Clematis gekonnt vermehren – so gelingt die Nachzucht

Hält die traumhafte Clematis Hof im Garten und auf dem Balkon, wünschen Hobbygärtner sich weitere Exemplare. Die folgende Anleitung erklärt praxisnah die Vermehrung Ihrer schönsten Waldrebe. So gelingt es mit Absenkern und Stecklingen.

Clematis vermehren
Früher Artikel Nächster Artikel So überwintern Sie Clematis draußen im Beet und Kübel

Anleitung für die Absenker-Methode

Für die Vermehrung durch Absenker ist das Zeitfenster geöffnet von März bis August. Diese Methode der Nachzucht ist bei Hobbygärtnern sehr beliebt, weil sie so unkompliziert von der Hand geht:

  • Einen Topf füllen mit Anzuchterde und ebenerdig eingraben neben der Waldrebe
  • Einen halb verholzten Trieb bis auf das Substrat absenken
  • Wo die Ranke die Erde berührt, entlauben und mit einem Rasiermesser leicht anritzen
  • Den Triebteil dünn mit Erde bedecken und mit einem Haken fixieren
  • Einen Bambusstab in das Substrat stecken, um die Triebspitze mit Bast daran zu befestigen

Während sich an der Ranke ein neues Wurzelsystem bildet, darf das Substrat nicht austrocknen. Geben Sie der Mutterpflanze für diese Form der Vermehrung Zeit bis zum nächsten Frühjahr. Dann trennen Sie den Trieb mit einem scharfen Messer ab und halten eine neue Clematis in Händen.

Anleitung für die Steckling-Methode

Die Vermehrung einer Waldrebe mit Stecklingen erfreut sich ebenfalls großer Popularität, denn auf diese Weise gelingt die Nachzucht sortenreiner Pflanzen. Steht die Clematis im Sommer in voller Blüte, die dies der beste Zeitpunkt. In diesen Schritten gehen Sie vor:

  • Die besten Stecklinge für die Vermehrung gedeihen in der Mitte einer Waldrebe
  • Mit einem scharfen Messer Kopfstecklinge schneiden mit einer Länge von 12-15 Zentimetern
  • Den Schnitt knapp unterhalb eines Knotens ansetzen
  • Jeden Ableger entlauben bis auf ein Blattpaar an der Spitze
  • Die untere Schnittstelle eintauchen in Bewurzelungspulver

Füllen Sie 12-cm-Töpfe mit magerer Anzuchterde und setzen jeweils einen Steckling so tief ein, dass lediglich das Blattpaar noch hervorschaut. Eine transparente Haube schafft ein feucht-warmes Mikroklima, das sich förderlich auswirkt auf die Bewurzelung. Der gewählte Standort für die Vermehrung sollte halbschattig bis schattig, warm und geschützt beschaffen sein.

Richtige Pflege während der Bewurzelung

Während die Stecklinge in den folgenden Wochen und Monaten emsig bewurzeln, wird die Haube täglich für einige Zeit gelüftet. Idealerweise gießen Sie Ihre Zöglinge von unten, um Schimmel vorzubeugen. Zu diesem Zweck kommen die Töpfe für einige Minuten in eine Schale mit einem 5-10 Zentimeter hohen Wasserspiegel.

Die Kapillarkraft transportiert die Feuchtigkeit ins Substrat. Fühlt sich die Substratoberfläche feucht an, ist der Vorgang abgeschlossen. Dünger erhält die Waldrebe erst dann, wenn sie den Topf vollständig durchwurzelt hat und ins Beet oder den Kübel ausgepflanzt wird.

Tipps & Tricks

Bodenmüdigkeit ist für die Waldrebe ein Fremdwort. Selbst nach Jahrzehnten verlangen die Blütenschönheiten nicht nach einem Standortwechsel. Pflanzen Sie daher Ihre vermehrten Jungpflanzen bedenkenlos in Lagen, an denen sich bereits andere Clematis wohlfühlten. Einzig wenn dort schon einmal die Clematis-Welke tobte, sollte eine Anbaupause von 4-5 Jahren eingelegt werden.

Text: Paula Jansen
Wie hat Ihnen dieser Artikel gefallen?
Rating: 0/5. 0 Stimmen

Melde Dich für unseren Newsletter an

Erhalten Sie den monatlichen Gartenjournal Newsletter in Ihr E-Mail Postfach. Abmelden ist jederzeit möglich.