Araucaria: Pflege und Rückschnitt

Mehr als jede andere Konifere zieht die Araukarie hierzulande mit ihrer auffälligen, stachelig-schuppigen Nadelstruktur alle Blicke auf sich und bietet eine exotische Abwechslung in jeder Vorgartengestaltung. Wie Sie die Schmucktanne von der Südhalbkugel am besten kultivieren, lesen Sie im Folgenden.

araucaria
Die Araukarie ist immer häufiger auch in deutschen Vorgärten anzutreffen

Herkunft

Die biologische Systematik der Gattung der Araukarien sagt schon einiges über ihre Herkunftsgebiete aus. Sie wird nämlich in 4 verschiedene Sektionen unterteilt, die insgesamt 19 Arten umfassen. Der Grund für diese Unterteilung ist einfach: ihr originäres Herkunftsgebiet ist nämlich von starker Disjunktion betroffen, also von Zerteilung des Areals durch geologische Einwirkungen.

Die verschiedenen Araukarienarten sind deshalb in weiten Teilen des südlichen Hemisphäre zu finden: Sowohl in Südamerika von Chile, Argentinien und Paraguay bis Brasilien, als auch auf den Inseln östlich von Australien wie Neukaledonien, den Norfolk-Inseln und Neuguinea sowie im ostaustralischen Queensland bis New South Wales.

Die Gebiete, die sie in diesen Ländern besiedeln, sind klimatisch durchaus unterschiedliche Habitate von tropisch-feuchten Regenwaldarealen bis zu kühlen Höhenlagen von bis zu 2400 Metern. Je nach Sektionszugehörigkeit und Art bevorzugen die Araukarien also unterschiedliche Standortansprüche.

Bei uns sind einige allerdings problemlos auch im Freien kultivierbar, was insbesondere diejenigen Gartenbesitzer freuen wird, die gern besondere Strukturakzente in ihrer privaten Oase setzen.

Herkunft in Stichworten:

  • Araukarien stammen von unterschiedlichen Teilen der südlichen Erdhalbkugel
  • Besiedeln unterschiedliche Klimazonen in Südamerika, Ostaustralien und den Inseln östlich Australiens
  • Hierzulande einige Arten gut im Freiland kultivierbar

Wachstum

Der besondere Wuchs mit fast zylindrischer Gesamtsilhouette und zumeist stacheligem, dickem Nadellaub ist sicherlich das aus unserer mitteleuropäischen Sicht besonders Reizvolle an den Araukarien. Der immergrüne Baum streckt seine langen, etwas schlangenförmig gewundenen und kreisförmig und waagerecht wie in Etagen ansetzenden Äste vom Stamm ab. Durch die gleichmäßige, nicht verzweigte Benadelung der Äste und ihre eben leicht in sich verwundene Form hat die Araukarie auch den Beinamen „Schlangentanne“.

In ihren Ursprungsgebieten können Araukarien beeindruckende Höhen von bis zu knapp 90 Metern erreichen. Weibliche Exemplare werden allgemein größer als männliche. Außerdem können die Bäume ausgesprochen alt werden: das höchste registrierte Alter eines bestimmten Exemplars liegt bei respekteinflößenden 1000 Jahren.

Bei uns wird eine Araukarie allerdings maximal an die 5 Meter groß und bis zu 4 Meter breit.

Wuchseigenschaften im Überblick:

  • Auffällige, zylindrische Gesamtkontur und meist exotisch-stacheliges Nadellaub
  • kreisförmig und etagenartig angeordnete, schlangenförmig gewundene Äste
  • In den Heimatgebieten bis zu knapp 90 m hoch und bis zu 1000 Jahre alt
  • Hierzulande maximal 5 m hoch und 4 m breit

Blätter

Das Nadellaub der Araukarien ist für den mitteleuropäischen Blick ein sehr exotisches und auffälliges, vor allem das der Chilenischen Araukarie. Ihre einzelnen Blätter haben eine dreieckige, spitz zulaufende Form und eine dicke Konsistenz. Dadurch geben sie den Ästen einen fast kakteenhaften Duktus. Instinktiv möchte man eine Berührung tunlichst vermeiden – und in der Tat können die Blattspitzen schmerzhaft stechen.

Die Blätter sind spiralförmig, quirlartig und dicht, wie schuppenartig gestaffelt um die Äste herum angeordnet – zumindest in älterem Stadium. Die Blätter an den jüngeren Trieben sind noch weicher und nadelförmig, außerdem noch deutlich hellgrüner als die ausgewachsenen Exemplare. Wie der Baum an sich bleiben die Blätter insgesamt sehr lange bestehen, meist viele Jahre.

