Wilde Pfirsiche

Wilde Pfirsiche sind meist gar nicht wild

Pfirsich ist nicht gleich Pfirsich: Die weltweit etwa 3000 verschiedenen Sorten der süßen "Frucht der Unsterblichkeit" unterscheiden sich in Aussehen, Geschmack und anderer Eigenschaften. Darunter gibt es auch Varietäten wie Nektarinen - die im Grunde nur haarlose Pfirsiche sind - sowie die so genannten Wildpfirsiche.

Wildpfirsich stammen aus kultiviertem Anbau

Seit einigen Jahren sind im Supermarkt so genannte „Wildpfirsiche“ erhältlich, die allerdings alles andere als wild sind. Die Früchte sehen aus wie platt gedrückte Kugeln, weshalb sie auch als Platt- oder Tellerpfirsiche bezeichnet werden. Weitere Sortenbezeichnungen sind u. a. Bergpfirsich oder Saturn-Pfirsich (wegen des Saturn-Ringes). Anders als der Name „Wildpfirsich“ vermuten lässt, werden diese flachen Varianten des Pfirsichs nicht in der Natur gepflückt, sondern ganz konventionell auf Obstplantagen angebaut.

Plattpfirsiche haben sehr feines Aroma

Allerdings übertreffen die flachen Pfirsiche ihre kugeligen Vettern hinsichtlich Geschmack und Saftigkeit bei Weitem: Plattpfirsiche haben ganz wunderbar feines Aroma, sind sehr süß und sehr saftig – allerdings nur, wenn sie auch tatsächlich am Baum ausgereift sind. Nachgereifte Pfirsiche werden naturgemäß niemals die Süße und Saftigkeit eines vollreifen Pfirsichs erlangen können. Die Tellerpfirsiche eignen sich hervorragend zum Rohverzehr, aber auch zum Einkochen bzw. für besondere Gerichte.

Plattpfirsiche im Garten anbauen

Unter der Bezeichnung „Tellerpfirsich“ oder „Saturnpfirsich“ können Sie im Obsthandel auch junge Plattpfirsichbäume kaufen, die Sie im eigenen Garten einpflanzen können. Diese Pfirsiche haben dieselben Ansprüche wie ihre normalen Vettern, sind allerdings besonders empfindlich im Hinblick auf die bei Pfirsichen weit verbreitete Kräuselkrankheit. Plattpfirsiche müssen ergo immer gespritzt werden.

Weitere wilde Raritäten

Statt den angeblich wilden Tellerpfirsichen können Sie auch weitere wilde Pfirsichraritäten pflanzen, die tatsächlich nicht jeder hat. Zu diesen gehören u. a.

  • Roter Wildpfirsich (aus Südrussland)
  • Weißer Chinapfirsich (Wildpfirsich aus Asien)

Der Rote Wildpfirsich

Diese Rarität stammt aus dem Süden Russlands und entwickelt mittelgroßé, gelbe bis rote Früchte. Der bis zu drei Meter hohe Strauch ist sehr robust, frosthart und zudem unempfindlich gegenüber der Kräuselkrankheit.

Der weiße Chinapfirsich

Auch diese spät reifende Sorte ist genau genommen kein Wildpfirsich, da sie im gesamten asiatischen Raum sehr oft und gern kultiviert wird. Die Früchte sind nur wenig rot, aber sehr aromatisch.

Tipps & Tricks

Wildpfirsiche, d. h. den Plattpfirsich, nur an besonders geeigneten Standorten anbauen und vor allem regelmäßig gegen die Kräuselkrankheit sowie andere Pilzkrankheiten behandeln.

Text: Ines Jachomowski

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