Bärenklau erkennen – wichtige Merkmale der Herkulesstaude

Seinen Titel "Giftpflanze des Jahres 2008" hat Riesen-Bärenklau wahrhaftig verdient. Die majestätische Bärenklau-Art ist giftig und verursacht nach bloßem Hautkontakt erhebliche gesundheitliche Beschwerden. Grund genug, sich hier mit den Erkennungsmerkmalen der garstigen Pflanze im Vergleich mit harmlosem Wiesen-Bärenklau vertraut zu machen.

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Riesen-Bärenklau ist schon bei bloßem Hautkontakt giftig

Riesen-Bärenklau und Wiesen-Bärenklau unterscheiden – so gelingt es

Je früher Sie gefährlichen Riesen-Bärenklau (Heracleum mantegazzianum) identifizieren, desto einfacher gelingt die Bekämpfung. Tritt hingegen Wiesen-Bärenklau (Heracleum sphondylium) in Ihrem Garten in Erscheinung, besteht kein Grund zur Beunruhigung. Da diese beiden Arten in Mitteleuropa häufig vorkommen, verdeutlicht die folgende Tabelle die wichtigsten Unterscheidungskriterien:

ErkennungsmerkmaleRiesen-BärenklauWiesen-Bärenklau
Giftigjanein
Wuchshöhe150 bis 300 cm50 bis 150 cm
Stengel-Wachstumhohl, wenig gefurcht mit roten Fleckenhohl, kantig gefurcht, ohne rötliche Färbung
Blätter3- bis 5-teilig, 100 bis 300 cm langungleich gelappt, blau-grün, leicht behaart
BlütenformDoppeldolden mit 30 bis 50 cm Durchmessertellerförmige Einzelblüten als Doppeldolden mit 25 cm Durchmesser
Blütenfarbeweiß bis zart-rosaweiß bis creme
BlütezeitJuni bis JuliJuni bis September

Riesen-Bärenklau ist durchströmt von einem giftigen Pflanzensaft, der in Wiesen-Bärenklau nicht enthalten ist. Kommen die Toxine in Kontakt mit der Haut, wird der natürliche UV-Schutz außer Kraft gesetzt. Schon wenige Sonnenstrahlen oder das Licht einer Lampe führen zu Verätzungen und Verbrennungen. Die Beschwerden erstrecken sich von Juckreiz bis zu heftiger Blasenbildung.

Giftigen Bärenklau bekämpfen mit Schutzkleidung

Wird Ihr Garten heimgesucht von Riesen-Bärenklau, sollten Sie den ungebetenen Gast möglichst rasch entfernen. Mit bis zu 30.000 Samen breitet sich die Pflanze invasiv aus. So bekämpfen Sie die Herkulesstaude richtig:

  • Schutzkleidung anlegen und an einem bedeckten Tag zu Werke gehen
  • Über jeden Blüten- oder Samenstand eine Plastiktüte stülpen
  • Riesen-Bärenklau mitsamt seiner Wurzeln ausgraben
  • Pflanzenreste verbrennen oder in die Mülltonne geben

Konzentrieren Sie sich auf den Vegetationskegel, weil daraus die Giftpflanze immer wieder austreibt. Mit dem Spaten stechen Sie die Wurzeln etwa 10 cm unterhalb der Oberfläche ab und heben sie aus dem Boden. Verbliebene Wurzelreste verrotten in der Erde.

Tipps

Konnten Sie bei einem Spaziergang einen giftigen Riesen-Bärenklau anhand der erläuterten Merkmale identifizieren? Dann melden Sie den Standort bitte beim zuständigen Ordnungs- oder Umweltamt. Die Meldung ist zwar nicht gesetzlich vorgeschrieben, könnte hingegen gesundheitlichen Schaden bei unbedarften Kindern verhindern und die weitere Ausbreitung unterbinden.

Text: Paula Jansen
Artikelbild: Sergey Zaykov/Shutterstock

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