schamblume
Die Schamblume wird bei uns nur als Zimmerpflanze gehalten

Schamblume: Richtig pflegen

Schamblumen sind unter dem Namen Sinnblumen bekannt. Die exotischen Gewächse strahlen einen besonderen Charme aus, wenn sie sich in der Blüte befinden. Doch die Pflanzen erfordern etwas mehr Aufmerksamkeit, denn nur optimale Standortbedingungen und Pflegemaßnahmen sorgen für eine ganzjährige Blütenpracht.

Herkunft

Schamblumen stellen die Gattung Aeschynanthus dar, die zur Familie der Gesneriengewächse gehört. Sie umfasst zwischen 140 und 185 Arten, die hauptsächlich im südlichen und südöstlichen Asien und Ozeanien vorkommen. Hier wachsen die Pflanzen in den feuchten Regenwäldern. Da Botaniker stetig neue Schamblumen entdecken oder in andere Gattung einordnen, schwankt die Artzahl. In Zimmerkultur sind die Arten Aeschynanthus radicans und Aeschynanthus x splendidus von Bedeutung.

Wachstum

Die krautigen oder strauchartigen Pflanzen waschen ausdauernd und sind zum Großteil immergrün. Innerhalb der Gattung gibt es zwei Arten, die mit ihren verdickten Pflanzenteilen Wasser speichern. Die Triebe sind meist hängend und nur selten aufrecht oder kletternd. Die Sprossachse kann verzweigt oder unverzweigt sein und bis 60 Zentimeter lang wachsen. Schamblumen wachsen in ihren natürlichen Verbreitungsgebieten selten im Erdreich wurzelnd. Die meisten Arten sind Aufsitzerpflanzen, die auf anderen Bäumen oder auf Steinen und Felsen wachsen.

Blätter

Schamblumen entwickeln gegenständige oder wirtelig angeordnete Blätter, die aus Stiel und Spreite bestehen. Die Form der Blattspreite unterscheidet sich je nach Art. Es gibt schmale, eiförmige oder rundliche Laubblätter mit keilförmiger, abgerundeter oder verschmälerter Basis. Die Blätter sind weichlaubig oder dick, flaumig behaart oder kahl. Aeschynanthus longicaulis entwickelt marmorierte Laubblätter mit grün-weißer Färbung.

Blüte

Die Blüten der Schamblumen stehen einzeln oder zu zehnt am Ende einer Sprossachse. Sie sind zwittrig aufgebaut und bestehen aus fünf trichterförmig verwachsenen Kronblättern. Die Blütenkrone endet zweilippig. Die Innenseite der Krone ist leicht behaart oder kahl. Typisch für viele Arten ist die farbige Zeichnung im Blüteninneren.

Blütezeit

Die Hauptblütezeit erstreckt sich von Juni bis September, wobei Aeschynanthus-Arten unter optimalen Bedingungen vom Frühjahr bis in die Wintermonate Blüten entwickeln. Typisch sind Zierpflanzen mit leuchtend roter Blütenkrone und einem dunkel purpurfarbenen Kelch. Aeschynanthus speciosus blüht orangerot, wobei das Blüteninnere orangegelb gefärbt ist.

Frucht

Nach der Blütezeit entwickeln sich linealische Kapselfrüchte, die aus dem Kelch herausragen. Bei einigen Arten können die Früchte bis 50 Zentimeter lang werden. Sie enthalten zwischen einem und 50 Samen. Schamblumen werden von Vögeln bestäubt. Daher entwickeln als Zimmerpflanzen kultivierte Arten und Sorten nur durch menschliches Zutun Früchte.

Verwendung

Die Blütenschmuckpflanzen dienen der Innenraumbegrünung. Sie sind nicht für eine Kultivierung im Freiland geeignet. Schamblumen gedeihen in Pflanzgefäßen, die Wintergärten und Warmhäuser schmücken. Ihre Wuchsform macht sie zu optimalen Gewächsen für Hängeampeln.

Ist Schamblume giftig?

Da es unterschiedliche Angaben zur Giftigkeit von Schamblumen gibt, sollten Sie die Pflanze mit Vorsicht im Kinderzimmer oder auf dem Katzenbalkon kultivieren. Während einige Quellen die Pflanzen als unproblematisch darstellen, gibt es andere Hinweise auf eine leichte Giftigkeit.
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Welcher Standort ist geeignet?

Der geeignete Standort versorgt die Pflanzen mit ausreichend Licht. Direkte Sonneneinstrahlung vertragen Schambumen nicht. Ein Platz am Ost- oder Westfenster bereitet den Gewächsen keine Probleme. Einige Sonnenstunden am Morgen oder Abend sind unproblematisch.

Luftfeuchtigkeit

Schamblumen benötigen eine hohe Luftfeuchtigkeit. Stellen Sie das Pflanzgefäß in einen Übertopf, dessen Boden mit Kieselsteinen befüllt wurde. Gießen Sie etwas Wasser in den Übertopf. Wenn es verdunstet, verbessert es das Mikroklima. Zusätzlich sollten Sie die Pflanze täglich mit Wasser besprühen.

So sorgen Sie für ein optimales Mikroklima:

  • Schamblume in Zimmervitrine kultivieren
  • alternativ in ein geschlossenes Blumenfenster stellen
  • im Mini-Gewächshaus am Ost- oder Westfenster züchten

Welche Erde braucht die Pflanze?

