Wassernuss: Richtig pflegen

Die Wassernuss (Trapa natans) wird manchmal fälschlicherweise auch als Wasserkastanie bezeichnet. Diese allerdings - Eleocharis dulcis - ist mit der einjährig wachsenden Wassernuss nicht näher verwandt. Trapa natans gehört zur Familie der Weiderichgewächse und kommt in den gemäßigten bis subtropischen Regionen Europa, Asiens und Afrikas vor. Die früher häufig in Deutschland anzutreffende Wasserpflanze ist hierzulande mittlerweile vom Aussterben bedroht und wurde deshalb bereits 1987 unter Naturschutz gestellt.

wassernuss
Die Wassernuss ist eine sehr alte Wasserpflanzenart

Herkunft und Verbreitung

Die Wassernuss (bot. Trapa natans) ist eine einjährig wachsende Schwimmblattpflanze aus der Gattung der Wassernussgewächse (bot. Trapaceae). Die Art war bereits vor 65 Millionen Jahren, im erdgeschichtlichen Zeitalter des Tertiär und somit gleichzeitig mit den Dinosauriern, weit verbreitet. Heute noch gedeiht die Wassernuss in den gemäßigten bis subtropischen Klimazonen Europas, Asiens und Afrikas, ist jedoch aufgrund der intensiv betriebenen Landwirtschaft und der schwindenden Lebensräume hierzulande nur noch selten wild anzutreffen. Deshalb steht die Art unter strengem Naturschutz und darf nicht aus der Natur entnommen werden. Im Handel erhalten Sie jedoch legale Nachzuchten, die sich prima für die naturnahe Bepflanzung von Gartenteichen eignen.

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Verwendung

Für eine Anpflanzung im heimischen Gartenteich eignen sich ausschließlich die aus Europa stammenden Nachzuchten, da die gleichnamigen tropischen Varietäten bei uns keine geeigneten Lebensräume vorfinden und deshalb nicht gedeihen. Achten Sie daher beim Kauf immer auf den Herkunftsnachweis! Die meisten Nachzuchten der Wassernuss stammen aus Ungarn, Südfrankreich und Italien.

Wassernüsse können, je nach Gestaltungswunsch und vorhandenem Platz, einzeln oder auch gruppenweise gepflanzt werden. Sehr gut harmoniert die Schwimmblattpflanze aber auch mit anderen heimischen Wasserpflanzen wie beispielsweise dem Herzblättrigen Hechtkraut (bot. Pontederia cordata, violette Blüten), der Europäischen Seekanne (bot. Nymphoides peltata, gelbe Blüten) und der Gelben Teichrose (bot. Nuphar lutea).

Aussehen und Wuchs

Wassernüsse sind sommergrüne, krautig wachsende Wasserpflanzen, die lediglich einen Sommer über wachsen. Ihr natürlicher Standort befindet sich in stehenden Gewässern, wo sie in Ufernähe vornehmlich in 30 bis 60 Zentimeter Wassertiefe im schlammigen Grund verankert sind. Der zwischen einem und drei Meter lange, unter Wasser befindliche Stängel ist im Seegrund verwurzelt, die im Durchmesser bis zu 20 Zentimeter breiten Laubblätter fächern sich ab Juni zu einer auf der Wasseroberfläche aufliegenden Blattrosette auf.

Blätter

Die unterseeischen Blattstiele der Wassernuss sind luftgefüllt und wirken daher als Schwimmkörper. Sie sorgen für den nötigen Auftrieb, der die grünen Laubblätter an der Wasseroberfläche hält. Die fächer- bis rautenförmigen Schwimmblätter der Art weisen einen charakteristisch gezackten Rand auf und sind rosettenförmig auf der Wasseroberfläche angeordnet. Die Blätter färben sich im Laufe des Sommers rot und sterben danach im Herbst ab. Ebenfalls charakteristisch sind die an den Blattunterseiten sowie am Stängel sitzenden Drüsen, die vermutlich zum Schutz gegen hungrige Wassertiere eine Säure absondern.

