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Algen können auch Tieren im Teich gefährlich werden

Algen im Gartenteich: Ursachen und Abhilfe

Algen im Teich sind nicht nur unschön anzusehen, sie können für Tiere und Wasserpflanzen sogar lebensbedrohlich werden. Gerade in den Sommermonaten, wenn sich das kleine Gewässer erwärmt, können diese ungeliebten Wasserpflanzen beinahe sprunghaft explodieren. Nicht immer müssen Sie dann direkt zur chemischen Keule greifen, denn es gibt auch viele vorbeugende und biologische Mittel, mit denen sich die grüne Plage im Schach halten lässt.

Warum vermehren sich Algen im Gartenteich?

Zunächst: Einen algenfreien Gartenteich gibt es nicht und in geringer Menge sind diese Pflanzen auch nicht schädlich. Nur wenn sie überhand nehmen sollten Sie eingreifen, denn dies spricht für ein aus dem Takt geratenes, biologisches Gleichgewicht sowie die damit einhergehende Verschiebung der Wasserwerte.

Der häufigste Grund für ein übermäßiges Algenwachstum ist ein Überschuss an Nährstoffen. Häufig werden die Fische viel zu reichlich gefüttert oder der Besatz ist zu dicht. Die nicht aufgenommene Nahrung und der viele Kot setzen sich am Teichgrund ab und verrotten hier, zusammen mit Pflanzenresten, zu Teichschlamm. Bereits ab einer Temperatur von zehn Grad gibt dieser viele Nährstoffe an das Teichwasser ab. Durch direkte Sonneneinstrahlung erwärmt sich nun das Wasser. Gleichzeitig wird, fehlt dem Teich ein Zu- und Ablauf wie in einem natürlichen Gewässer, vermehrt Wasser verdunstet. In der Folge steigt die Konzentration des Algendüngers Nitrat stark an und eine Algenblüte droht.

Aus Unwissenheit wird bei der Anlage oder dem Nachsetzen von Teichpflanzen manchmal herkömmliche Blumenerde statt des speziellen Teichsubstrats verwendet. Diese ist mit vielen Nährstoffen angereichert, die sich rasch lösen, sodass die Konzentration im Wasser sprunghaft ansteigt. In der Folge kommt es zu einem rasanten Nährstoffüberschuss und der gefürchteten Algenblüte.

Welche Algenarten treten auf?

Algenart Beschreibung
Grünalgen Im Frühjahr, wenn andere Teichpflanzen aufgrund des kühlen Wetters die Nährstoffe noch nicht verwerten können, werden diese Algen vermehrt sichtbar. Sie verfärben das Wasser grün und lassen es sumpfig undurchsichtig wirken.
Fadenalgen Bei diesen handelt es sich um eine Untergruppe der Grünalgen, die bis zu zwanzig Zentimeter lange Fäden ausbildet. Diese Algen im Gartenteich können aber auch ähnlich wie ein Spinnengewebe sowie polster- oder büschelartig wachsen. Sie treten häufig bei zu langer, direkter Besonnung und einem gleichzeitigen Sauerstoffüberschuss, in Kombination mit hohen Nährstoffkonzentrationen, auf.
Schwebalgen Diese Algen dienen vielen Kleinstlebewesen als Nahrungsquelle. Solange sie nicht übermäßig wachsen, sind sie wichtig für das biologische Gleichgewicht. Gewinnen Sie allerdings die Oberhand, setzen sie sich an der Oberfläche ab und bilden einen Teppich. Dadurch kann kaum noch Sonnenlicht in den Teich gelangen und die Wasserpflanzen werden an der Fotosynthese gehindert. Sie sterben in der Folge ab. Auch den Fischen wird dadurch die Lebensgrundlage entzogen. Schwebalgen können sie explosionsartig über Nacht derart stark vermehren, dass das Gewässer umkippt.
Blaualgen Diese werden wegen ihrer schleimigen Konsistenz auch als Schmieralgen bezeichnet. Sie wachsen stark, wenn die Nitratwerte im Gartenteich zu hoch sind. Sterben sie ab, bilden sie ein gefährliches Toxin, das hochgiftig für Pflanzen und Tiere ist.
Mikroalgen Diese sind winzig klein und mit bloßem Auge nur an der Grünfärbung des Wassers zu erkennen. Bei starkem Sonneneinfall und warmen Temperaturen vermehren sie sich explosionsartig und entziehen den Fischen und Pflanzen die Lebensgrundlage.

Erste Hilfe bei Algen: Wasser wechseln

Mindestens ebenso effektiv wie die Nutzung chemischer Algenbekämpfungsmittel ist eine Erneuerung des Wassers im Gartenteich. Wechseln Sie jedoch niemals das gesamte Wasser auf einmal, sondern erneuern Sie an mehreren, aufeinander folgenden Tagen etwa ein Drittel.

Würden Sie das komplette Wasser austauschen, würden Sie zwangsläufig auch alle für das Gleichgewicht notwendigen Bakterien und Kleinstlebewesen mit entfernen. Zudem bedeutet ein umfangreicher Wasserwechsel einen enormen Stress für die Wassertiere.

Hilfreich ist es, einige algenfressende Fische einzusetzen. Diese sorgen permanent dafür, dass die Algenplage nicht überhand nimmt. Das Gleiche gilt für stark zehrende Wasserpflanzen, die den Algen die Nährstoffe entziehen. Viele Algenarten können Sie zusätzlich manuell mit einem Kescher oder Teichschlammsauger entfernen.

Wasser regelmäßig testen

Damit die Wasserwerte im Lot bleiben ist es sinnvoll, diese in der warmen Jahreszeit zumindest wöchentlich zu überprüfen. Der Handel hält hierfür Wassertest-Sets bereit, die sehr einfach anzuwenden sind.

Stellt sich durch diese heraus, dass sich der Gartenteich nicht im biologischen Gleichgewicht befindet, empfiehlt es sich zunächst, ein Drittel des Wassers zu wechseln. Dem frischen Wasser geben Sie, je nach Größe des Gartenteichs, zehn bis zwanzig Liter Wasser aus einem gesunden Gewässer bei. Die darin befindlichen Mikroorganismen werden in Ihrem Teich sofort die Arbeit aufnehmen und helfen, die Wasserwerte zu regulieren. Beschatten Sie das kleine Gewässer an sehr sonnigen Tagen für einige Stunden, wirkt sich dies ebenfalls positiv auf die Wasserqualität aus.

Tipps

Übermäßige Fütterung ist für die Fische ungesund, denn die Tiere verfetten und werden anfälliger für Krankheiten. Ein gesunder Fisch hat einen leicht gewölbten, aber keinen kugelrunden Bauch. Allerdings sollten sie auch nicht so wenig füttern, dass der Bauch eingefallen aussieht. Ein oder zwei Tage Futterpause in der Woche schaden regelmäßig gefütterten, gesunden Fischen nicht und Sie werden erstaunt sein, wie klar das Wasser dadurch bleibt. Ein gutes Filtersystem, das Algen und überschüssige Nährstoffe entfernt, ist bei Fischbesatz ebenfalls sinnvoll.

Artikelbild: Ian Grainger/Shutterstock

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