Blatteigenschaften in Kürze:

  • Dreieckige, spitz zulaufende Form
  • Stark stechend
  • Junge Blätter noch weich, nadelförmig und hellgrün, ältere dick, schuppig überlappend und dunkler
  • Erreichen hohes Alter

Blüten

Blüten bilden sich bei Araukarien im Spätsommer aus, meist im Juli bis August. Bis eine Araukarie zum ersten Mal blüht, verstreichen allerdings gut und gerne schon mal 30 Jahre.

Frucht

Araukarien sind meist zweihäusig, also getrenntgeschlechtlich. Es gibt also männliche und weibliche Individuen. Der wesentliche Unterschied zwischen den weiblichen und den männlichen Zapfen ist ihre Form: während weibliche fast kugelförmig sind und aufrecht stehen, zeigen die männlichen eine längliche, zylindrige Form. Die Zapfen stehen einzeln oder in Gruppen an den Triebenden und haben aufgrund des reichlich enthaltenen Milchsaftes eine gewichtige Konsistenz. Die geflügelten und bis zu 4 cm lang werdenden Samen sind bei einigen Arten essbar. Sie enthalten reichlich Eiweiße und Öle.

Zum Merken:

  • Die getrenntgeschlechtlichen Araukarien bilden unterschiedliche Zapfen aus
  • Männliche Zapfen länglich-zylindrisch, weibliche kugelig und aufrecht
  • Schwere Konsistenz, enthalten viel Milchsaft
  • Samen einiger Arten essbar, mit hohem Eiweiß- und Ölgehalt

Welcher Standort ist geeignet?

Wenn Sie eine Araukarie im Freiland kultivieren möchten, ist das meist kein Problem. Allerdings sollten Sie gemäß ihres Herkunftsgebietes auf einen möglichst lichtreichen Standort achten. Allzu pralle Sonne ist bei manchen Arten aber auch nicht wirklich gut. Die meisten hierzulande kultivierten Arten mögen es vor allem gleichmäßig hell. Das fördert im übrigen auch einen ausgewogenen, geraden Wuchs. Je nach Art müssen Sie natürlich auch genug Platz für das Höhen- und Breitenwachstum anberaumen.

Relativ wichtig ist auch ein guter Schutz vor rauem Wind. Setzen Sie die Araukarie also möglichst in Hauswandnähe, wo nicht regelmäßig scharfe Windböen aus denselben Richtungen um die Ecke pfeifen.

Die Araukarien-Art Araucaria heterophylla hat auch den Beinamen Zimmertanne – besonders sie eignet sich also auch für die Kultur im Haus. Eine Zimmertanne sollten Sie an einen hellen, freien Platz stellen, am besten in einen Wintergarten, locker umringt von anderen Pflanzen. Angenehme Wohntemperaturen von 18 bis 20°C sind auch der Zimmertanne willkommen. Im Sommer kann sie auch nach draußen an einen geschützten Ort gestellt werden. Den Winter sollte sie etwas kühler, bei etwa 5 bis 10°C, verbringen.

Standortbedingungen im Überblick:

  • In Freilandkultur möglichst hell, von allen Seiten gleichmäßig, volle Sonne aber nicht unbedingt empfehlenswert
  • Möglichst vor scharfem Wind geschützt
  • Ausreichend Platz anberaumen
  • In Zimmerkultur: Gleichmäßig hell (Wintergarten) bei Wohntemperatur, im Sommer rausstellbar, im Winter etwas kühler stellen

Welche Erde braucht die Pflanze?

Araukarien gedeihen am besten in einem leicht sauren Bodenmilieu mit relativ hohem Humusanteil und einer lockeren Konsistenz. Gut sind eine gleichmäßige Feuchtigkeit und eher warme Temperaturen. Bei der Freilandkultur sollten Sie insbesondere schwere Böden mit einem guten Sandanteil auflockern.

Möchten Sie Ihre Araukarie im Kübel halten, setzen Sie sie in ein Substrat aus relativ nährstoffreicher, humoser und leicht sauerer Erde, gut geeignet ist spezielle Rhododendronerde aus dem Gartencenter. Lockern Sie das Substrat mit viel Sand und gegebenenfalls Blähton auf, um eine effektive Drainage zu gewährleisten.

