Bonsai über Stecklinge vermehren

Insbesondere bei der Bonsai Haltung wünschen sich viele Pflanzen Liebhaber, die nennenswerten Eigenschaften eines Gewächses auf die Folgegeneration zu übertragen. Aus diesem Grund eignet sich die Vermehrung über Stecklinge besser als jede andere Methode. Erfahren Sie hier, wie Sie bei der Maßnahme vorgehen und worauf Sie achten müssen.

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Der Zweig für die Stecklingsvermehrung muss mit Bedacht gewählt werden

Vorteile der Anzucht aus Stecklingen

Eine Vermehrung über Aussaat dauert schätzungsweise ein Jahr länger als die Stecklingsvermehrung. Zudem können Sie sich sicher sein, dass Ihre Jungpflanzen die selben genetischen Eigenschaften aufweisen wie die erste Generation. Gerade in der Bonsaizucht ist dies ein wichtiger Faktor.

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Interessant zu wissen: In Japan, dem Ursprungsland der Bonsai Kultivierung, nennt man die Vermehrung durch Stecklinge „Sashiki“.

Stecklinge schneiden

Nicht immer verläuft eine Stecklingsvermehrung erfolgreich. Wenn Sie die nachfolgenden Tipps berücksichtigen, stehen die Chancen jedoch sehr hoch.

Stecklingswahl

Die Wahl der Stecklinge sollten Sie nicht ausschließlich nach Augenmaß treffen. Damit die Triebe eigene Wurzeln bilden, dürfen sie nicht zu lang sein. Optimal ist eine Länge von 5 bis 10 cm sowie eine Dicke von 2 bis 5 mm.

Der richtige Zeitpunkt

Grundsätzlich gelten das Frühjahr und der Sommer als ideale Zeit, um Stecklinge zu schneiden, da sich die Pflanzen jetzt in der Wachstumsphase befinden. Aber auch wenn Sie sich später im Jahr für eine Vermehrung entscheiden, ist die Entnahme auch noch im Spätsommer möglich. Dann sollten die Triebe bereits leicht verholzt sein.

Die richtige Schnitttechnik

Zum Schneiden wählen Sie ein scharfes Messer oder besser noch eine Zweigschere. Um die Mutterpflanze vor Keimen zu schützen, sollten Sie Ihr Werkzeug zuvor unbedingt desinfizieren. Setzen Sie die Schere in einem 45° Winkel an. Die schräge Schnittstelle erhöht die Aufnahmefähigkeit von Wasser und Mineralstoffen.

Anleitung

Nun halten Sie den idealen Steckling in den Händen, aber wie geht es weiter? Ganz einfach, mit der folgenden Anleitung:

  • Installieren Sie eine Drainage in Ihrem Anzuchttopf. Lavagranulat (14,00€ bei Amazon*) oder Kies eignen sich besonders gut.
  • Darüber streuen Sie eine Schicht Bonsai Substrat.
  • Stecken Sie die Stecklinge rund 3 cm tief in die Erde.
  • Wässern Sie das Substrat gut und halten Sie es auch in den darauffolgenden Tagen dauerhaft feucht.

Vom Steckling zum Bonsai

Nun müssen Sie sich in Geduld üben. Sobald die Stecklinge kräftig genug sind, topfen Sie sie in einen größeren Kübel. Bis Sie die neuen Pflanzen zu einem Bonsai gestalten können, müssen Sie leider ein paar Jahre warten.

Text: Gartenjournal.net
Artikelbild: qSPOoKYp/Shutterstock

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