Die Schlüsselblume ist sogar essbar

Wer mit offenen Augen durch Wald und Wiesen bzw. durch seinen Garten geht, wird feststellen, dass es erstaunlich viele essbare Pflanzen gibt. Während es mittlerweile wahrscheinlich schon vielen Menschen bekannt ist, dass Löwenzahn und Gänseblümchen im Salat sehr lecker schmecken, so ist die Genießbarkeit vieler anderer Pflanzen eher weniger bekannt. Zu diesen gehört auch die Schlüsselblume.

Schlüsselblume essen
Die Schlüsselblume ist eine dekorative Zutat für zahlreiche Gerichte

Die Schlüsselblume als Heilpflanze

Seit vielen Jahrhunderten werden vor allem die Wurzeln sowie die Blüten der Schlüsselblume als Heilmittel gegen allerlei Gebrechen eingesetzt, vor allem jedoch bei Erkältungskrankheiten, Bronchitis etc. Die Inhaltsstoffe der Schlüsselblume haben eine schleimlösende, entzündungshemmende sowie beruhigende Wirkung, was mittlerweile sogar schon in diversen wissenschaftlichen Studien nachgewiesen werden konnte. Für gewöhnlich wird Schlüsselblumen-Medizin entweder innerlich als Tee oder Sirup bzw. äußerlich als Tinktur verwendet.

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Saponine können Magen reizen

Allerdings ist bei jeglicher innerlichen Anwendung der Schlüsselblume folgendes zu beachten: Einige Inhaltsstoffe, vor allem die Saponine, können den Magen reizen und so zu Magenbeschwerden und Übelkeit führen. Aus diesem Grund sollten entsprechend empfindliche Personen von einem Genuss absehen. Auch Schwangeren sowie stillenden Müttern wird von der Einnahme von Schlüsselblumen abgeraten. Die höchsten Wirkbestandteile befinden sich übrigens in den Wurzeln.

Essbare Bestandteile der Schlüsselblume

Zwischen März und Juni können Sie außerdem die zarten, jungen Blätter sowie die Blüten der Schlüsselblume sammeln und vielseitig verwenden. Beides kann roh für Salate, als Einlagen in Suppen oder als Dekoration für Desserts verwendet werden. Die Blüten aromatisieren zudem Kräutertees (auch Mischungen verschiedener Teepflanzen), Zucker oder Honig. Schlüsselblumen haben einen leicht süßlichen Geschmack, so dass auch Kinder sie oft mögen.

Vorsicht: Wilde Schlüsselblumen stehen unter Naturschutz

Wenn Sie sich in der Schlüsselblumen-Küche ausprobieren möchten, sehen Sie bitte von Wildsammlungen vollständig ab. In freier Wildbahn vorkommende Schlüsselblumen stehen unter Naturschutz und dürfen weder ausgegraben noch ganz oder in Teilen gesammelt werden. Die Wildstaude ist durch intensive Landwirtschaft und, damit verbunden, den hohen Einsatz von Pestiziden und Co. in ihrem Bestand stark gefährdet. Im heimischen Garten angebaute Schlüsselblumen können jedoch ohne Bedenken verwendet werden, jedoch nicht über einen längeren Zeitraum.

Tipps

Geerntet wird am besten an einen sonnigen Tag am späteren Vormittag, wenn die morgentliche Feuchte bereits abgetrocknet sind. Blätter und Blüten werden nicht abgewaschen, sondern lediglich ausgeschüttelt.

Text: Ines Jachomowski

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