Japanische Azalee erfolgreich vermehren

Von manchen Pflanzen kann man gar nicht genug haben: Die Japanische Azalee - eine etwas kleinere Verwandte des Rhododendrons - gehört dazu. Dieser für den schattigen Garten perfekte Blütenstrauch lässt sich im Frühsommer sehr leicht über Stecklinge oder Absenker vervielfältigen. Wer etwas Glück hat, kann im Herbst Samenkapseln ernten und die darin befindlichen Samenkörner zur Aussaat verwenden.

Japanische Azalee Stecklinge
Die Japanische Azalee lässt sich gut über Stecklinge vermehren

Japanische Azalee durch Stecklinge vermehren

Auch bei der Japanischen Azalee werden Stecklinge im Frühsommer geschnitten, d. h. idealerweise zwischen Ende Mai und Ende Juni. Verwenden Sie dazu keine noch weichen, grünen Triebe: Diese sind zum selbstständigen Bewurzeln noch zu unreif und würden einfach verfaulen. Stattdessen schneiden Sie halbreife Zweige mit einer Länge von etwa 15 bis 20 Zentimetern, wobei diese keine Blüten tragen sollten. Weiterhin gehen Sie wie beschrieben vor:

  • Entfernen Sie alle Blätter bis auf das oberste Blattpaar.
  • Halten Sie den Schnitt (hier sollen die Wurzeln sich entwickeln) möglichst schräg.
  • Das erleichtert dem Steckling die Wasseraufnahme.
  • Sie können den Steckling in einem Wasserglas (Wählen Sie ein dunkles Gefäß!) bewurzeln
  • oder aber ihn gleich in Anzuchterde stecken.
  • Halten Sie das Substrat leicht feucht.
  • Verwenden Sie zum Gießen kalkarmes Regenwasser.
  • Stülpen Sie eine abgeschnittene PET-Flasche über das Pflänzchen.
  • Diese übernimmt die Funktion eines Mini-Gewächshauses.
  • Stellen Sie den Topf mit dem Steckling an einen warmen und hellen Platz.

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Vermehrung durch Absenker

Ebenfalls erfolgversprechend ist die Methode, die Japanische Azalee über Absenker zu vervielfältigen. Für diese Methode brauchen Sie allerdings etwas Geduld, sie ist etwas langwieriger als die Stecklingsmethode. Im Gegensatz zu dieser werden hier die zu bewurzelnden Triebe nicht von der Mutterpflanze getrennt. Und so gehen Sie vor:

  • Suchen Sie sich einige biegsame, möglichst halbreifen Triebe.
  • Buddeln Sie entweder eine kleine Mulde direkt in den Boden unter der Mutterpflanze
  • oder graben Sie einen mit Erde gefüllten Pflanztopf ein.
  • Biegen Sie nun den Zweig vorsichtig nach unten
  • und schneiden seine Rinde in Längsrichtung ein.
  • Graben Sie diese Stelle in die vorbereitete Mulde ein
  • und beschweren Sie den Zweig mit einem Stein o. ä.
  • Halten Sie die Stelle leicht feucht.

Sobald die Bewurzelung erfolgt ist, können Sie den Absenker von der Mutterpflanze trennen.

Tipps

Sofern Sie die Blütenstände nicht entfernen, bildet die Azalee mit etwas Glück Samenkapseln aus. Die darin befindlichen Samen können Sie zur Aussaat verwenden. Säen Sie sie sofort aus oder bewahren Sie sie kühl und trocken auf, um sie dann im Frühjahr auszubringen. Azaleen sind Lichtkeimer, weshalb Sie die Samen nicht mit Erde bedecken sollten.

Text: Ines Jachomowski

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