Welche Teichfolie für den Gartenteich?

Als Teichfolien kommen unterschiedliche Materialien in unterschiedichen Stärken zum Einsatz. Jede dieser Folienarten hat dabei ihre besonderen Vor- und Nachteile. Welche das sind, und welche Teichfolie Sie brauchen, lesen Sie in unserem Beitrag.

Teichfolie Unterschiede
Teichfolien gibt es aus unterschiedlichen Materialien und in verschiedenen Stärken

Materialien

Teichfolien können aus unterschiedlichen Materialien bestehen. Die verbreitetsten sind dabei:

  • PVC
  • PE und
  • EPDM, ein besonders, auf Kautschuk basierendes Material

Daneben gibt es noch einige spezielle Folien aus besonderen Geotextilien, die aber selten verwendet und im privaten Gartenbau praktisch überhaupt nicht eingesetzt werden.

PVC-Folien

PVC-Folien haben unter den Folientypen die meisten Nachteile:

  • die Folien weisen generell eine sehr kritische Umweltbilanz beim Einsatz auf
  • das Entsorgen von PVC ist ökologisch höchst bedenklich
  • mit der Zeit dünsten Weichmacher ins Wasser aus (obwohl viele Folien heute zumindest keine hoch giftigen Stoffe abgeben)
  • für Lebewesen im Teich sind PVC-Teichfolien nicht gut geeignet
  • die Haltbarkeit der Folie ist eingeschränkt (Weichmacher dünsten aus, die Folie wird spröde und undicht
  • nach einigen Jahren kann es wegen der fehlenden Weichmacher und der spröden Folie bereits schwierig sein, Reparaturen durchzuführen

Trotz der Nachteile ist die PVC-Folie die eindeutig am häufigsten verwendete Folie auf dem Markt und auch beim professionellen GaLa-Bau. Verwendet werden heute oft „Sandwich-Folien“ aus unterschiedlichen Materialien, um die Eigenschaften wenigstens ein klein wenig zu verbessern – ganz gelingt das aber nicht.

Was als Vorteil für die PVC-Folie spricht, ist lediglich der (deutlich) günstigere Preis. PE-Folien haben zumindest umwelttechnisch eine etwas bessere Bilanz als PVC-Folien. Die anderen Eigenschaften sind nur geringfügig besser.

EPDM-Folien

EPDM ist ein synthetisches Kautschuk-Material (Ethylen-Propylen-Dien-M-Gruppe). Es weist einige interessante Eigenschaften auf, darunter die hohe Witterungsresistenz. Daneben sind aber auch einige andere Eigenschaften gerade für den Teichbau interessant:

  • die insgesamt hohe Haltbarkeit der Folie (bis zu 50 Jahre, teilweise werden auch bis zu 20 Jahre Garantie auf die Folie gegeben)
  • die hohe Elastizität (selbst bei tiefen Temperaturen und bis zu 300 % Dehnbarkeit)
  • die sehr hohe Ozonbeständigkeit und UV-Beständigkeit der Folie
  • die gute Umweltverträglichkeit (unbedenklich für Menschen und Lebewesen im Teich)
  • die einfache Reparatur

EPDM-Folien können aufgrund ihrer Eigenschaften in sehr große Formate gebracht werden, schon Rollenware kann man bis zu 15 m Breite und 61 m Länge fertig kaufen, was die nahtlose Auskleidung auch sehr großer Teiche problemlos möglich macht.

EPDM oder PVC

Die Frage EPDM oder PVC beantwortet sich eigentlich aufgrund der Eigenschaften bereits selbst .Lediglich wenn der Preis die bestimmende Rolle spielt, sind PVC-Folien im Vorteil.

Dicke von Teichfolien

Die richtige Stärke der Folie ist bei der Auswahl entscheidend. Abhängig von der Tiefe passen ungefähr folgende Stärken (siehe nachfolgende Tabelle)

Teichtiefeempfohlene Folienstärke
bis 70 cm0,5 mm
70 cm – 160 cm1,0 mm
größer als 160 cm oder Schwimmteich oder Fischteichmindestens 1,5 mm

Bei problematischer Bodenbeschaffenheit sollte auf jeden Fall zusätzlich ein Teichvlies mit einer rund 5 cm hohen Sandschicht darunter eingesetzt werden, um die Folie zu schützen. In einem solchen Fall sollte auch immer eine Folie von mindestens 1 mm Stärke, besser 1,5 mm Stärke, eingesetzt werden.

Tipps

EPDM-Folien werden auch wegen ihrer guten Eigenschaften zur Flachdachabdichtung verwendet.

Text: Gartenjournal.net
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