Richtige Vorgehensweise beim Pikieren von Sämlingen

Von den Samen bis zu erntereifen Nutzpflanzen vergeht viel Zeit, in der bestimmte Maßnahmen wichtig sind. Das Pikieren gehört dazu, denn nur so können sich kräftige und stabile Pflanzen entwickeln. Mit dem richtigen Grundwissen ist das Vereinzeln ein Kinderspiel.

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Ein Pikierstab erleichtert das Pikieren erheblich

Vorbereitung

Wenn die Jungpflanzen in der neuen Erde stehen, müssen sie sämtliche Energie in die Ausbildung und Festigung ihrer Wurzeln investieren. Während dieser Zeit ist die Nährstoffaufnahme eingeschränkt. Daher ist es wichtig, dass Sie nur die kräftigsten Exemplare für die weitere Zucht auswählen und vereinzeln.

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Um den Sämlingen eine gute Basis für ein gesundes Wachstum zu bieten, empfiehlt sich die Gabe eines Flüssigdüngers in stark verdünnter Konzentration einen Tag vor dem Pikieren. Gießen Sie die Pflänzchen einige Stunden, bevor Sie diese aus dem Pflanzgefäß holen.

Pflanztöpfe präparieren

Befüllen Sie kleine Plastikgefäße mit einer nährstoffarmen Anzuchterde und wässern Sie das Substrat gründlich. Dadurch sackt es zusammen, sodass Sie den freien Raum auffüllen können. Stechen Sie Löcher in die feuchte Erde, in denen die gesamten Wurzeln der Keimpflänzchen Platz finden.

Tipps

Torffreie Töpfchen aus Zellulose eignen sich ideal als Pflanzgefäß, denn sie können später mit in die Erde gesetzt werden.

Richtig pikieren

Sie sollten mit diesem wichtigen Arbeitsschritt nicht zu lange warten, denn die wachsenden Keimlinge konkurrieren zunehmend um Licht, Wasser und Nährstoffe. Es kommt schnell zu Fehlbildungen. Die Stängel schießen in die Höhe und werden instabil, bis sie schließlich umknicken. Je früher Sie mit der Vereinzelung beginnen, desto besser. Sobald die Keimblätter voll entwickelt sind, geht die Prozedur los:

  • Pikierstab direkt neben die Pflanze in die Erde stechen
  • Wurzeln des Keimlings aus dem Substrat hebeln
  • so viel Erdbröckchen wie möglich ausheben und Wurzelverletzungen vermeiden
  • direkt einpflanzen oder auf einem feuchten Küchentuch zwischenlagern

Sollte die Hauptwurzel zu lang für das neue Pflanzloch sein, können Sie diese etwas einkürzen. Das regt zugleich die Ausbildung von Wurzelverzweigungen an. Achten Sie darauf, dass das Wurzelwerk senkrecht in der Erde sitzt und sich nicht nach oben biegt. Drücken Sie die Wurzeln vorsichtig mit dem Pikierholz an und verschließen Sie Erdlöcher.

Text: Christine Riel
Artikelbild: Miriam Doerr Martin Frommherz/Shutterstock

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