Dürfen Tomaten grün geerntet werden?

Fällt im Herbst die Quecksilbersäule unter die 10-Grad-Marke, reifen grüne Tomaten im Freiland nicht mehr aus. Warum Sie jetzt vorzeitig ernten sollten und wie Sie trotzdem vollreife Früchte genießen können, erfahren Sie hier.

Tomaten grün ernten

Grüne Tomaten ernten? Ja – Grüne Tomaten verzehren? Nix da

Tomaten enthalten ein giftiges Alkaloid als natürliche Verteidigungsmaßnahme. Im unreifen Zustand befindet sich die Konzentration von Solanin auf einem für Menschen gesundheitsgefährdenden Niveau. Der Verzehr einer einzigen grünen Tomate verursacht heftige Übelkeit und schlimmes Bauchweh. Im Verlauf der Reife baut sich der hohe Pegel des Giftstoffes ab. Gut zu wissen, dass eine Tomate hierzu nicht zwingend an der Pflanze baumeln muss.

Verhindern im Herbst kühle Temperaturen den natürlichen Reifeprozess, greifen kundige Hobbygärtner daher zu Plan B. Als hätte Mutter Natur ein Nachsehen, stattete sie Tomaten nämlich mit der Fähigkeit zur Nachreife aus. Geerntet werden die grünen Tomaten, wie ihre vollreifen Kollegen. Was dann folgt, ist ebenso simpel wie genial.

So reifen grüne Tomaten nach

Sofern Sie nicht eine der seltenen grünen Tomatensorten anbauen, unterwerfen Sie die unreifen Früchte einer Nachreife. So gehen Sie vor:

  • grüne Tomaten ernten, die sich vom Ansatz aus gelb oder rot färben
  • jede Frucht einzeln in Zeitungspapier einwickeln
  • am warmen Ort ohne pralle Sonneneinstrahlung lagern
  • Temperaturen von 18 bis 20 Grad fördern den Reifeprozess
  • alternativ in einen Pappkarton legen, gemeinsam mit einem vollreifen Apfel oder einer Banane

Fallen schon früh im Jahr die Temperaturen, präsentieren Tomatenpflanzen häufig noch einen üppigen Fruchtbehang. In diesem Fall ziehen Sie die gesamte Pflanze aus dem Boden. Wenn möglich belassen Sie die Rankhilfe zur Stabilisierung noch an den Trieben. Im warmen Heizungsraum hängen Sie den Stängel kopfüber an die Decke. Die Tomaten reifen innerhalb weniger Tage nach und können ganz normal geerntet werden.

Tipps & Tricks

Das toxische Solanin befindet sich ebenfalls in allen grünen Pflanzenteilen, ohne sich abzubauen. Lassen Sie daher nicht ihre verspielte Katze daran knabbern oder mischen die Blätter unter das Grünfutter für Kaninchen. Ihre pelzigen Hausgenossen werden diese Mahlzeit nicht heil überstehen.

Text: Paula Jansen
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