Anzuchterde

Zeit für Neuerungen: Welche Erde ist nach Anzuchterde perfekt?

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Die ersten Keimblätter sind da, doch die Anzuchterde reicht nicht mehr aus? Dieser Artikel stellt verschiedene Erdoptionen für die nächste Wachstumsphase Ihrer Jungpflanzen vor und gibt wertvolle Tipps zur Auswahl und zum Umtopfen.

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Welche Erde nach der Anzuchterde folgt, hängt von der Pflanze ab

Geeignete Erdoptionen nach der Anzuchterde

Sobald Ihre Sämlinge erste richtige Blätter entwickeln, benötigen sie eine neue Umgebung, um sich optimal zu entfalten. Hier eine Auswahl an Erden, die sich für diese Phase eignen:

  • Blumenerde: Blumenerde ist mit Torf, Sand und Perlit angereichert und bietet so ideale Bedingungen für eine Vielzahl von Pflanzen. Sie optimiert sowohl Drainage als auch Belüftung und ist eine hervorragende Wahl für Blütenpflanzen und Starkzehrer wie Tomaten, die einen erhöhten Nährstoffgehalt benötigen.
  • Gemüseerde: Dieses Substrat ist auf die Bedürfnisse von Gemüsepflanzen zugeschnitten und kombiniert Kompost, Torf, Sand und Perlit. Es deckt den mittleren Nährstoffbedarf ab und ist ideal für Kräuter und Gemüse wie Salat oder Karotten.
  • Universalerde: Als Allrounder unter den Gartenerden ist die Universalerde mit einer ausgewogenen Mischung aus Nährstoffen und Mineralien ausgestattet. Sie eignet sich sowohl für den Indoor- als auch den Outdoor-Gebrauch für eine breite Palette von Pflanzen.
  • Kräutererde: Speziell konzipiert, um das Wachstum aromatischer Kräuter zu fördern, zeichnet sich diese Erde durch ihre Leichtigkeit und gute Drainagefähigkeit aus. Sie ist mit Nährstoffen angereichert, die das gesunde Wachstum der Kräuter unterstützen.
  • Kompost: Kompost ist eine reichhaltige Quelle an organischen Nährstoffen und kann genutzt werden, um Anzuchterde oder andere Erdmischungen anzureichern und somit das Wachstum und die Gesundheit der Pflanzen zu fördern.

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Faktoren bei der Wahl der Erde

Bei der Auswahl der richtigen Erde für Ihre Pflanzen sollten Sie verschiedene Aspekte berücksichtigen:

  • Nährstoffgehalt: Pflanzen haben je nach Art unterschiedliche Nährstoffanforderungen. Während Starkzehrer wie Tomaten und Paprika eine nährstoffreiche Erde benötigen, kommen Schwachzehrer wie Kräuter mit weniger Nährstoffen aus. Anzuchterde, die meist nährstoffarm ist, fördert ein starkes Wurzelwachstum bei Jungpflanzen.
  • Struktur und Durchlässigkeit: Die Beschaffenheit der Erde ist entscheidend für eine gute Drainage und Belüftung des Wurzelraums. Eine lockere, krümelige Struktur, die durch Beimengungen wie Perlit oder Vermiculit erzielt wird, verhindert Staunässe und fördert gesundes Pflanzenwachstum.
  • pH-Wert: Ein angemessener pH-Wert zwischen 5,5 und 7 ist für die meisten Pflanzen ideal, da er die Nährstoffaufnahme erleichtert. Entsprechend der Pflanzenart kann die Erde mit Zusätzen wie Kalk oder Torf modifiziert werden, um den pH-Wert anzupassen.

Die Auswahl der passenden Erde ist ein entscheidender Schritt, um Pflanzen eine gesunde Grundlage für ihr Wachstum zu bieten.

Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Umtopfen

Für ein erfolgreiches Umtopfen der Jungpflanzen ist eine sorgfältige Vorbereitung und Ausführung entscheidend. Die folgende schrittweise Anleitung stellt sicher, dass der Übergang in das neue Zuhause Ihrer Jungpflanzen reibungslos verläuft.

