Vom Steckling zur fertigen Vanille Orchidee – So gelingt es

Ihre adulte Vanille liefert reichlich grünes Ausgangsmaterial für die vegetative Vermehrung. Statt Jungpflanzen für teures Geld im Fachhandel zu erwerben, züchten Sie sich mit Stecklingen einfach weitere Exemplare heran - und das zum Nulltarif. Diese Anleitung erklärt, wie Sie es richtig machen.

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Bester Zeitpunkt ist im Frühsommer – So schneiden Sie Stecklinge richtig

Steht eine Vanille voll im Saft, pulsiert das florale Leben bis in die Triebspitzen. Zu dieser Zeit erhalten Sie die vitalsten Stecklinge der Saison. Wählen Sie eine gesunde, nicht blühende Ranke. Diese zerschneiden Sie in Teilstücke mit mindestens 3 Blattpaaren. Das untere Blattpaar wird entfernt, um die Austriebsfläche für die neuen Wurzeln zu vergrößern.

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Bitte markieren Sie an jedem Steckling die Polarität. Wird ein Ableger versehentlich in umgekehrter Wuchsrichtung ins Substrat eingesetzt, wird er nicht bewurzeln. Führen Sie fernerhin alle Schnittarbeiten mit schützenden Handschuhen aus. Der Pflanzensaft einer Vanille Orchidee ist leicht giftig und kann unangenehmen Juckreiz auslösen.

Schritt-für-Schritt-Anleitung

Neben den vorbereiteten Stecklingen, stellen Sie bitte noch kleine Töpfe für die Bewurzelung bereit. Als Substrat empfehlen wir magere Anzuchterde oder einen Mix aus Torf und Sand. In diesen Schritten geht es weiter:

  • Das empfohlene Substrat in den Topf füllen und anfeuchten mit kalkfreiem Wasser
  • Mit einem Pikier- oder Holzstab das Pflanzloch für jeden Steckling vorbohren
  • Darin je Topf einen Ableger zur Hälfte einpflanzen, wobei keine Blätter unter die Erde kommen dürfen
  • Einen Stützstab ins Substrat stecken und den Steckling daran locker anbinden

Zum guten Schluss stülpen Sie noch eine transparente Plastiktüte über das Gefäß, um ein tropisch feuchtes Mikroklima zu generieren. Am hellen bis halbschattigen Fensterplatz halten Sie bei 25 Grad Celsius das Substrat konstant leicht feucht und lüften die Haube täglich.

Tipps

Die Qualität Echter Vanille aus dem Reich von Mutter Natur ist nach wie vor unerreicht. Alle Versuche einer synthetischen Herstellung liefen bislang ins Leere. Einziges Ergebnis ist der wohlbekannte Vanillinzucker aus dem Ladenregal, das es mit Bourbon-Vanille auch nicht ansatzweise aufnehmen kann. Während künstliches Vanillin lediglich einen einzigen organischen Bestandteil enthält, setzt sich natürliche Vanille aus mehr als 250 organischen Komponenten zusammen.

Text: Paula Jansen

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