Zum Merken:

  • Araukarie braucht eher nährstoffreiche, humose Erde
  • Gute Durchlässigkeit und gleichmäßige Feuchte
  • ph-Wert im eher sauren Bereich
  • Schwere Gartenböden mit viel Sand auflockern
  • Bei Kübelkultur Rhododendronerde mit gutem Sandanteil

Araucaria gießen

Regelmäßiges Gießen ist bei Araukarien unerlässlich. Die blattreichen Koniferen benötigen eine durchgängige, gleichmäßige Wasserversorgung, sodass auch bei der Freilandkultur aktives Wässern vonnöten ist, insbesondere natürlich während längerer, heißer Trockenphasen im Sommer. Dennoch darf keine Staunässe entstehen – achten Sie also schon bei der Pflanzung darauf, eine effektive Drainageschicht in den Grund einzuarbeiten und vor jedem Wässern, dass die obere Erdschicht immer abgetrocknet ist.

Bei der Kübelkultur ist wegen des weniger voluminösen Pflanzgrunds eine noch etwas kleinschrittigere Wassergabe nötig. Gießen Sie die Araukarie während der Hauptvegetationsphase je nach Verdunstungsverhalten des Topfballens – er sollte stets feucht sein, keinesfalls darf aber Wasser im Untersetzer stehenbleiben. Bei Staunässe verliert die Araukarie schnell ihre Nadeln, sodass Sie Wurzelfäule zumindest rechtzeitig vermeiden können.

Ähnlich wie bei einigen großblättrigen, aus den Tropen stammenden Zimmerpflanzen tun der Araukarie auch gelegentliche Duschen aus dem Wasserdisperser gut. Verwenden zum Gießen und Einsprühen möglichst kalkarmes Wasser, wenn vorhanden, aus der Regentonne.

Gießpraxis in Kürze:

  • Araukarie muss sorgfältig und sehr gleichmäßig gewässert werden, besonders in längeren sommerlichen Trockenphasen
  • Staunässe aber unbedingt vermeiden
  • Vor allem bei Kübelkultur zusätzliches Einsprühen mit Wasserdisperser empfehlenswert
  • Möglichst kalkarmes (Regen-)Wasser verwenden

Araucaria richtig düngen

Im Freiland muss eine Araukarie eigentlich nicht gedüngt werden. Es sei denn, der Pflanzgrund ist besonders mager. Dann sollten Sie zunächst bei der Pflanzung die Erde mit viel organischem Langzeitdünger in Form von Laubkompost aufbessern. Ist die Araukarie an ihrem Standort etabliert, können Sie ihr in den Wachstumsphasen auch noch zusätzlich etwas universellen Flüssigdünger oder Kompost verabreichen.

Im Kübel kann eine zusätzliche Düngung durchaus sinnvoll sein. Halten Sie aber auch hier zwischen den Düngergaben einen Zeitabstand von etwa 2-3 Wochen ein.

Araucaria richtig schneiden

Schnittpflege ist bei der Araukarie auch nicht unbedingt nötig. Ihr Wuchs ist von Natur aus so sauber, dass auch strenge Ästheten kaum etwas daran auszusetzen haben sollten. Außerdem zeigt sich die Araukarie nicht besonders neuaustriebswillig, wenn sie allzu willkürlich gestutzt wird. Wenn gar zu lange Triebe stören, können Sie sie aber auch ein wenig einkürzen. Achten Sie dabei aber darauf, dass die kreisförmig um den Stamm angeordneten Astetagen in etwa gleichlang bleiben, um die Gesamtsilhouette nicht zu stören.

Wenn Sie unbedingt Schnittmaßnahmen vornehmen möchten, sollten Sie eine trockene, milde Phase im Sommer abwarten.

Zum Merken:

  • Schnittpflege kaum nötig und auch nicht empfehlenswert
  • Allzu störende Triebe maßvoll einkürzen, dabei auf Gleichmäßigkeit mit Blick auf Gesamtsilhouette achten
  • Schnittmaßnahmen im Sommer bei milder, trockener Witterung vornehmen

Überwintern

Wenn Sie nicht in einer übermäßig kalten Gegend wohnen, müssen Sie sich um die Überwinterung einer im Freiland gepflanzten Araukarie eigentlich keine Gedanken machen. Die meisten Varianten sind ausreichend frosthart für den mitteleuropäischen Winter. Manche Sorten sind allerdings etwas empfindlicher als andere und auch junge, neu gepflanzte Exemplare sollten im Winter durchaus vorsorglich etwas geschützt werden. Dazu reicht es in der Regel, den Boden um den Pflanzgrund mit Tannenzweigen oder Gartenvlies abzudecken.