  1. Vorbereitung der neuen Töpfe: Wählen Sie konisch zulaufende Töpfe mit Abtropflöchern im Boden, um eine optimale Drainage und einfaches späteres Umtopfen zu gewährleisten. Der Durchmesser des neuen Topfes sollte etwa 2-3 cm größer sein als der des aktuellen Topfes. Füllen Sie die Töpfe bis knapp unter den Rand mit einer qualitativ hochwertigen, idealerweise torffreien Erde.
  2. Vorbereitung der Pflanzen: Um den Stress für die Pflanzen zu minimieren und ihre Widerstandsfähigkeit zu fördern, sollten die Jungpflanzen etwa zwei bis drei Stunden vor dem Umtopfen gründlich gewässert werden. Dies erhöht die Flexibilität der Wurzeln und erleichtert das Herauslösen aus den aktuellen Gefäßen.
  3. Entfernen der Jungpflanzen: Verwenden Sie einen Pikierstab oder einen kleinen Löffel, um die Pflanzen vorsichtig an der Wurzelbasis aus ihren aktuellen Töpfen oder der Anzuchtschale zu heben. Achten Sie darauf, den Wurzelballen so intakt wie möglich zu lassen, um Stress und Beschädigungen zu vermeiden.
  4. Einpflanzen in die neuen Töpfe: Machen Sie ein ausreichend großes Loch in der Mitte des vorbereiteten Topfes, um die Jungpflanze aufzunehmen. Setzen Sie die Pflanze vorsichtig hinein und achten Sie darauf, dass die Wurzeln nicht zu stark gebogen oder gequetscht werden. Füllen Sie das Loch mit der umgebenden Erde und drücken Sie diese sanft an, um Hohlräume zu vermeiden.
  5. Nachbehandlung: Gießen Sie die neu umgetopften Pflanzen gründlich, um die Erde zu befeuchten und um sicherzustellen, dass die Wurzeln direkten Kontakt mit ihrem neuen Wachstumsmedium haben. Eine gleichmäßige Bewässerung fördert das Anwachsen und die Erholung von dem Umtopfprozess.

Indem Sie diesen Schritten folgen, ermöglichen Sie Ihren Jungpflanzen den bestmöglichen Start in ihrem neuen Zuhause und unterstützen ihre Entwicklung zu starken, gesunden Pflanzen.

Tipps für die Pflege von Jungpflanzen

Um Jungpflanzen optimal zu versorgen und sie zu kräftigen Pflanzen heranzuziehen, sind folgende Pflegetipps essentiell:

  • Licht: Eine gleichmäßige und ausreichende Belichtung ist entscheidend, um ein gesundes Wachstum zu fördern und ein Vergeilen der Pflanzen zu verhindern. Idealerweise sollte die Beleuchtung über den Tag verteilt für etwa 12-16 Stunden gewährleistet sein. Falls natürliches Licht nicht ausreicht, kann mit Anzuchtlampen nachgeholfen werden.
  • Temperatur: Eine warme Umgebung mit Temperaturen um die 20 Grad Celsius bildet die ideale Basis für das Wachstum der Jungpflanzen. Es ist darauf zu achten, dass die jungen Gewächse vor kalter Zugluft geschützt werden.
  • Bewässerung: Die Erde sollte stets leicht feucht gehalten werden, ohne dass es zu Staunässe kommt. Eine Sprühflasche ist ideal für die Bewässerung, da sie ein sanftes Befeuchten ohne Erosion oder Beschädigung der jungen Pflanzen ermöglicht. Lassen Sie die oberste Schicht vor der nächsten Bewässerung leicht antrocknen.
  • Düngung: In den ersten Wochen nach dem Pikieren ist in der Regel keine Düngung notwendig, da die Anzuchterde genügend Nährstoffe enthält. Bei ersten Anzeichen eines verstärkten Nährstoffbedarfs kann mit einer verdünnten Lösung eines organischen Flüssigdüngers begonnen werden, idealerweise alle 2-4 Wochen.
  • Umgang mit direkter Sonneneinstrahlung: Vermeiden Sie, insbesondere an den ersten Tagen nach dem Pikieren, die direkte Einstrahlung starker Mittagssonne, um Stress und Schädigungen der jungen Blätter zu vermeiden. Gewöhnen Sie die Pflanzen schrittweise an intensiveres Licht.

Durch die Beachtung dieser Pflegetipps schaffen Sie eine optimale Umgebung für die Entwicklung starker und gesunder Pflanzen.

Bilder: Ingo Bartussek / stock.adobe.com