Das Schilf im Steckbrief

Schilf ist eine sehr gängige Uferpflanze in Deutschland und Mitteleuropa. Doch zu welcher Pflanzenfamilie gehört sie? Wie hoch wird sie? Welchen Standort bevorzugt sie? Hier erhalten Sie alle wichtigen Infos auf einen Blick im Steckbriefformat.

Schilfrohr Steckbrief
Schilf gibt es fast überall auf der Welt

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Wissenschaftlicher Name: Phragmites australis (Phragma (Latein): Wand)
  • Andere Namen: Schilf, Schilfrohr, Teichschilf, gemeines Teichrohr, Ried
  • Pflanzenfamilie: Süßgräser (Poacea)
  • Verbreitung: Vom 66° nördlichen Breitengrad bis zum 23° südlichen Breitengrad (fast überall außer in den Tropen und in Island), wächst bis 1600 Meter über dem Meeresspiegel
  • Wuchsform: Ziergras mit länglichen, scharfkantigen Blättern
  • Wuchshöhe: bis zu 4 Metern; Phragmites australis ssp. altissimus bis 10 Meter hoch
  • übliche Standorte: wächst an Ufern stehender und langsam fließender Gewässer, auf Feuchtwiesen
  • Standort im Garten: sonnig bis halbschattig, feucht
  • Blütezeit: Juli bis September
  • Blütenfarbe: je nach Sorte weiß, silbern, rosa oder rot
  • Blütenform: dichte, bis 40cm lange Rispen
  • Lebensdauer: Wurzeln bis 20 Jahre, treiben jedes Jahr neu aus
  • Nutzung: weit verbreiteter Naturbaustoff, z.B. als Deckmaterial für Dächer, Dämmmaterial und Sichtschutzmatten; kann auch gegessen werden; zur Abwasserreinigung
  • Vermehrung: über Samen (seltener) oder Wurzelausläufer; im Garten über Teilung oder Stecklinge
  • Winterhärte: winterhart bis mindestens -20 Grad

Schilf im Garten

Im Garten wird Schilf gern als pflegeleichtes Ziergras, als Ufernbepflanzung oder als Sichtschutz angepflanzt. Es braucht nur wenige Nährstoffe und wächst sehr schnell und dicht, was es zum idealen natürlichen Sichtschutz macht. Allerdings sollte beim Pflanzen unbedingt eine Wurzelsperre eingebaut werden, denn Schilf wuchert sehr stark und kann bis zu 2 Meter tiefe Wurzeln ausbilden. Schilf zu entfernen ist äußerst mühselig.

Wirtschaftliche Nutzung von Schilf

Schilf ist aufgrund seines schnellen Wachstums ein günstiger Rohstoff. Es wird im Reetdachbau eingesetzt und kommt auch beim Bau von Lehmhäusern zum Einsatz. Es weist gute Dämmeigenschaften auf und wird daher als ökologisches Dämmmaterial eingesetzt. Schilfmatten kommen oft als Sichtschutz, in einigen Ländern als Bodenbelag oder auch als Sonnenschutz zum Einsatz.

Die reinigende Wirkung von Schilf

Ein wichtiges Einsatzgebiet sowohl im privaten als auch im wirtschaftlichen Bereich ist die Abwasserklärung. Schilf wirkt stark gewässerreinigend, da es Stickstoff und anderes aufnimmt und viel Sauerstoff abgibt. Das wird sowohl im privaten Gartenteich als auch in Kläranlagen genutzt.

Text: Sara Müller

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