Zaubernuss schneiden mit Fingerspitzengefühl

Die prächtige Zaubernuss hat eine Aversion gegen Schnittmaßnahmen aller Art. Gleichwohl kann es aus kosmetischen Gründen ratsam sein, kleinere Wachstumsfehler mit der Schere zu korrigieren. Diese Anleitung erklärt, wann und wie Sie den opulenten Blütenstrauch richtig schneiden.

Hamamelis schneiden
Die Zaubernuss wird nach der Blüte geschnitten

Zaubernuss nach der Blüte schneiden

Wenn der Winter den Garten noch fest im Griff hat, legt die Zaubernuss ihr Blütenkleid an. Von Ende Januar bis in den März hinein stimmt uns das Blütengehölz mit fröhlichen Farbtupfern auf den nahenden Frühling ein. Aufgrund der frühen Blütezeit öffnet sich das Zeitfenster für einen Rückschnitt, wenn die Blüten verwelkt sind.

Leichte Korrekturschnitte sind erlaubt

Mit kräftigen Schnitten ziehen Sie sich den Unmut der Blütenschönheit zu. Infolge des gemächlichen Wachstums hinterlässt jeder unbedachte Schnitt eine Lücke, die das gepflegte Erscheinungsbild für lange Zeit beeinträchtigt. Aus altem Holz treibt die Zaubernuss in der Regel überhaupt nicht mehr aus. Einen moderaten Korrekturschnitt toleriert das Ziergehölz dennoch. So schneiden Sie mit Fingerspitzengefühl:

  • Bestes Schneidwerkzeug: Baum- oder Gartenschere mit Bypass-Mechanik
  • Befrorene Zweige zurückschneiden bis ins gesunde Holz
  • Totholz am Ansatz, respektive auf Astring auslichten
  • Ungünstig positionierte, ins Strauchinnere oder quer wachsende Zweige abschneiden

Je jünger die Zaubernuss, desto besser verkraftet sie einen Rückschnitt und setzt das Wachstum fort. Um die Wuchsform zu regulieren, sollten formende Eingriffe bis zum fünften Standjahr absolviert sein. An älteren Exemplaren sollten Sie bedachtsam jeden einzelnen Schnitt planen und seine Notwendigkeit abwägen.

Zaubernuss für die Vase schneiden

Es spricht nichts dagegen, die winterliche Blütenpracht einer Zaubernuss ins Haus zu holen. Schneiden Sie blühende Zweige bitte so ab, dass kein langer Stummel stehen bleibt. Derartige „Kleiderhaken“ rufen Krankheitserreger und Schädlinge auf den Plan.

Lange Äste besser ableiten – so geht es

Sehen Sie sich gezwungen, einen langen Ast zu verschneiden, mildert eine spezielle Schnitttechnik die optischen Auswirkungen auf die Zaubernuss ab. In Gärtnersprache wird die Schnittführung Ableitung genannt. So geht es:

  • In Nähe der gewünschten Schnittstelle einen nach außen gerichteten, jungen Seitentrieb auswählen
  • Ausgedienten Ast abschneiden an der Gabelung zum jungen Holz
  • Schere oder Säge wenige Millimeter im alten Holz ansetzen

Der junge Seitentrieb garantiert dafür, dass im Strauch keine auffällige Lücke entsteht. Wählen Sie unter mehreren Kandidaten denjenigen Trieb, der in die gewünschte Wuchsrichtung weist. Sofern Sie keinen geeigneten Seitenzweig entdecken können, wählen Sie als Schnittpunkt eine vielversprechende Knospe.

Ein Ableitungsschnitt ist fernerhin das Mittel der Wahl, wenn Sie aus einem zu groß geratenen Zaubernuss-Strauch alte, überlange Äste herausnehmen möchten. Entfernen Sie pro Jahr nicht mehr als einen oder zwei überalterte Äste, nimmt Ihnen die Zaubernuss diesen Eingriff nicht übel.

Tipps

Anlass für einen ausnahmsweise radikalen Schnitt einer Zaubernuss geben freche Wildtriebe. Alles, was unterhalb der Veredelungsstelle sprießt, sollten Sie zeitnah entfernen. Zu identifizieren sind die unerwünschten Wasserschosse anhand andersartig geformter Blätter sowie einer steil aufwärts gerichteten Wuchsrichtung. Schneiden Sie einen Wildling am Ansatz ab oder reißen den Trieb mit einem beherzten Ruck ab.

Text: Paula Jansen
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