Blüten und Früchte

Die unscheinbaren, radiärsymmetrischen Blüten der Wassernuss sind weiß und erscheinen zwischen Juli und August. Die nussähnlichen Früchte der Pflanze bilden sich an den Stängel aus. Sie besitzen eine harte, dunkelbraune Schale, sind spitz bedornt und kantig. Der weiße Kern der Wassernuss-Früchte besteht zu etwa 20 Prozent aus Stärke und ist gegart essbar. Tatsächlich galt die nahrhafte Wassernuss in früheren Zeiten auch bei uns als Nahrungsmittel und ist es vor allem in den asiatischen Ländern heute noch.

Giftigkeit

Das weiße Innere der Wassernuss ist essbar, sollte aber stets nur gekocht oder geröstet verspeist werden. Rohe Früchte gelten als giftig, zudem siedeln sich auf der Oberfläche gerne für den Menschen gefährliche Parasiten an. Des Weiteren entwickelt sich das leicht an Esskastanien erinnernde Aroma erst durch das Garen. Die harte Schale der Früchte ist ungenießbar, lässt sich aber mit den Fingern oder einem scharfen Messer und ein wenig Anstrengung gut öffnen.

Standort und Boden

Wassernüsse gedeihen nur in stehenden Gewässern, die warm und sonnig gelegen ist. Für Bachläufe und andere fließende Gewässer sind die Pflanzen ungeeignet, auch in Fischteiche sollten Sie sie besser nicht pflanzen. Wasser sowie der Untergrund sollten nährstoffreich und kalkarm sein – die Wassernuss ist nur wenig kalkverträglich. Am wohlsten fühlen sich Wassernüsse, wenn das Teichwasser leicht sauer ist. Dies erreichen Sie, indem Sie gepresste Torferde hinzufügen. Diese erhalten Sie im Fachhandel. Pflanzen Sie das Gewächs nur in Teiche, die zwischen 40 und 60 Zentimeter tief sind.

Wassernuss richtig pflanzen

Am einfachsten siedeln Sie die Wassernüsse auf Ihrem Gartenteich an, wenn Sie sie aussäen statt sie zu pflanzen. Das Saatgut – die bereits beschriebenen Nüsse – erhalten Sie im Gartenfachhandel. Versenken Sie diese im Herbst einfach im Wasser, sie wurzeln sich im Laufe der nächsten Monate ganz von allein im Teichgrund ein und treiben im folgenden Juni aus. Für einen durchschnittlichen Gartenteich rechnet man etwa zwei bis drei Pflanzen, die allerdings nicht in der Nähe der Pumpe ausgesiedelt werden sollten.

Im Frühjahr bietet der Fachhandel manchmal Wassernusspflanzen an, die Sie wie folgt auspflanzen:

  • Legen Sie die Pflanzen auf die ruhige Wasseroberfläche.
  • Verankern Sie sie mit einem Draht im Teichboden.

Die langen Stängel mitsamt den Wurzeln entwickeln sich anschließend, so dass die Pflanze nach einigen Wochen im Gartenteich angewachsen ist und sich selbst mit Nährstoffen versorgen kann.

Pflegetipps

Sofern die Standortansprüche der Wassernuss – ein sonniger Platz in einem stehenden Süßwasserteich mit einer Wassertiefe von bis zu 60 Zentimetern und einem sandig-schlammigen Untergrund – erfüllt werden, sind eventuelle Pflegemaßnahmen nicht notwendig. Die Pflanze ist bis zu Temperaturen von mindestens minus 22 Grad Celsius winterhart.

Einmal ausgesät, vermehrt sich die einjährige Wassernuss über Jahre praktisch von selbst. Sobald im Herbst die Blattrosette abstirbt, sinken die Nussfrüchte auf den Teichboden und überwintern dort. Im Frühjahr treiben aus ihnen lange, dünne Stängel aus, die in Richtung der Wasseroberfläche wachsen. Daraus entwickeln sich ab Juni die Blätter, die schließlich in einer schwimmenden Rosette auf dem Wasser aufliegen.

Wassernuss richtig schneiden

Um das Wasser nicht zu verunreinigen, sollten Sie im Herbst in kleinen Gartenteichen oder im Aquarium die welken Blätter abschneiden. In größeren Teichen ist diese Vorsichtsmaßnahme hingegen nicht notwendig.