Wenn über längere Zeit Temperaturen von unter -15°C herrschen, kann es zu unschönen Kälteschäden kommen, da der Baum aus dem dauerhaft gefrorenen Boden keine Flüssigkeit mehr ziehen kann.

Eine im Zimmer gehaltene Araukarie sollte über den Winter etwas kühler stehen als im Sommer, bei etwa 5-10°C. Gut geeignete Standorte sind etwa ein Fensterplatz in einem unbeheizten Treppenhaus oder noch besser ein Kalthaus.

Gießen sollten Sie eine Araukarie im Kübel während des Winters etwas sparsamer, etwaiges Düngen stellen Sie ganz ein.

Zum Merken:

  • Im Freiland in der Regel unproblematische Überwinterung
  • Bei bestimmten, empfindlicheren Sorten und Jungexemplaren vorsorglicher Kälteschutz durch Tannenzweige oder Gartenvlies sinnvoll
  • Strenger Dauerfrost kann zu Kälteschäden führen
  • Bei Zimmerkultur Kübel an 5-10°C kühlem Ort überwintern
  • Sparsamer Gießen, kein Düngen

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Araucaria vermehren

Vermehren lassen sich Araukarien am besten über Samen. Diese können Sie von den reifen Zapfen Ihres eigenen Exemplars gewinnen oder auch im Fachhandel erwerben.

Die Samen zeigen allgemein eine gute Keimfähigkeit. Sie sollten sie allerdings möglichst nicht über den Winter einlagern, da sie sonst vollständig zu vertrocknen drohen. Setzen Sie sie also am besten direkt nach der Ernte in Pflanzschalen mit Anzuchtsubstrat oder auch direkt in den Boden ins Freiland. Dort keimen sie allerdings erst nach etwa 4 Monaten und führen unter den raueren Bedingungen nicht ganz so leicht zum Erfolg.

Eine etwas höhere Keimchance haben Sie, wenn Sie die Samen im Zimmer aussäen und behutsam unter regelmäßiger Feuchthaltung und bei einer Umgebungstemperatur von etwa 20-22°C keimen lassen. Das erfordert natürlich recht viel Geduld und Aufmerksamkeit. Ein geschütztes Mikroklima unter Glas oder Folie zu schaffen, kann durchaus sinnvoll sein. Gekeimte Jungpflanzen können Sie im Frühjahr in Kübel oder ins Frühbeet umpflanzen.

Sorten

Besondere Zuchtsorten sind bei Araukarien nicht verbreitet, wohl aber unterscheiden sich die Arten voneinander. Besonders beliebt für die Garten- und Zimmerkultur sind hierzulande etwa die Chilenische Araukarie (Araucaria araucana) und die Zimmertanne (Araucaria heterophylla).

Araucaria araucana

Die Chilenische Araukarie oder auch Andentanne zeichnet sich durch die typisch schlangenförmigen, kreisförmig und etagenartig angeorndeten Äste mit dickstacheliger Benadelung aus und hat in unseren Breiten gerade in den vergangenen Jahren einen Konjunkturaufschwung erlebt. Sie eignet sich vor allem für die Pflanzung im Garten, da sie mit ihrer Höhe von an die 5 m und bis zu 4 m Breite sehr viel Platz benötigt. Außerdem gibt sie vor dem Haus ein beeindruckendes Bild ab.

Sie benötigt einen lichten, aber relativ windgeschützten Standort in lockerer, humoser Erde und regelmäßige Wasserversorgung.

Araucaria heterophylla

Die Zimmertanne eignet sich wenig verwunderlicherweise am besten für die Zimmerkultur. Ihr Erscheinungsbild ist durch die weicheren, nicht so stacheligen Nadeln ein etwas anderes, deutlich sanfteres als das der Chilenischen Araukarie. Die Zimmertanne wird auch nicht so groß wie ihre Artgenossin: An ihrem Naturstandort kann sie zwar an die 65 m erreichen, hierzulande in der Drinnenkultur wird ihr Wuchs aber spätestens durch die Zimmerdecke limitiert.

Die Zimmertanne sollte bei moderater Wohntemperatur und bei relativ hoher Luftfeuchtigkeit gehalten werden und in einem humosen, lockeren Substrat stehen.

Text: Caroline Strauss
Artikelbild: Maleo/Shutterstock
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