Spalierobst – Kirschbaum als platzsparende Variante

Süßkirschen und Sauerkirschen haben ein unterschiedliches Aroma. Auch darüber hinaus entwickeln sich die Bäume anders. Deswegen gilt für ihre Kultivierung als Spalierobst, dass artspezifische Herausforderungen zu meistern sind. Es ist machbar, aber das ideale Spalierobst sind sie beide nicht.

Spalierkirsche
Spalierkirschen sind in jedem Gartenhandel erhältlich

Süßkirsche als Spalierobst

Die Süßkirsche lässt sich rein theoretisch als Spalierobst ziehen. Warum das in der Praxis dennoch nicht empfohlen wird, hat mit ihrer Wuchsfreudigkeit zu tun. Was sich zunächst positiv anhört, bringt eine Menge Arbeit für ihren Besitzer.

  • Kirschbaum muss stark zurückgeschnitten werden
  • ansonsten gerät die Spalierform schnell aus der Form
  • bis zu drei Mal pro Sommer muss die Schere zum Einsatz kommen

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Wenn Sie diese Arbeit nicht abschreckt und Kirschen zu Ihrem Lieblingsobst gehören, steht der erfolgreichen Spalierobsterziehung nichts im Weg. Kaufen Sie eine Kirschsorte mit schwach wachsender Unterlage, wie zum Beispiel “Gisela”. Das reduziert die Schnittarbeiten auf ein erträgliches Maß.

Tipps

Kirschen benötigen eine weitere Befruchtersorte in der näheren Umgebung, ansonsten bleibt eine reiche Ernte nur ein Wunschtraum.

Sauerkirsche als Spalier

Die Sauerkirsche verfügt über kurzlebiges Fruchtholz und ist daher keine gute Obstsorte für ein Spalier. Warum sie gelegentlich als solche erzogen wird, hat einen guten Grund: In Gegenden mit rauem Klima lässt sich nur so ein zufriedenstellender Fruchtertrag erreichen. Dafür muss die Sauerkirsche allerdings an einer Hauswand wachsen, wo ihr die abgestrahlte Wärme zugutekommt.

Ein Sauerkirschbaum kann am besten als freier Fächer ohne einen Mitteltrieb gezogen werden. Andere Spalierformen sind für sie ungeeignet.

Geeigneten Baum kaufen

Kaufen Sie Bäume am besten direkt in einer Baumschule. Sie sind zwar etwas teuerer im Preis als so mancher Onlineversand, dafür können Sie sich den Baum eigenhändig aussuchen. Es ist beispielsweise vorteilhaft, wenn der Kirschbaum einen kurzen, kräftigen Stamm hat.

Für Spalier geeignete Sorten werden häufig als Busch und nicht als Baum verkauft. Teilen Sie dem Verkaufspersonal Ihr Vorhaben mit, es weiß aus Erfahrung, welcher Baum am besten die Anforderungen für Spalier erfüllt.

Text: Daniela Freudenberg

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