Das Schöllkraut in der Natur finden

Seine Verwandtschaft mit dem Schlafmohn sieht man dem Schöllkraut auf den ersten Blick nicht unbedingt an. Am Einfachsten kann diese krautig wachsende, mehrjährige Pflanze während der Blütezeit gefunden werden, wenn sich zu den gefiederten Blättern und den mit gelbem Milchsaft gefüllten Stängeln die zierlichen gelben Blüten dazugesellen.

Warzenkraut finden
Schöllkraut ist vor allem an warmen, feuchten Standorten zu finden

Typische Standorte des Schöllkrauts

Das Schöllkraut liebt Standorte, die die folgenden Kriterien erfüllen:

  • relativ warm
  • stickstoffreicher Boden
  • ausreichend feucht

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Dass das Schöllkraut einerseits eine gewisse Feuchtigkeit benötigt, andererseits aber auch auf steinigen Schutthalden und Brachen wächst, ist nicht unbedingt ein Widerspruch: Schließlich hat diese Pflanze eine kräftige Pfahlwurzel, mit der unter oberflächlichen Stein- und Kiesschichten Wasservorräte im Boden erreicht werden können. So kann das Schöllkraut nicht nur an den Ufern von Bächen und Teichen wachen, sondern auch entlang südlicher Natursteinmauern, an Waldrändern und in lichten Laubwäldern. Da sich das Schöllkraut auch mit wenig Pflege gut vermehrt, sollten Sie es im Garten an einem Standort mit Potenzial zur Ausbreitung aussäen. Sie sollten sich beim Sammeln von Schöllkraut in der Natur bewusst sein, dass dieses beim Verzehr giftig wirkt.

Die Verbreitung entlang menschlicher Siedlungswege

Das Schöllkraut gilt nicht nur als ein Stickstoffanzeiger, sondern auch als ein sogenannter Kulturfolger. Immerhin erfolgte früher die Ausbreitung in verschiedene Regionen Europas und sogar bis nach Nordamerika entlang menschlicher Besiedelungsrouten. Das liegt in erster Linie an der früheren Verwendung als Warzenkraut und auch an der heute aufgrund der Gefährlichkeit nicht mehr so üblichen inneren Anwendung. Oft können größere Bestände des Schöllkrauts noch heute entlang von Wegrändern und rund um Siedlungen gefunden werden.

Ameisen als Vermehrungshelfer

Die Samen des Schöllkrauts werden gelegentlich auch als “Ameisenbrot” bezeichnet. Die in den länglichen, schotenförmigen Samenkapseln befindlichen, schwarz glänzenden Samen verfügen über einen weichen Ölkörper, der eine attraktive Futterquelle für Ameisen darstellt. Nach dem Verzehr dieses Ölkörpers im Bau wird der ungenießbare Rest der Samen von den Ameisen wieder aus dem Ameisenbau transportiert und auf diesem Weg in der Landschaft verteilt. Achten Sie bei der Suche nach Schöllkraut daher auch auf Ameisenhaufen und -straßen, da diese oft Achsen für die Ausbreitung des Schöllkrauts sein können.

Tipps

Sollten Sie ausufernde Bestände des Schöllkrauts durch das Ausgraben der Wurzeln im Herbst eindämmen wollen, so achten Sie darauf, dass sich die Giftstoffe des Schöllkrauts zum Herbst hin in den Pfahlwurzeln besonders stark anreichern.

Text: Alexander Hallsteiner

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