Wassernuss vermehren

Eine gezielte Vermehrung der Wassernuss ist weder notwendig noch möglich. Die Pflanze vermehrt sich über die ausgebildeten Früchte von ganz allein, sofern die Standortbedingungen ihren Ansprüchen genügen. Die nussartigen Steinfrüchte, die im Grunde nichts weiter als spezialisierte Überwinterungsorgane darstellen, sinken im Herbst auf den Teichboden und treiben dann im folgenden Frühjahr zu neuen Pflanzen aus. Da jede Wassernuss während der Saison mehrere Früchte ausbildet, kann sich auf diese Weise im Laufe der Zeit ein dichter Teppich auf dem Gartenteich ausbilden. Damit die Vermehrung gelingt, sollten Sie die Wassernuss als einzige Wasserpflanze kultivieren, denn andere Arten wären Konkurrenten um die im Wasser vorhandenen Nährstoffe. Da Wassernüsse aber für die Ausbildung ihrer Früchte einen hohen Nährstoffbedarf haben, würde sie bei einer weiteren Teichbepflanzung und daraus folgendem Absinken des Nährstoffspiegels keine Früchte ausbilden und einfach absterben.

Im Herbst lassen sich die Nüsse noch vor dem Absinken entnehmen. Bewahren Sie sie bis zum erneuten Ausbringen in einem Behälter mit Wasser auf, wobei Sie dieses regelmäßig austauschen müssen. Verwenden Sie hierfür auf keinen Fall Leitungswasser, denn Wassernüsse vertragen keinen Kalk. Fügen Sie stattdessen aufgefangenem Regenwasser o. ä. saure, gepresste Torferde hinzu. Im Frühjahr lassen sich die Samen in warmem Wasser vorkeimen und können anschließend ins Freie gesetzt werden – gewöhnen Sie sie jedoch vor dem Auspflanzen langsam an die Klimaveränderung, damit sie nicht durch den Pflanzschock eingehen.

Ist der Teich schon dicht mit Wassernüssen besetzt, können Sie recht unkompliziert Teilpflanzen entnehmen und in andere Teiche verpflanzen.

Teilen

Wassernüsse lassen sich nicht teilen, da jede Nuss nur einen schwimmenden Stängel mit einer Blattrosette entwickelt.

Krankheiten und Schädlinge

Krankheiten sind bei Wassernüssen unbekannt, auch von Schädlingen wird die Wasserpflanze nicht befallen. Problematisch sind jedoch Pflegefehler bzw. ein ungeeigneter Standort.

Tipps

Wassernüsse lassen sich auch sehr gut in einem Wasserbassin im Haus – beispielsweise im Wintergarten oder in einem großen Aquarium – kultivieren. Allerdings dürfen in diesem Behältnis keine Fische schwimmen. Zudem müssen Sie durch Kunstlicht (z. B. LED-Pflanzenlampen) für die notwendige Lichteinstrahlung sorgen.

Arten und Sorten

Es sind zwei Varietäten der Wassernuss bekannt. Die auch bei uns heimische Trapa natans var. natans ist legal nur als Nachzucht erhältlich, der freien Natur dürfen Sie die vornehmlich in moorigen bzw. sumpfigen Gebieten wachsenden Pflanzen nicht entnehmen. Die hierzulande erhältlichen Nachzuchten aus Italien, Ungarn und Südfrankreich wachsen meist gut, bilden aber nicht immer Früchte aus.

Die aus China stammende Art Trapa natans var. bispinosa, auch als Singhara-Wassernuss oder Chinesische Zweidornige Wassernuss bezeichnet, ist ebenfalls über den Fachhandel erhältlich. Die Blätter dieser Varietät sind olivgrün und weisen auf der Blattspreite typischerweise sieben rötlich bis rötlichbraun gefärbte Parallelnerven auf. Die Art ist bei uns nicht winterhart und muss daher bei Kunstlicht im Wintergarten oder in einem Gewächshaus überwintert werden.

Text: Ines Jachomowski
Artikelbild: pisitpong2017/Shutterstock

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