Brombeere

Brombeeren essen trotz Fuchsbandwurm? Sicherer Verzehr

Artikel zitieren

Der Fuchsbandwurm ist ein Parasit, der durch den Kot von Füchsen übertragen wird. Trotz geringer Infektionsgefahr durch den Verzehr von Beeren, sollten präventive Maßnahmen ergriffen werden, um das Risiko zu minimieren.

Brombeeren Fuchsbandwurm

Übertragungswege des Fuchsbandwurms

Die Ansteckung mit dem Fuchsbandwurm erfolgt vorwiegend durch den Kontakt mit kontaminierten Flächen oder infizierten Tieren wie Rotfüchsen, Hunden und Katzen. Diese Tiere können die Eier des Parasiten über ihren Kot verbreiten. Vor allem Füchse scheiden die Wurmeier aus, die dann an ihrem Fell haften bleiben können. Auch Hunde und Katzen können die Eier aufnehmen, indem sie infizierte Mäuse fressen oder kontaminierte Flächen beschnüffeln. Direkter Kontakt mit diesen Tieren oder deren Fell erhöht das Ansteckungsrisiko.

Lesen Sie auch

Auch kontaminierte Erde kann Wurmeier transportieren. Achten Sie daher bei Garten- oder Feldarbeiten besonders darauf, die Hände gründlich zu waschen. Um die Gefahr einer Ansteckung zu minimieren, sollten Sie zudem folgende Vorsichtsmaßnahmen beachten:

  • Vermeiden Sie den direkten Kontakt mit Füchsen oder deren Kadavern.
  • Waschen Sie sich nach Tierkontakt oder der Arbeit im Boden gründlich die Hände.
  • Entwurmen Sie Ihre Haustiere regelmäßig.

Diese Maßnahmen können das Infektionsrisiko deutlich reduzieren.

Infektionsrisiko beim Verzehr von Brombeeren

Das Infektionsrisiko mit dem Fuchsbandwurm durch den Verzehr von Brombeeren ist äußerst gering. Die Eier des Fuchsbandwurms könnten theoretisch an bodennah wachsende Früchte gelangen, doch Brombeeren wachsen in der Regel nicht in Bodennähe, was die Gefahr minimiert. Wissenschaftliche Untersuchungen haben keinen eindeutigen Nachweis erbracht, dass der Verzehr von Brombeeren oder anderen Waldbeeren zu einer Infektion führt.

Um das ohnehin geringe Risiko weiter zu senken, sollten Sie Brombeeren und andere Früchte vor dem Verzehr gründlich waschen. Eine zusätzliche Vorsichtsmaßnahme ist das Erhitzen der Beeren auf über 60°C für mindestens fünf Minuten. Auch die Einzäunung Ihres Gartens kann Füchse fernhalten und damit das Kontaminationsrisiko verringern.

Risikofaktoren für eine Infektion mit dem Fuchsbandwurm

Das Infektionsrisiko variiert je nach Tätigkeit und Wohnregion. Besonders gefährdet sind Menschen, die engen Kontakt mit infizierten Wildtieren oder kontaminierter Erde haben, wie zum Beispiel in der Forst- und Landwirtschaft tätige Personen oder Bewohner waldnaher Regionen. In Deutschland liegen die Hauptverbreitungsgebiete des Fuchsbandwurms in den südwestlichen Teilen, insbesondere in Baden-Württemberg und Bayern.

Hunde- und Katzenhalter in diesen Regionen sind ebenfalls stärker gefährdet, besonders wenn ihre Haustiere unbeaufsichtigt in der Natur unterwegs sind. Regelmäßige Wurmkuren für Haustiere sind daher essenziell. Bei der Gartenarbeit sollten Sie stets Handschuhe tragen und nach der Arbeit die Hände gründlich waschen, um direkten Kontakt mit kontaminierter Erde zu vermeiden.

Symptome einer Fuchsbandwurm-Infektion

Eine Infektion mit dem Fuchsbandwurm verläuft häufig über viele Jahre unbemerkt und ohne Symptome. Wenn Symptome auftreten, betreffen sie oft die Leber und äußern sich in:

  • Schmerzen im Oberbauch
  • Gelbsucht
  • Müdigkeit und Erschöpfung
  • Ungewolltem Gewichtsverlust
  • Vergrößerter Leber

In seltenen Fällen kann der Fuchsbandwurm auch andere Organe wie die Lunge oder das Gehirn befallen, was zusätzliche Symptome wie Atembeschwerden oder neurologische Ausfälle verursachen kann. Unbehandelt kann die Infektion schwerwiegende Organschäden und lebensbedrohliche Zustände hervorrufen.

Präventionsmaßnahmen

Um eine Infektion mit dem Fuchsbandwurm zu verhindern, können folgende Maßnahmen ergriffen werden:

  1. Gründliches Händewaschen: Nach der Gartenarbeit, dem Sammeln von Waldfrüchten und dem Kontakt mit Erde oder Tieren sollten die Hände gründlich gewaschen werden.
  2. Schuhe ausziehen: Ziehen Sie Schuhe vor dem Betreten der Wohnung aus, um zu vermeiden, dass Wurmeier ins Haus getragen werden.
  3. Lebensmittelhygiene: Obst, Gemüse und Kräuter aus Bodennähe sollten gründlich gewaschen und möglichst erhitzt werden.
  4. Gartenabsicherung: Halten Sie Ihren Garten durch Zäune fuchssicher und vermeiden Sie den Zugang von Füchsen.
  5. Kontakt mit Wildtieren vermeiden: Berühren Sie keinen Fuchskot und tragen Sie Handschuhe beim Umgang mit kontaminierter Erde.
  6. Haustiere entwurmen: Lassen Sie Ihre Hunde und Katzen regelmäßig entwurmen und waschen Sie diese nach Spaziergängen.
  7. Hygiene im Haushalt: Lassen Sie Hunde und Katzen, die möglicherweise kontaminiert sind, nicht ins Bett oder auf Möbel.
  8. Waldfrüchte gründlich waschen oder erhitzen: Bevor Sie Waldfrüchte verzehren, sollten Sie diese gründlich waschen oder erhitzen.

Durch konsequente Umsetzung dieser Maßnahmen können Sie das Infektionsrisiko mit dem Fuchsbandwurm signifikant verringern und die Gartenarbeit sowie den Genuss von Waldfrüchten sicher genießen.

Bilder: PeteMuller / iStockphoto