Bambus ausgraben

Wuchernden Bambus ausgraben – so klappt’s

Bambus - leicht und filigran an der Oberfläche im Wind wogend. Dafür unter der Erde um so schwerer und wuchtiger verwurzelt. Die erste Frage, wenn man einen Bambus ausgraben will: Handelt es sich um einen horstigen oder hainbildenden Bambus.

Hainbildende oder horstige Bambussorten lassen sich relativ gut entfernen. Hierzu zählen zum Beispiel die nicht winterharten Fargesien. Sie bilden neue Halme direkt aus dem Wurzelballen und breiten sich nur langsam aus. Sie gleichen eher großen Grasbüscheln als Bambusfelder.

Vorsicht mit Bambussorten ohne Grenzen

Beim hainbildenden Bambus verzweigen sich die Rhizome so weit, dass überall im Garten Bambustriebe aus der Erde sprießen. Und auch vor dem Nachbargrundstück machen sie keinen Halt. Rhizome breiten sich als dicke ovalförmige Wurzeln aus. Sie entwickeln sich zu neuen Wurzelballen mit eigenen Trieben. Solche Bambussorten ohne Grenzen sind beispielsweise:

  • Sasa
  • Pleioblastus
  • Phyllostachys

Ihre Rhizome verzweigen sich bis zu 10 Meter in alle Himmelsrichtungen und bis zu 1 Meter tief. Besser zu früh als spät müssen Mutterpflanze und alle Rhizome ausgegraben und entfernt werden. Sie durchwachsen und schädigen Mauerwerk, Gebäude, Gehwege und Straßen!

Gewusst wie und richtiges Werkzeug ist die halbe Arbeit

Einen ausgewucherten Bambus ausgraben ist ein Powerprojekt. Hier ist nicht nur Köpfchen gefragt, sondern Du musst Maloche, Knochenarbeit und Spezialwerkzeug und Bagger einplanen und kalkulieren. Der Garten muss aufgegraben und neu angelegt werden. Wichtig: Das Ausgraben muss in einer Wachstumsperiode abgeschlossen sein!

Mit dem Ausgraben beginnt man dort, wo die, von der Mutterpflanze entferntesten Bambushalme aus dem Boden sprießen. Um so dichter man an die Mutterpflanze heranrückt, desto fester und härter ist das Wurzelwerk. Die aufgegrabene Erde durchsieben und Bambusrhizome entfernen, bevor die Erde wieder verfüllt wird. Die besten Spaten zum Bambus ausgraben:

Grabespaten Holstein für normale Arbeiten
Drainagespaten mit Fieberglasstiel für Bambussperre graben
Rodespaten mit D-Griff – aus einem Stück geschmiedet – zum Bambus ausgraben

Eingrenzen statt wuchern lassen

Die beste Waffe gegen das Wuchern ist eingrenzen: Mit einer speziellen Kunststoff-Sperre kann man den Bambusstandort klar eingrenzen. Dann bleibt der Bambus ziemlich sicher innerhalb seiner Grenzen und untergräbt nicht den gesamten Garten. Kontrolle ist am sichersten. Deshalb öfters prüfen, ob die Rhizomperre dicht ist.

Tipps & Tricks

Die Rhizome dürfen nicht in den Kompost! Aus jedem abgetrennten oder im Boden verbliebenen Rhizom kann sich wieder eine neue Pflanze bilden! Und die Arbeit war umsonst!

Text: Regina Müller

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  1. JoseeRizal64
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