Keimlinge wann und wie pikieren?

Viel zu oft wird die Wichtigkeit dieser Maßnahme unterschätzt und je größer die Sämlinge werden, desto mehr zeigen sich die negativen Auswirkungen. Wer nicht pikiert, riskiert Wachstumsstörungen. Die Pflanzen können sich nicht kräftig genug entwickeln, sodass die Ernte leidet.

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Sämlinge werden vereinzelt, wenn sie die ersten erste Blattpaare gebildet haben

Den passenden Moment abwarten

Wann der richtige Zeitpunkt gekommen ist, hängt von der jeweiligen Art ab. Jedes Samenkorn benötigt unterschiedlich lange, bis es austreibt und die ersten Keimblätter entwickelt. Die anschließende Wachstumsgeschwindigkeit orientiert sich nach den Umgebungsbedingungen. Bei machen Sorten ist es bereits nach sieben bis zehn Tagen an der Zeit. Jeder Gärtner scheint beim Vereinzeln seine eigenen Regeln zu folgen. Idealerweise werden Sämlinge vereinzelt, wenn diese das erste Blattpaar entwickelt haben und der Stängel ausreichend Stabilität erreicht hat.

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Vorteile des Vereinzelns:

  • Jungpflanzen bekommen gleichmäßig Licht
  • Wurzeln entfalten sich ohne Konkurrenzdruck
  • Keimlinge entwickeln sich kräftiger

Die richtige Erde wählen

Ab jetzt benötigen die jungen Pflänzchen etwas mehr Nährstoffe, wobei ein zu nährstoffreiches Substrat zu Wurzelverbrennungen führt. Mischen Sie sich eine Anzuchterde aus Garten- oder Blumenerde, Sand und etwas Kompost und füllen Sie diese in die kleinen Pflanztöpfchen.

Welche Pflanztöpfe sind geeignet?

Das Material spielt eine untergeordnete Rolle. Sie können verschiedene Plastikbehälter nutzen, welche Ihrer Kultur ausreichend Möglichkeit für ein gesundes Heranwachsen bietet. Der Großteil aller Gemüsesorten gedeiht in Töpfchen mit einem Durchmesser zwischen acht und zwölf Zentimeter ideal. Größere Pflanzgefäße empfehlen sich für Gewächse wie Kürbisse oder Wildtomaten, die innerhalb kurzer Zeit eine beachtliche Größe erreichen.

Keimlinge einsetzen

Achten Sie darauf, dass die Hauptwurzel senkrecht im Pflanzloch sitzt und sich nicht nach oben biegt. Ist das der Fall, kürzen Sie die langen Wurzeln auf etwa zwei Zentimeter ein. Ansonsten leidet die Pflanze unter Wachstumsstörungen, was den späteren Ernteertrag beeinträchtigt.

Setzen Sie die Jungpflanzen etwas tiefer in die Erde. Bei Paprika und Tomaten wird diese Maßnahme bewusst durchgeführt, damit der Stängel direkt über dem Wurzelhals zusätzliche Wurzeln entwickelt. Schieben Sie das Loch zu und drücken Sie das Pflänzchen vorsichtig fest. Anschließende Bewässerungen mit einer Blumenspritze schlämmen offene Zwischenräume im Substrat zu.

Text: Christine Riel
Artikelbild: Simone Hu/Shutterstock

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