Teichfolie – gibt es eine Alternative?

Vielen behagt der Gedanke, einen Teich mit PVC-Folie auszukleiden, gar nicht. Häufig taucht deshalb die Frage auf, ob es nicht eine natürliche Alternative zur Teichfolie gibt. Welche Möglichkeiten sich hier bieten, erfahren Sie ausführlich in unserem Beitrag.

Auf Teichfolie verzichten
Es muss nicht immer Teichfolie sein

Nachteile von PVC-Folien

Bedenken gegen die für den Teichbau üblicherweise verwendete PVC-Folie gibt es genügend:

  • die enthaltenen Weichmacher und andere Substanzen können ausdünsten
  • PVC-Folie stellt eine erhebliche Belastung für die Umwelt dar, ihre Entsorgung noch mehr
  • bei Fischteichen oder Teichen mit Wasserlebewesen ist der Einsatz von PVC-Folie stark bedenklich
  • PVC verändert sich chemisch durch das Ausdünsten der Weichmacher und wird spröde
  • Reparaturen an PVC-Folien sind wegen der Materialveränderung oft schon nach wenigen Jahren nicht mehr mögliche

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In den meisten Fällen betreffen die Bedenken gegen PVC-Folie vor allem die Umweltaspekte von PVC und die möglichen gesundheitlichen Auswirkungen, zum Beispiel auf Wasserlebewesen.

EPDM als Alternative

Die deutlich teurere EPDM-Folie bietet sich im Bereich der herkömmlichen Teichfolien bereits als eine hervorragende Alternative an:

  • sie ist deutlich umweltverträglicher und dünstet keine Schadstoffe aus
  • sie bleibt selbst bei Kälte noch hoch flexibel
  • sie ist extrem dehnbar (bis zu 300 % Dehnbarkeit)
  • sie ist hoch reißfest
  • sie hat eine extrem lange Lebensdauer (bis zu 50 Jahre, oft werden 20 Jahre Garantie gegeben)
  • sie ist einfach zu verlegen
  • sie kann jederzeit und ganz einfach mit Flüssig-Teichfolie repariert werden

Als ökologische Alternative ist EPDM-Folie auch aufgrund ihrer technischen Eigenschaften sehr empfehlenswert.

Flüssigfolie als Alternative

Flüssigfolie wird heute praktisch ausschließlich als Reparaturmaterial eingesetzt. Sie kann aber auch als alleinige Abdichtung eingesetzt werden.

Aufgrund ihrer extrem hohen Flexibilität passt sie sich der Teichform perfekt an, ist trinkwasserverträglich und schadet auch Lebewesen im Teich nicht. Ihre Dehnbarkeit ist noch höher als die von EPDM (bis zu 400 %) und sie ist noch reißfester. Eingesetzt werden kann sie allerdings nur auf sehr glatten Untergründen – etwa Beton oder Fliesen, alternativ sind auch glatte Steine manchmal möglich.

Der Gehalt an Polyurethan und silanmodifizierten Polymeren (SMP) mag aber den einen oder anderen noch etwas bedenklich stimmen, wenn es um die Umweltverträglichkeit und Natürlichkeit geht.

Tonabdichtungen

Die Abdichtung des Teichs erfolgt hier durch eine Tonabsperrung, ganz ähnlich wie man das beim Mauern macht. Dafür kann man entweder feuchte Tonblöcke nehmen, oder Quellton-Granulat.

Quellton-Granulat ist als trockenes Material wesentlich leichter als nasser Ton und verbindet sich beim Nasswerden von selbst zu einer stabilen Tonschicht. Die Tonblöcke müssen dagegen zuerst durch Stampfen zu einer stabilen Tonschicht verbunden werden.

Die notwendige Schichtdicke beträgt dabei mindestens 15 – 20 cm, der Boden darunter muss verdichtet werden. Nach dem Einbringen des Granulats wird dieses mit rund 10 cm Sand bedeckt, darauf kommt noch eine feine Kiesschicht zur Stabilisierung. Das Granulat wird dann zunächst befeuchtet und dann erst langsam das Wasser eingefüllt. Nach rund 5 Stunden ist die Sperrschicht dicht.

Tipps

Gerade die Alternative mit Ton sorgt für einen sehr natürlichen Gartenteich ohne technische Fremdmaterialien darin. Es ist die natürlichste Alternative, die es bislang gibt.

Text: Gartenjournal.net

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