Bergahorn Steckbrief – Porträt einer imposanten Charaktergestalt

Mit seiner furiosen Herbstfärbung in leuchtendem Gelb-Orange verleiht der Bergahorn dem goldenen Oktober besonderen Glanz. Ein bunter Reigen weiterer Besonderheiten zeichnet den Rübezahl der Ahorn-Arten aus. Tauchen Sie hier ein in die wundersame Welt einer imposanten Charaktergestalt, die ein Steckbrief in Worte fasst.

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Die Blätter des Bergahorns haben fünf Lappen

Charakteristische Merkmale kurz gefasst – Steckbrief im Detail

Wanderern in den Mittelgebirgen und Alpen ist der Bergahorn ein vertrautes Bild, denn feucht-kühles Klima behagt dem mächtigen Baum sehr. Hügelland, Schluchtwälder und Tiefebenen teilt der sich mit Buche, Esche, Ulme und anderen Laubbäumen. Seine prachtvolle Gestalt veranlasst Gartenarchitekten und private Parkbesitzer, den Bergahorn anzusiedeln. So verwundert es wenig, dass er die häufigste Ahorn-Art in Mitteleuropa ist. Weitere Besonderheiten bringt der folgende Steckbrief auf den Punkt:

  • Name: Bergahorn, Berg-Ahorn (Acer pseudoplatanus)
  • Familie: Rosskastaniengewächse (Hippocastanoideae)
  • Wachstum: sommergrüner Laubbaum mit rundlicher Krone und aufstrebenden Ästen
  • Höhe: 15 bis 30 m, selten bis 40 m
  • Kronenbreite: 10 bis 15 m, selten bis 20 m
  • Stammdurchmesser: 100 bis 200 cm
  • Jahreszuwachs: 40 bis 80 cm
  • Blattform: fünflappig, dunkelgrün, unterseits grau-grün 16-20 cm lang, gesägter Blattrand
  • Blüte: unscheinbare gelb-grüne Rispenblüten im Mai
  • Früchte: geflügelte Nüsschen mit winzigen Propellern
  • Alter: 400 bis 500 Jahre

Die besondere Schönheit seiner gelb-grünen Frühlingsblüte liegt nicht in ihrer ästhetischen Wirkung. Es ist vielmehr deren magische Anziehungskraft auf Schmetterlinge, Hummeln, Käfer und andere Insekten, die den Bergahorn zu einem ökologischen Juwel macht. Am Nektar laben sich selten gewordene Wildbienenarten, wie die Rotpelzige Sandbiene oder die Gehörnte Mauerbiene.

Giftige Samen

Zu den negativen Besonderheiten zählt der Giftgehalt der Samen. Wenn die geflügelten Nüsschen mit ihren Propellern durch die Lüfte schweben, herrscht vor allem unter Pferdebesitzern Alarmzustand. In den Samen ist ein Toxin enthalten, das bereits in kleinen Mengen auf Pferde und Esel tödlich wirkt. Wissenschaftler gehen davon aus, dass auch Menschen nach einem Verzehr vor gesundheitsschädlichen Folgen nicht gefeit sind.

Keine Symbiose mit Pilzen

Im Gegensatz zu zahlreichen anderen Baum-Arten geht ein Bergahorn keine Symbiose mit Pilzen ein mit dem Ziel einer verbesserten Nährstoffversorgung. Statt dessen sorgt ein Acer pseudoplatanus mit seinem Laub in Eigenregie für genügend Dünger. Zu den Besonderheiten seiner Blätter zählt, dass sie sich nach dem Laubfall rasch zu wertvollem Humus verwandeln.

Baum des Jahres 2009

Jedes Jahr im Oktober wird unter der Schirmherrschaft des aktuellen Bundesumweltministers in Deutschland eine Baumart zum „Baum des Jahres“ gekürt. Nachdem in 1995 der Spitzahorn unter den Ahorn-Arten den Anfang machte, setzte in 2009 der Bergahorn die ehrenvolle Liste fort, gefolgt vom Feldahorn in 2015.

Ziel dieser Ehrung ist es, die Aufmerksamkeit der Menschen auf die Besonderheiten des jeweiligen Titel-Trägers zu lenken. Wichtige Kriterien für die Auswahl sind der Grad der Bedrohung, Seltenheitswert sowie die ökologische Bedeutung.

Tipps

Einer Naturschönheit, wie dem Bergahorn sollten wir nicht mit Schere und Säge zu Leibe rücken. Erweist sich dennoch ein umfangreicher Rückschnitt als unumgänglich, ist das Zeitfenster geöffnet von Oktober bis Dezember. Einzelne Triebe schneiden Sie im Juni/Juli zurück, wenn der Saftfluss zur Ruhe gekommen ist.

Text: Paula Jansen
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