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Walnuss-Fliege: Effektive Vorbeugung und Bekämpfungsmethoden

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Die Walnussfruchtfliege stellt eine ernstzunehmende Bedrohung für Walnussbäume dar und kann zu erheblichen Ernteverlusten führen. Dieser Artikel beschreibt das Aussehen, die Biologie und die Verbreitung des Schädlings sowie wirksame Methoden zur Vorbeugung und Bekämpfung.

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Die Larven der Walnussfruchtfliege fressen das Fruchtfleisch der Walnuss auf

Aussehen und Biologie der Walnussfruchtfliege

Die Walnussfruchtfliege (Rhagoletis completa) ist 4 bis 6,5 mm groß und hat eine orange-braune Färbung mit einem gelben Schildchen auf dem Rücken. Die Flügel sind durch drei schwarze Bänder gekennzeichnet, wobei das äußerste Band eine verlängerte L-Form besitzt. Die Larven, auch Maden genannt, sind weißlich-gelb und erreichen im letzten Larvenstadium eine Länge von 8 bis 10 mm. Sie gehört zur Familie der Bohrfliegen (Tephritidae) und hat einen einjährigen Lebenszyklus, wobei die Puppen im Boden überwintern. Ab Ende Juni, abhängig von der Temperatur, schlüpfen die erwachsenen Fliegen. Ihre Hauptflugzeit liegt in den Sommermonaten, insbesondere im August, doch sie können bis in den späten Herbst aktiv sein.

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Eiablage und Larvenentwicklung

Die Eiablage erfolgt in die grüne Fruchtschale der Walnüsse, wobei Weibchen bis zu 15 Eier pro Nuss legen und die befallenen Früchte mit einem Pheromon kennzeichnen. Nach fünf bis sieben Tagen schlüpfen die gelblichen Larven und fressen für drei bis fünf Wochen am Fruchtfleisch, wodurch die Fruchtschale weich, schwarz und schleimig wird. Nach der Fraßtätigkeit lassen sich die Larven entweder selbst aus der Fruchtschale fallen oder fallen mit den Nüssen zu Boden, wo sie sich einige Zentimeter tief eingraben und verpuppen. Einige Puppen bleiben bis zu zwei Jahre im Boden, bevor sie schlüpfen.

Schadsymptome und Auswirkungen auf die Nussqualität

Die Fraßtätigkeit der Larven führt zur Schwärzung, Erweichung und Verschleimung des Fruchtfleischs. Befallene Früchte enthalten oft hell gefärbte Maden und werden unansehnlich. Starker Befall kann die Nussschale schwarz färben und den Nusskern schädigen, was zu vermindertem Nussgewicht, einem höheren Anteil unentwickelter Kerne und eingeschränkter Lagerfähigkeit führt. Häufig sind die Nüsse aufgrund der Fraßschäden ungenießbar.

Verwechslungsmöglichkeiten mit anderen Schaderregern

Schwarze Fruchtschalen können auch durch Pilz- und Bakterienbefall entstehen, insbesondere durch den Marssonina-Blattfleckenpilz oder den bakteriellen Walnussbrand. Andere helle Fliegenmaden können im faulen Fruchtfleisch vorkommen, jedoch meist nur als sekundäre Fäulnisfresser. Im Gegensatz zu diesen Schaderregern schädigt die Walnussfruchtfliege ausschließlich die Früchte, nicht aber Blätter, Stamm, Äste oder Wurzeln.

Wirtspflanzen und Verbreitung

Die Hauptwirtspflanzen der Walnussfruchtfliege sind die Echte Walnuss (Juglans regia) und die Schwarze Walnuss (Juglans nigra). Ursprünglich im Südwesten Nordamerikas beheimatet, wurde die Walnussfruchtfliege Ende der 1980er Jahre erstmals in Europa festgestellt. Seither breitet sie sich kontinuierlich aus und kommt inzwischen in vielen europäischen Ländern, einschließlich aller Bundesländer Österreichs, vor.

Vorbeugung und Bekämpfung der Walnussfruchtfliege

Die Bekämpfung der Walnussfruchtfliege erfordert verschiedene Maßnahmen:

  • Gelbe Klebefallen: Diese helfen den Flugbeginn zu bestimmen und einen Teil der adulten Fliegen abzufangen, um den Befall zu reduzieren. Hängen Sie die Fallen von Ende Juni bis Ende Juli auf.
  • Frühe Behandlung befallener Früchte: Befallene Früchte sollten frühzeitig behandelt oder vernichtet werden, etwa durch Tiefkühlen oder Verbrennen, solange sich die Larven noch in den Früchten befinden.
  • Bodenabdeckung: Das Abdecken des Bodens unter Nussbäumen mit engmaschigem Netz oder schwarzem Vlies verhindert die Verpuppung und das Schlüpfen der Fliegen. Diese Maßnahme sollte von Ende Juni bis in den Herbst beibehalten werden.
  • Hühnerhaltung: Hühner unter den Walnussbäumen können die Puppen im Boden fressen und somit die Population reduzieren.
  • Sorgfältige Ernte: Ernten Sie die Walnussbäume vollständig ab und sammeln Sie regelmäßig am Boden liegende Nüsse auf, um befallene Früchte zu vernichten. Diese gehören in den Restmüll.
  • Sortenwahl: Wählen Sie früh reifende oder widerstandsfähige Sorten wie ‘Geisenheim’ und ‘Parisienne’, die weniger anfällig sind.
  • Pflanzenschutzmittel: Aktuell zugelassene Pflanzenschutzmittel gegen die Walnussfruchtfliege können im Pflanzenschutzmittel-Register eingesehen werden.

Durch die Kombination dieser Maßnahmen können Sie den Befall der Walnussfruchtfliege effektiv reduzieren und die Erntequalität Ihrer Walnüsse sichern.

Bilder: Landshark1 / Shutterstock