So schneiden Sie Bauernjasmin richtig

Bauernjasmin prahlt mit verschwenderischem Blütenholz, das bis zu acht Jahre vor Vitalität strotzt. Das reduziert die Schnittpflege auf einen sporadischen Auslichtungsschnitt. Lesen Sie in dieser Anleitung, wann und wie Sie Ihren opulenten Gartenjasmin sachkundig schneiden.

Bauernjasmin Rückschnitt
Der Bauernjasmin profitiert auch von kräftigen Rückschnitten

Bauernjasmin gelegentlich auslichten – so geht es

Bauernjasmin (Philadelphus coronarius) zählt zu den heimischen Pfeifensträuchern. Der malerische Blütenstrauch begeistert mit aufrecht-buschiger Statur, zuverlässiger Winterhärte und überreicher Blütenfülle von Mai bis Juni. Die Knospen für das nächste Blütenfestival legt Gartenjasmin bereits im Vorjahr an. Alljährliche Schnittmaßnahmen könnten die florale Pachtentfaltung erheblich beeinträchtigen. Aus diesem Grunde beschränkt sich die Schnittpflege auf einen Auslichtungsschnitt in Intervallen von zwei bis drei Jahren. So machen Sie es richtig:

  • Bester Schnitt-Termin ist im Februar bei frostfreier Witterung
  • Abgestorbene, schwache und quer wachsende Äste auslichten
  • Einige überalterte Bodentriebe mit rauer, gefurchter Rinde am Ansatz abschneiden
  • Junge Bodentriebe in entsprechender Anzahl stehen lassen
  • Überzählige Gerüsttriebe bodeneben abschneiden

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Angesichts einer Wuchsgeschwindigkeit von bis zu 50 Zentimetern pro Jahr, können sich vitale Gerüsttriebe massiv überneigen und an den Triebspitzen besenartig verästeln. Das ist kein Grund, das aktive Blütenholz auszulichten. In diesem Fall löst ein Ableitungsschnitt das Problem. Halten Sie Ausschau nach einem unverzweigten, kräftigen Seitentrieb im unteren Bereich. Dieser Trieb übernimmt fortan die Funktion als neuer Gerüsttrieb. Wo sich altes, raues und junges, glattes Holz gabeln, setzen Sie die Astschere an.

Verwechslungsgefahr beachten

Den Europäischen Pfeifenstrauch als Bauernjasmin zu titulieren, sorgt für erhebliche Verwirrung unter Einsteigern in die Schnittpflege infolge der Verwechslung mit Echtem Jasmin. Echter Jasmin gedeiht als frostempfindlicher Kletterstrauch, der alljährlich nach der Blütezeit einen kräftigen Rückschnitt erhält. Wer Bauernjasmin ebenso verschneidet, entfernt dabei einen Großteil bereits angelegter Blütenknospen.

Alten Bauernjasmin verjüngen – so gelingt es

Ohne einen gelegentlichen Auslichtungsschnitt verwandelt Bauernjasmin sich in ein dichtes, undurchdringliches Gestrüpp. Von innen her setzt sich eine unansehnliche Verkahlung durch, weil es für Sonnenstrahlen kein Durchkommen mehr gibt. Das ist kein Grund, den von Natur aus blühfreudigen Gartenjasmin zu roden. Ein radikaler Verjüngungsschnitt haucht dem alten Blütenstrauch neuen Lebenswillen ein. So gehen Sie Schritt für Schritt richtig vor:

  • Bester Zeitpunkt ist im Spätwinter
  • Vorab alle abgestorbenen Gerüsttriebe bodeneben absägen
  • Verbliebene Bodentriebe um die Hälfte bis zwei Drittel zurückschneiden

Der kräftige Rückschnitt aktiviert eine Vielzahl schlafender Augen, aus denen das alte Holz austreibt. Lassen Sie diesem Wachstum zunächst freie Hand, um die Qualität besser beurteilen zu können. Im Februar des folgenden Jahres wählen Sie sieben bis zwölf vielversprechende Bodentriebe als neues Gerüst aus. Alle übrigen Exemplare müssen weichen für ein lichtdurchflutetes Wachstum.

Tipps

Bauernjasmin steht Ihrem Garten auch als malerische Hecke gut zu Gesicht. Nennen Sie bereits ein vitales Exemplar Ihr Eigen, ziehen Sie die entsprechende Anzahl an Jungsträuchern einfach selber. Zu diesem Zweck schneiden Sie im Frühsommer halbverholzte Stecklinge mit einer Länge von 10 bis 15 cm. Im Anzuchttopf mit transparenter Haube schreitet die Bewurzelung zügig voran.

Text: Paula Jansen

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