Holunder giftig

Sind Holunderbeeren giftig?

Das Naschen von Holunderbeeren während der Ernte sollte sich der Hobbygärtner verkneifen, denn roh sind die Früchte alles andere als bekömmlich. Unter welchen Voraussetzungen sie sich in gesunde Kost verwandeln, erfahren Sie hier.

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Sambunigrin – Gift setzt Blausäure frei

In allen Pflanzenteilen eines Holunders ist das Glycosid Sambunigrin enthalten. Ähnlich dem Gift der Tollkirsche, setzt es Blausäure frei. Wer Holunderbeeren roh verspeist, leidet häufig unter Bauchschmerzen, Übelkeit und Erbrechen.

Abhilfe schaffen durch angemessenes Erhitzen

Es ist eine altbekannte Tatsache, dass eingekochte Holunderbeeren eine köstliche Marmelade oder einen erfrischenden Sirup ergeben. Auf dem Weg dorthin geht somit der Giftgehalt verloren. Wie in Versuchen festgestellt wurde, zersetzt sich Sambunigrin ab einer Temperatur von exakt 76,3 Grad Celsius. So sollten Sie die Früchte behandeln, um auf Nummer sicher zu gehen:

  • nur vollreife Beeren ernten
  • einzelne unreife Früchte aus den Dolden herauspflücken
  • sorgfältig alle Stiele entfernen
  • über mindestens 20 Minuten kochen bei mehr als 80 Grad Celsius

Durch Einfrieren wird die Toxizität von Holunderbeeren nicht behoben. Es spricht nichts dagegen, die Ernte für einige Zeit in der Tiefkühltruhe aufzubewahren. Vor dem Verzehr ist sie gleichwohl nach der beschriebenen Vorgehensweise zu erhitzen.

Rote Holunderbeeren entsteinen

Roh sind rote Holunderbeeren giftig, solange sie noch ihre Kerne enthalten. Daran ändert selbst das längste Kochen nichts. Möchten Sie gerne die roten Früchte in Ihren Speiseplan integrieren, kommen Sie somit um ein mühseliges Entsteinen nicht herum.

Tipps & Tricks

Als ein Relikt aus alter Zeit, hat sich bis heute die altdeutsche Bezeichnung ‚Fliederbeere‘ für Holunderbeeren im Sprachgebrauch gehalten. Entgegen landläufiger Meinung, haben dagegen aus botanischer Sicht ein Holunder und ein Flieder keine Gemeinsamkeiten.

GTH

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