Clematis

Clematis aussäen: So gelingt die Vermehrung von Waldreben

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Clematis aus Samen zu ziehen, erfordert Geduld und das richtige Wissen. Dieser Artikel führt Sie Schritt für Schritt durch den Prozess, von der Aussaat bis zur Pflanzung im Freiland.

Clematis aussäen

Wann sollten Clematis-Samen ausgesät werden?

Der optimale Zeitpunkt für die Aussaat von Clematis-Samen hängt von der Keimungsart der Clematis ab. Grundsätzlich gibt es zwei Typen: Kaltkeimer und Warmkeimer.

  • Kaltkeimer: Diese Clematis-Arten benötigen eine längere Kälteperiode, um erfolgreich zu keimen. Säen Sie Kaltkeimer daher im Herbst aus, damit die Samen den Winter über draußen bleiben und den notwendigen Frost erfahren. Die Aussaatzeit reicht hier von Dezember bis März.
  • Warmkeimer: Diese Arten keimen bei höheren Temperaturen. Säen Sie Warmkeimer im Frühjahr, vorzugsweise im März oder April, in einem hellen und warmen Raum bei Raumtemperatur aus.

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Beachten Sie hierbei die speziellen Keimanforderungen der jeweiligen Clematis-Arten und die optimale Temperatur. Für Kaltkeimer ist Frost erforderlich, während Warmkeimer Temperaturen zwischen 15 und 22 Grad Celsius bevorzugen.

Welches Saatgut eignet sich für die Aussaat von Clematis?

Für die Aussaat von Clematis eignen sich besonders botanische Arten von Clematis, da diese sich oft zuverlässig vermehren lassen und die Nachkommen den Merkmalen der Mutterpflanzen entsprechen. Clematis-Hybriden können ebenfalls durch Aussaat vermehrt werden, jedoch weichen die Sämlinge genetisch oft von den Elternpflanzen ab, sodass unterschiedliche Blütenfarben und -formen entstehen können. Diese Variationen bieten jedoch auch ihren Reiz.

Berücksichtigen Sie zudem die unterschiedliche Keimdauer, die von wenigen Wochen bis über ein Jahr reichen kann. Vor allem Kaltkeimer benötigen oft eine Frostperiode zur Keimung.

Welches Substrat ist für die Aussaat von Clematis geeignet?

Für die Aussaat von Clematis ist die Wahl des richtigen Substrats entscheidend. Verwenden Sie ein nährstoffarmes, lockeres und durchlässiges Substrat wie spezielle Aussaaterde gemischt mit Sand und Torf. Dieses sorgt für eine gute Wurzelbildung und Drainage.

Um Staunässe zu vermeiden, legen Sie am Boden des Pflanzgefäßes eine Drainageschicht aus Splitt, Kies oder Lavagranulat an und mischen Perlite oder Vermiculite unter das Substrat. Diese Materialien verbessern die Durchlüftung und speichern Feuchtigkeit, was das Wachstum der Sämlinge unterstützt.

Wie werden Clematis-Samen ausgesät?

Eine detaillierte Anleitung für die Aussaat von Clematis-Samen:

  1. Das richtige Aussaatgefäß wählen: Nutzen Sie Töpfchen oder Setzlingsmodule und füllen Sie diese mit spezieller Aussaaterde.
  2. Samen vorbereiten und aussäen: Einige Clematis-Arten benötigen eine Stratifikation. Wickeln Sie die Samen in feuchte Mischung aus Torf und Sand und lagern Sie sie für 6 bis 8 Wochen im Kühlschrank. Danach streuen Sie die Samen auf die Erdoberfläche und bedecken sie leicht mit Substrat.
  3. Optimales Keimklima schaffen: Decken Sie die Aussaatgefäße mit einer lichtdurchlässigen Folie oder einem Mini-Gewächshausdeckel ab, um ein feuchtes Mikroklima zu bewahren. Lüften Sie regelmäßig, um Schimmelbildung zu verhindern.
  4. Standort und Pflege: Stellen Sie die Gefäße an einen hellen, aber indirekt beleuchteten Ort bei Raumtemperatur. Halten Sie die Erde gleichmäßig feucht, aber vermeiden Sie Staunässe.
  5. Geduld und Beobachtung: Die Keimzeit kann stark variieren. Behalten Sie die Aussaat im Auge und setzen Sie keimende Samen frühzeitig in eigene Töpfe.

Wie werden Clematis-Sämlinge pikiert?

Das Pikieren von Clematis-Sämlingen ist wichtig, um den jungen Pflanzen ausreichend Platz für gesundes Wachstum zu geben:

  1. Vorbereitung: Wählen Sie kleine Töpfe und füllen Sie diese mit nährstoffarmer, lockerer und durchlässiger Aussaaterde.
  2. Sämlinge entnehmen: Lockern Sie die Erde um die Sämlinge herum vorsichtig auf und heben Sie jeden Sämling behutsam an den Keimblättern aus dem Anzuchtgefäß.
  3. Einpflanzen: Machen Sie mit einem Pikierstab ein Loch in die vorbereitete Erde, setzen Sie den Sämling ein und füllen Sie das Loch mit Erde auf.
  4. Gießen: Gießen Sie die Töpfe gut an, um die Erde um die Wurzeln herum zu festigen und der Pflanze einen guten Start zu ermöglichen.

Wie werden Clematis-Sämlinge gepflegt?

Nach dem Pikieren ist die richtige Pflege entscheidend:

  1. Standort: Platzieren Sie die Sämlinge an einem hellen, vor direkter Sonneneinstrahlung geschützten Ort.
  2. Bewässerung: Halten Sie die Erde konstant feucht, aber vermeiden Sie Staunässe.
  3. Luftfeuchtigkeit und Lüftung: Decken Sie die Töpfe zur Erhaltung der Feuchtigkeit ab und lüften Sie regelmäßig.
  4. Düngung: Beginnen Sie ab dem Frühjahr, die Pflanzen alle zwei Wochen mit einem Flüssigdünger zu versorgen.
  5. Temperatur: Halten Sie eine Raumtemperatur zwischen 18 und 22 Grad Celsius konstant.

Wann können Clematis-Sämlinge ins Freiland gepflanzt werden?

Clematis-Sämlinge können ins Freiland gepflanzt werden, sobald keine Frostgefahr mehr besteht und sie eine Größe von etwa 15 cm erreicht haben. Der ideale Zeitpunkt ist im Spätsommer zwischen August und Oktober. Zu dieser Zeit hat der Boden eine optimale Temperatur für gutes Wurzelwachstum.

Wählen Sie einen sonnigen bis halbschattigen Standort mit humosem, durchlässigem Boden. Setzen Sie die Clematis etwa 10 cm tiefer als im Topf, um die Wurzelkrone zu bedecken und stabilen Halt zu geben. Gießen Sie die Erde nach der Pflanzung gut an, um das Anwachsen zu unterstützen und schützen Sie die jungen Pflanzen mit einer Mulchschicht vor Austrocknung.

Bilder: sakaasa / iStockphoto