Finger weg von Bärenklau – so gefährlich ist die Pflanze

Mit den meisten Bärenklau-Arten leben wir einträchtig Seite an Seite. Kommt hingegen Riesen-Bärenklau (Heracleum mantegazzianum) ins Spiel, sind Konflikte mit Mensch und Tier unvermeidlich. Dieser Ratgeber informiert Sie darüber, warum die Herkulesstaude so gefährlich ist und gibt praktische Tipps für die Bekämpfung.

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Bärenklau hat große Blätter und weiße Blüten

Schön und brandgefährlich – Wissenswertes zum Riesen-Bärenklau

Mit majestätischer Gestalt und wunderschönen, weißen Doldenblüten täuscht uns Riesen-Bärenklau listig über seine Gefahr für Mensch und Tier hinweg. Der folgende Kurz-Steckbrief bringt auf den Punkt, was die Herkulesstaude so bedrohlich macht:

  • Wuchshöhe: 150 bis 300 cm, selten bis 400 cm
  • Weiße bis rosafarbene Blüten-Doppeldolden: 30 bis 50 cm Durchmesser, 30- bis 150-strahlig
  • Blütezeit: Juni und Juli
  • Fiederschnittige Blätter: 100 bis 300 cm lang
  • Hohler, behaarter, rot gefleckter Stängel mit bis zu 10 cm Durchmesser
  • Giftigkeit: phototoxischer Pflanzensaft verursacht Verbrennungen auf der Haut von Mensch und Tier

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Schon ein einziger Riesen-Bärenklau bildet Myriaden von Samen, mit deren Hilfe sich die giftige Pflanze invasiv ausbreitet. Infolgedessen kommen immer mehr Menschen, vornehmlich Kinder, in Kontakt mit dem toxischen Pflanzensaft. Fällt auf die benetzte Haut Sonnenlicht, kommt es innerhalb von 48 Stunden zu heftigen Reaktionen mit Juckreiz, Rötungen und Blasenbildung. Schlimmstenfalls entstehen Verbrennungen zweiten bis dritten Grades.

Bärenklau fachgerecht entfernen – Tipps für die Bekämpfung

Bester Zeitpunkt für die Bekämpfung von Riesen-Bärenklau ist im März und April, rechtzeitig vor der Blütezeit. Bitte schützen Sie sich mit Overall, Handschuhen, Stiefeln und Maske vor dem giftigen Pflanzensaft. Idealerweise setzen Sie sich mit dem floralen Aggressor auseinander, wenn keine Sonne scheint.

Entfernen Sie die Herkulesstaude etappenweise aus dem Beet. Vorab schneiden Sie die oberirdischen Pflanzenteile ab. Daraufhin heben Sie den Wurzelstock mithilfe der Grabegabel aus dem Boden. Die Überreste sind nicht geeignet für eine Verwertung auf dem Komposthaufen, sondern sollten vollständig vernichtet oder im Hausmüll entsorgt werden.

Nach 3 Wochen kontrollieren Sie die Befallsstelle bitte auf einen erneuten Austrieb der Giftpflanze. In den folgenden 5 Jahren sollte das Beet in jedem Frühsommer auf Nachkömmlinge der Herkulesstaude untersucht werden.

Tipps

In freier Natur tummelt sich eine ganze Schar garstiger Pflanzen, die Bärenklau zum Verwechseln ähnlich sehen. Paradebeispiel ist der tödlich giftige Gefleckte Schierling (Conium maculatum), dem Namensgeber für den legendären Schierlingsbecher. In der Antike wurde die Giftpflanze verwendet für Hinrichtungen und wird bis heute primär mit der Exekution von Sokrates in 399 vor Christus in Verbindung gebracht.

Text: Paula Jansen
Artikelbild: Lioneska/Shutterstock

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