So reifen grüne Tomaten nach

Klopft der Herbst an die Gartentüre, reifen grüne Tomaten nun nicht mehr nach. Das ist kein Grund, dem frischen Genuss nachzutrauern. Wir kennen einige Kniffe, wie Tomaten nachreifen. Die folgenden Zeilen lüften das Geheimnis.

Tomaten nachreifen

Mit Wärme und Geduld zur Nachreife

Grüne Tomaten bergen ein erhebliches gesundheitliches Risiko. Selbst wenn sich nur einige wenige grüne Stellen darauf zeigen, ist der Gehalt an giftigem Solanin bedenklich. Während der Saison ernten erfahrene Hobbygärtner ihre Tomaten daher nur im vollreifen Zustand. Das bedeutet nicht, dass die letzten Tomaten des Jahres auf den Müll wandern. So reifen die grünen Früchte nach der Ernte im Haus nach:

  • alle Tomaten pflücken, die sich vom Fruchtstiel her gelb oder rot färben
  • in Zeitungspapier wickeln und bei 18 bis 20 Grad Celsius lagern
  • alternativ in einen ausgedienten Schuhkarton legen, ohne dass sich die Früchte berühren

Exemplare mit stellenweisem Schimmel oder fauligen Flecken wandern auf den Kompost. Es ist nutzlos, grüne oder schlechte Stellen herauszuschneiden. Das Solanin verbleibt ebenso in den Tomaten, wie Pilzsporen oder Bakterien.

Wie ein Heizungsraum unreifen Tomaten nachhilft

Trägt eine Tomatenpflanze noch einen üppigen Fruchtbehang, müssen nicht sämtliche Früchte einzeln geerntet werden. Da für die Nachreife einzig Wärme erforderlich ist, übernimmt der Heizungsraum eine ungewohnte Aufgabe.

Ziehen Sie das komplette Gewächs einschließlich der Wurzeln aus dem Boden. Nun tragen Sie es vorsichtig in den Keller, wo in der Regel der Heizungsraum schön warm ist. Hier hängen Sie die Pflanze an einer Schnur kopfüber von der Decke. Nach wenigen Tagen pflücken Sie pralle, reife Tomaten. Die Blätter sollten an den Trieben verbleiben, weil sie noch wertvolle Nährstoffe abgeben.

Äpfel und Bananen treiben Tomaten zur Reife an

Reifes Obst und Gemüse verströmt Ethylen. Diese gasförmige, organische Verbindung wirkt sich positiv auf den Reifeprozess anderer Früchte aus. Platzieren Sie daher einen Apfel oder eine Banane in unmittelbarer Nähe grüner Tomaten am warmen Ort. Mit diesem Trick treiben Sie die unreifen Früchte an, sich zu färben und Solanin abzubauen.

Aufbewahrt in einem Pappkarton oder einer Papiertüte, sind die Tomaten zusätzlich geschützt vor lästigen Fruchtfliegen und anderen Schädlingen. Wichtig zu beachten ist, dass die Früchte während der Nachreife keiner feuchten Umgebung ausgesetzt werden.

So gelingt die Nachreife im Beet

Kein Platz im Haus, um Tomaten nachreifen zu lassen? Das ist kein Grund, vor grünen Früchten zu kapitulieren. Im Freiland gelingt das Vorhaben so:

  • die Tomatenpflanze umknicken und auf eine Holzlatte legen
  • die Früchte dürfen keinen Bodenkontakt haben
  • ein mobiles Frühbeet darüber aufstellen und mit blickdichtem Vlies bedecken

Tipps & Tricks

Kluge Wissenschaftler fanden heraus, dass eine unter Tomatenpflanzen ausgebreitete rote Folie die Reife beschleunigt. Die langwelligen Lichtimpulse mobilisieren ein Protein, das den Früchten signalisiert, dass andere Pflanzen bereits reife Tomaten tragen. Es hat sich herausgestellt, dass sie deren Vorsprung nacheifern. Gut sortierte Gartencenter führen die dunkelrote Folie mittlerweile im Sortiment.

Text: Paula Jansen
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