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Vögel haben den Buchsbaumzünsler zum Fressen gern

Hat der Buchsbaumzünsler natürliche Feinde?

Seit 2007 breitet sich der Buchsbaumzünsler, ein aus Ostasien stammender Kleinschmetterling, vor allem im Süden Deutschlands sowie in den angrenzenden Ländern aus und hat bereits tausende wertvolle Bestände vernichtet. Doch nun scheint die Natur zurückzuschlagen - die ersten Vögel sowie auch Wespen wurden dabei beobachtet, die eiweißreichen Raupen zu verspeisen und sogar an ihren Nachwuchs zu verfüttern.

Keine natürlichen Fressfeinde

Der gefräßige Schädling wurde ursprünglich über Importe aus Asien nach Europa eingeschleppt und breitete sich rasch aus. Wie bei vielen Neozoen (d. h. invasive Arten) üblich, konnte die heimische Tierwelt zunächst nichts mit den Faltern anfangen. Hobbygärtner berichteten außerdem, dass sie Vögel beim Probieren der Raupen beobachtet hatten, diese den Schädling schließlich aber wieder auswürgten. Daher wurde zunächst vermutet, dass die Raupen die bitteren Giftstoffe des Buchsbaums aufnahmen und speicherten. Somit schmeckten sie auch den Vögeln bitter und waren für diese ungenießbar. Tatsächlich wurde bei Laboruntersuchungen festgestellt, dass die Raupen dieselben Giftstoffe in ihrem Körper einlagerten wie sie beim Buchsbaum vorkamen. Manche davon wurden lediglich gespeichert, andere sogar verdaut und somit als Nahrungsquelle genutzt.

Die heimische Tierwelt kommt auf den Geschmack

Inzwischen scheint die Plage langsam abzuebben, was allerdings auch dem Umstand geschuldet sein dürfte, dass viele Gärtner aus Verzweiflung den Buchs aus ihren Gärten entfernt haben und die auf Buxus spezialisierten Schädlinge nun keine Nahrung mehr finden. Andererseits scheint die heimische Vogelwelt aber auch langsam auf den Geschmack zu kommen: Für so manche Singvogelart gehören die Larven des Buchsbaumzünslers inzwischen zum Speiseplan. Anscheinend fand zunächst eine Phase der Gewöhnung statt, nachdem nun selbst die Giftstoffe Spatzen, Kohlmeisen und anderen gefiederten Schädlingsbekämpfern nichts mehr auszumachen scheinen.

Leichte Beute für Spatzen

Vor allem Spatzen haben die grünen Raupen als leicht zu erbeutende, überaus zahlreich vorhandene (auf so manchem Busch tummeln sich hunderte bis tausende Schmetterlingsraupen) sowie eiweißreiche Nahrung für ihre Küken entdeckt. So mancher Gärtner konnte schon beobachten, wie die kleinen Vögel in den Buchsbaumsträuchern auf Lauerstellung gingen und Anpflanzungen regelrecht nach einem Befall mit Zünslerraupen absuchten. Nicht nur Spatzen, auch andere Sing- und Gartenvögel wie Kohlmeisen, Buchfinken und Gartenrotschwänze haben den Buchsbaumbusch als lohnendes Jagdrevier entdeckt. Sorgen Sie also dafür, dass sich die Vögel in Ihrem Garten wohlfühlen, indem Sie beispielsweise in der Nähe der Buchsbaumanpflanzungen Nistkästen aufhängen – mit etwas Glück nehmen Spatzen, Meisen und Co. das Angebot gerne an und revanchieren sich mit dem Vertilgen der Zünslerraupen.

Keine chemischen Stoffe einsetzen

Zu einem vogelfreundlichen Garten gehört aber auch, keine chemischen Spritzmittel zur Bekämpfung des Buchsbaumzünslers einzusetzen. Diese Giftstoffe haben die unangenehme Eigenschaft, nicht nur den Schädling, sondern gleichzeitig auch die im Garten willkommenen Nützlinge zu vergiften. Die Vögel, die die Raupen fressen, würden anschließend an einer Sekundärvergiftung sterben. Da jedoch der Spatzenbestand seit Jahren kontinuierlich zurückgeht und sowohl der Haus- als auch der Feldsperling mittlerweile auf der Vorwarnliste der bedrohten Arten gelandet sind, ist diese neue Nahrungsquelle für die possierlichen Tiere vielleicht die Chance, sich wieder zu erholen. Was also können Sie für eine ungiftige, aber trotzdem effektive Bekämpfung gegen den Buchsbaumzünsler tun?

Wichtige Maßnahmen gegen den Buchsbaumzünsler:

  • Anbringen von zahlreichen Nistkästen (katzen- und rattensicher aufhängen!)
  • Vogelfütterung im Winter (lockt Vögel an)
  • Auspusten der Buchsbäume mittels Hochdruckreiniger im Sommer (um Raupen aus dem Buschinneren zu holen)
  • keine Verwendung chemischer Spritzmittel (auch nicht wenn „bienenfreundlich“ draufsteht!)
  • stattdessen Verwendung von Mitteln mit Bacillus thuringiensis

Auch das Bestäuben der Pflanzen mit Algenkalk konnte in der Vergangenheit gute Erfolge zeigen.

Tipps

Neben Singvögeln scheinen nun auch Wespen Geschmack an den fetten Buchsbaumraupen gefunden zu haben. Sehen Sie die Tiere also nicht länger als nervige Besucher bei der sommerlichen Kaffeetafel auf der Terrasse an, sondern auch als willkommenen Schädlingsbekämpfer im Garten. Diese dürfen dann zur Belohnung auch gern ein Stückchen vom süßen Kuchen abhaben.

Text: Ines Jachomowski Artikelbild: Angus Gormley/Shutterstock

Beiträge aus dem Forum

  1. carlotta
    Aloe vera
    carlotta
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