchlässigen Frostschutzvlies ein, um Kondenswasser und Schimmelbildung zu vermeiden.

Winterschutz für Clematis im Kübel

Kübelpflanzen sind stärker von Frost betroffen und bedürfen spezieller Schutzmaßnahmen.

Umzug ins Winterquartier

Frostempfindliche Sorten und Kübelpflanzen sollten vor dem ersten Frost in ein frostfreies Winterquartier gebracht werden. Ideal sind kühle und helle Orte wie ein Wintergarten, eine Garage oder ein Kellerraum, wo die Temperatur zwischen 0 und 10 °C liegt. Achten Sie darauf, dass der Standort nicht wärmer als 10 °C ist, um einen verfrühten Austrieb zu verhindern.

Isolierung des Kübels

Um den Wurzelbereich vor Frost zu schützen, umhüllen Sie den Kübel mit isolierendem Material wie Jutesäcken, Luftpolsterfolie oder Styroporplatten. Stellen Sie den Kübel auf eine Styroporplatte oder einen Holzblock, um die Kälte von unten fernzuhalten.

Standortwahl und weitere Maßnahmen

Der Standplatz des Kübels sollte windgeschützt und schattig sein. Besonders geeignet sind geschützte Gartenecken oder Bereiche vor Hauswänden. Wenn der Kübel nicht bewegt werden kann, nutzen Sie Schilfmatten oder Vlies als Schutz vor direkter Sonneneinstrahlung und Kälte. Gießen Sie während langer Trockenphasen gelegentlich, um ein Austrocknen des Wurzelballens zu verhindern.

Indem Sie diese Schutzmaßnahmen konsequent umsetzen, sorgen Sie dafür, dass Ihre Clematis gesund und vital durch den Winter kommen und im nächsten Jahr erneut ihre volle Blütenpracht entfalten können.

Clematis nach dem Winter

Sobald der Winter vorüber ist und keine Frostgefahr mehr besteht, entfernen Sie den Winterschutz Ihrer Clematis und stellen Sie sie wieder an ihren gewohnten Platz im Freien. Durch diese Maßnahmen starten Ihre Pflanzen gesund und kräftig in die neue Saison.

Rückschnitt

Ein gezielter Rückschnitt im Frühjahr fördert das Wachstum und die Blütenbildung Ihrer Clematis. Der Zeitpunkt und die Art des Rückschnitts hängen von der Sorte ab:

  • Frühlings- und Sommerblühende Sorten (Rückschnittgruppe 1): Diese Sorten blühen am alten Holz. Führen Sie nur einen leichten Auslichtungsschnitt durch, indem Sie alte und beschädigte Triebe entfernen.
  • Zweimal blühende Sorten (Rückschnittgruppe 2): Diese Clematis blühen am alten und neuen Holz. Schneiden Sie im Frühjahr altes Holz zurück, lassen Sie jedoch genügend Triebe stehen, um die Frühjahrsblüte nicht zu beeinträchtigen.
  • Sommer- und Herbstblühende Sorten (Rückschnittgruppe 3): Schneiden Sie diese Sorten stark zurück, etwa auf eine Höhe von 20 bis 50 cm über dem Boden. Ein starker Rückschnitt fördert die Blütenpracht im Sommer und Herbst.

Düngung

Für eine üppige Blüte und kräftiges Wachstum braucht Ihre Clematis im Frühjahr eine gute Nährstoffversorgung. Empfehlenswerte Düngemaßnahmen sind:

  • Erstgabe im Frühjahr: Verwenden Sie gut verrotteten Kompost oder Hornspäne, um den Boden mit organischen Nährstoffen anzureichern.
  • Weiterführende Düngung im Sommer: Je nach Bedarf können Sie während der Blütezeit etwas Flüssigdünger zusammen mit dem Gießwasser verabreichen.
  • Kalkzugabe: Manche Clematis-Sorten bevorzugen kalkhaltigen Boden. Mischen Sie alle drei Jahre etwas Kalk in die obere Bodenschicht ein, um diesen Bedarf zu decken.

Durch gezielte Pflege nach dem Winter verhelfen Sie Ihren Clematis zu einem kräftigen Start in die Wachstumsperiode und maximieren ihre Blütenpracht.

Bilder: pcturner71 / iStockphoto