So züchten Sie Ihre eigene Vanille – Tipps für Bestäubung und Pflege

Um Vanilleschoten in Eigenregie zu züchten, werden Sie im Fachhandel nach Saatgut vergeblich Ausschau halten. Die Samen einer Vanille Orchidee sind für diesen Zweck ungeeignet. Besser ist, Sie erwerben eine Jungpflanze, die Sie mit liebevoller Pflege zur Blüte animieren und manuell bestäuben. Wie der Prozess erfolgreich verläuft, finden Sie hier heraus.

Vanille selber ziehen
Wer selbst eine Vanille züchten will, steht vor keiner einfachen Aufgabe

Mit der richtigen Pflege zur Blüte – So gelingt es

Die Vanille Orchidee wünscht sich ganzjährig einen hellen bis sonnigen Standort mit warmen Temperaturen von 18 bis 25 Grad Celsius. Darüber hinaus ist eine hohe Luftfeuchtigkeit von 60 bis 70 Prozent ideal, sodass ein Badezimmer oder Spa-Raum perfekt geeignet ist. Verwöhnen Sie die anspruchsvolle Pflanze mit dieser Pflege, lässt die Blüte nicht lange auf sich warten:

  • Die spezielle Orchideenerde erst dann gießen, wenn sie gut angetrocknet ist
  • Zum Gießen ausschließlich zimmerwarmes, kalkfreies Wasser verwenden
  • Von April bis September alle 14 Tage mit flüssigem Orchideendünger in halber Konzentration versorgen
  • Alle 2 bis 3 Tage die Vanille mit kalkfreiem Wasser besprühen

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Stellen Sie Ihrer Vanille Orchidee eine Kletterhilfe zur Verfügung oder setzen sie in eine große Hängeampel, stets mit Blick auf einen ausreichenden Zugang zu Sonnenlicht.

Zeitfenster für die Bestäubung ist nur kurz geöffnet

Hat sich Ihre Vanille Orchidee zur Blüte entschlossen, öffnet sich innerhalb des Blütenstandes täglich eine Knospe für wenige Stunden. Nutzen Sie diese Gelegenheit für eine manuelle Bestäubung zwischen 6 und 12 Uhr. Als Zwitterpflanze verfügt jede Blüte über weibliche und männliche Organe, die lediglich durch eine Membran getrennt sind. Mit einem Zahnstocher nehmen Sie die männlichen Pollen auf und übertragen diese auf die darunter liegende, weibliche Narbe.

Im Laufe von kommenden 6 bis 9 Monate verwandeln sich die Blüten in lange, grüne Schoten, die aus der Ferne an Stangenbohnen erinnern. Darin reift das ersehnte Vanillemark heran. Setzen Sie während dieser Zeit das Pflegeprogramm unvermindert fort mit mäßigem Gießen und regelmäßigem Düngen.

Tipps

Vanilleschoten sind bei häufigem Kontakt schwach giftig. Ebenso löst der in Blüten und Blättern enthaltene Pflanzensaft Hautirritationen aus, was sich in heftigem Juckreiz äußert. Sofern Sie Vanille in größeren Mengen züchten, empfehlen wir für alle Pflege- und Erntearbeiten das Tragen schützender Handschuhe.

Text: Paula Jansen

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