Teichfolie: wie kann man die richtige Größe berechnen?

Teichfolien werden im Allgemeinen direkt in den benötigten Maßen bestellt, und vom Hersteller bereits auf dieses Maß zusammengeschweißt. Wie man die richtigen Maße ermittelt und die benötigte Größe der Teichfolie berechnet, und was dabei zu beachten ist, lesen Sie in diesem Beitrag.

Teichfolie wie viel
Es ist ärgerlich, wenn zu viel oder zu wenig Teichfolie gekauft wird

Grundlegende Maße

Die drei grundlegenden Maße, die für einen Gartenteich eine Rolle spielen, sind:

  • Länge
  • Breite und
  • Tiefe des Teichs

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Dabei sollte auch auf den späteren Verwendungszweck schon bei der Planung Rücksicht genommen werden.

Beispiel Fischteich

So sind Teiche mit Fischbesatz beispielsweise immer mit mindestens 1 m Tiefe vorzusehen. Außerdem sollten die Fische, die man darin unterbringen möchte, auch ausreichend Platz haben. Wie groß dieser Platzbedarf ist, hängt dann wiederum von der Fischart ab.

Kois, die oft eine beachtliche Körperlänge von bis zu 80 cm erreichen können, brauchen natürlich auch ausreichend Platz im Teich. Wenn Sie dagegen die pflegeleichten Moderlieschen einsetzen, die nur 9 cm lang werden und sich gern in Schwärmen von rund 15 Tieren bewegen, brauchen Sie etwas weniger Platz (aber dennoch ausreichend viel, damit sich die Fische artgerecht im Schwarm versammeln können).

Informieren Sie sich in diesem Fall zuvor über die benötigten Maße, die Ihr Teich haben sollte, und planen Sie danach. Die Größe der Teichfolie ergibt sich dann aus den Maßen des Teichs.

Detailmaße für die Folie

Ein Teich ist nicht an allen Stellen gleich tief, sondern hat an jeder Seite eine Böschung. Um diesen Umstand zu berücksichtigen, müssen Sie etwas genauer rechnen. Wir zeigen das an einem kleinen Beispiel.

Die maximale Länge unseres Gartenteichs soll 5 m betragen. Die maximale Breite (an der breitesten Stelle) soll 4 m betragen. An der tiefsten Stelle soll unser Teich 1,50 Meter tief sein.

Nun kommen folgende Formeln zum Einsatz:

Folienlänge = Maximale Länge + 2 x maximale Tiefe + Überlappung
Folienbreite = Maximale Breite + 2 x maximale Tiefe + Überlappung
Als Überlappung können Sie immer rund 80 cm kalkulieren. Damit sind bereits Randbebauung und Kapillarsperre gut mit berücksichtigt.

Somit ergibt sich bei unseren Teichmaßen folgende benötigte Foliengröße:

5 m + (2 x 1,50 m) + 0,8 m = 8,80 m als Folienlänge
4 m + (2 x 1,50 m) + 0,8 m = 7,80 m als Folienbreite

Seien Sie sich bewusst: Diese Berechnung ist allerdings nur eine Näherungsrechnung. Vor allem die Böschungsstrecken werden hier nur sehr ungenau erfasst.

Detailmaße ausmessen

Wenn Sie sehr exakte Längen und Breitenmaße Ihrer Folie haben wollen, können Sie auch ganz einfach Ihren Teich ausmessen:

Legen Sie ein Maßband über die Böschung und durch den ganzen Teich, berücksichtigen Sie dabei auch die Kapillarsperre auf beiden Seiten. Ihr Maßband wird Ihnen einen sehr genauen Anhaltspunkt dafür liefern, wie lang und wie breit Ihre Folie sein muss.

Rastermaße

Um den Folienbedarf, gerade bei unregelmäßig geformten Teichen, genauer zu berechnen, können Sie auch einen Rasterplan erstellen. Das hilft Ihnen, den Folienbedarf auch dort einigermaßen gut abzuschätzen, wo die Länge oder die Breite des Teichs variiert.

Beim Ermitteln des Rastermaßes wird einfach eine gedachte Mittellinie durch den Teich gezogen. In regelmäßigen Abständen wird dann von der Mittellinie ausgehend nach links und rechts die Breite des Teichs in diesem Abschnitt gemessen und auf dem Plan als Rasterbreite eingetragen.

Gerade bei unregelmäßig geformten Teichen hilft das, eine Vorstellung zu bekommen, wie viel Folie Sie tatsächlich benötigen und an welcher Stelle der Teich wie breit ist. Vergessen Sie dabei beim Messen nicht, die benötigte Folienlänge für die Randgestaltung bei jedem Meßpunkt mit zu berücksichtigen (mindestens 50 cm auf jeder Seite, besser etwas mehr)

Als Meßabstand sollten Sie am besten die Breite einer vom Hersteller angebotenen Folienbahn zugrunde legen. Das hilft dem Hersteller, bei der Produktion der Folie und beim Zusammenschweißen der Folien geplant vorzugehen. Vergessen Sie dabei nicht, auf Ihrem Rasterplan unbedingt die Position der Mittellinie einzuzeichnen und die Abstände links und rechts jeweils gesondert zu beschriften!

Einschränkungen bei Rastermaß-Folien

Sie sollten dabei daran denken, dass Folien, die für Sie im Rastermaß angefertigt werden, beim Hersteller später nicht mehr reklamiert werden können.

Dazu kommt, dass diese Folien oft mit einem kleinen Zuschlag (meist rund 10 %) zum eigentlichen Quadratmeterpreis für die Gartenteichfolie versehen sind. Sie kommen durch die Rastermaß-Bestellung also immer etwas teurer. Meist rechnet sich das aber durch den geringeren Verschnitt gegenüber einer Folie in Rechteckform, den Sie in diesem Fall ja nicht mitbezahlen müssen.

Komplexe Rastermaße

Bei Teichen kann es vorkommen, dass auch die Seitenwände nicht gleichmäßig ansteigen, sondern in Terrassenform angelegt sind. Eine sogenannte Uferterrasse anzulegen, empfiehlt sich ohnehin schon bei den meisten Teichen.

Um diese Maße auch mit zu berücksichtigen, können Sie Ihren Rasterplan entsprechend erweitern. Markieren Sie darauf die Breite jeder Terrasse und geben Sie bei jedem Teilstück die entsprechende Tiefe an. So lässt sich die Folie entsprechend genauer kalkulieren, da Sie ja etwas mehr Folienbreite und Länge benötigen als bei einer gewöhnlichen schrägen Böschung.

Tipps

Bei sehr komplizierten Teichformen mit mehreren Terrassen sollten Sie die Kalkulation sicherheitshalber dem Hersteller überlassen, der mehr Erfahrung darin hat. Fragen Sie, ob Sie einfach die Teichskizze übergeben dürfen.

Text: Gartenjournal.net

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