Pflanzen Sie Schamblumen in ein schwach saures Substrat, dessen pH-Wert zwischen 5,0 und 6,0 liegt. Sie können handelsübliche Blumenerde auf Kompostbasis verwenden. Mit Sand verbessern Sie die Durchlässigkeit des Substrats, denn die Pflanzen bevorzugen lockere und grobfaserige Erde. Mischen Sie etwas tonhaltige Ackererde unter.

Schamblume vermehren

Aeschynanthus-Arten werden über Kopf- und Triebstecklinge vermehrt, die ganzjährig geschnitten werden können. Schneiden Sie zehn Zentimeter lange Triebstücke ab und entfernen Sie das unterste Laubblattpaar. In einem Gemisch aus Torf und Sand zu jeweils gleichen Teilen bildet der Steckling am geeigneten Standort Wurzeln. Dieser sollte außerhalb der direkten Sonne liegen und eine Temperatur zwischen 22 und 30 Grad Celsius gewährleisten.

Eine gleichmäßig hohe Luft- und Bodenfeuchte ist die Voraussetzung für eine erfolgreiche Wurzelbildung. Ein frischer Blattaustrieb zeigt an, dass sich Wurzeln entwickelt haben. Nach ein bis zwei weiteren Wochen können die Jungpflanzen pikiert oder zu zehn bis 15 in eine Blumenampel gesetzt werden.
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Schamblume im Topf

Töpfe aus natürlichen Materialien eignen sich hervorragend für die Kultivierung von Schamblumen. Ton, Stein oder Terrakotta weisen eine poröse Struktur auf, die das Gießwasser aufsaugen. So sorgen die Töpfe für eine natürliche Regulierung der Bodenfeuchtigkeit. Überschüssiges Wasser wird aus dem Substrat entfernt und nach außen geleitet. Wenn es an der Außenseite verdunstet, erhöht sich automatisch die Luftfeuchtigkeit. Der Kübel sollte mehrere Abzugslöcher besitzen, damit sich kein Gießwasser am Topfboden sammelt.

Balkon

Während der Sommermonate erfreut sich die Schamblume über einen Platz im Freien, sofern dieser gut beschattet ist. Die harte Mittagssonne verträgt das exotische Gewächs nicht. Stellen Sie den Topf auf den Balkon, wenn die Temperaturen nachts nicht mehr unter 15 Grad Celsius fallen. Eine hohe Luftfeuchtigkeit sollte auch weiterhin gewährleistet werden.

Im Gewächshaus

Das Mini-Gewächshaus für die Fensterbank gewährleistet ein feucht-warmes Mikroklima und eignet sich daher perfekt für die Kultivierung von Schamblumen. Stellen Sie ein Schälchen auf den Boden, das immer mit Wasser gefüllt ist. Durch warme Temperaturen verdunstet das Wasser und sorgt für eine hohe Luftfeuchtigkeit. Regelmäßige Belüftungeinheiten sollten an der Tagesordnung liegen, damit Schimmelsporen keine Chance zum Ansiedeln haben.

Schamblume gießen

Vom Frühling bis in den Herbst haben Schamblumen einen mäßigen Wasserbedarf. Achten Sie auf eine gleichmäßige und sparsame Bewässerung, sodass der Wurzelballen zwischen den Wassergaben nicht abtrocknet. Wenn die Schamblume in voller Blüte steht, können Sie die Gießmenge erhöhen. Von Oktober bis März wird das Substrat trockener gehalten, sodass die Knospenbildung angeregt wird.

Gut zu wissen:

  • kaltes Wasser schadet den Pflanzen
  • immer zimmerwarmes Gießwasser verwenden
  • mit weichem oder abgestandenem Wasser gießen und besprühen
  • gefiltertes Regenwasser ist optimal

Schamblume richtig düngen

Während der Wachstumszeit können Sie die Schamblume alle zwei Wochen düngen. Verwenden Sie einen flüssigen Volldünger, den Sie schwach konzentriert über das Gießwasser verabreichen. Wenn sich die Pflanze in der Ruhephase befindet, reichen ein bis zwei Düngergaben aus.

Schamblume richtig schneiden

Im zeitigen Frühjahr, bevor die Vegetationsperiode beginnt, verträgt die Schamblume einen Rückschnitt. Kürzen Sie zu lang gewachsene Triebe um zwei Drittel ein. Nicht verholzte Triebe werden mit einem sauberen und scharfen Messer abgetrennt, während sich eine Gartenschere für verholzte Sprossachsen eignet. Wenn Sie die Pflanze nicht zurückschneiden, wächst sie zunehmend ausladender. Schamblumen werden mit den Jahren immer schöner.

Wie pflanze ich richtig um?

Schamblumen sollten im zeitigen Frühjahr oder im Herbst nach der Blütezeit umgetopft werden. Auf veränderte Bedingungen reagiert die Pflanze äußerst sensibel. Wenn Sie kurz vor oder während der Blütezeit umtopfen, werfen Schamblumen plötzlich ihre Blüten ab.

Sobald der Wurzelballen den gesamten Topf einnimmt oder Wurzeln aus den Abzugslöchern wachsen, benötigen die Gewächse einen größeren Topf. Klopfen Sie den Wurzelballen vorsichtig auf eine Unterlage, damit sich alle Substratreste lösen. Abgestorbene Wurzeln werden entfernt. Sie können lebende Wurzeln stutzen, um ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Blattmasse und Wurzelballen zu erhalten. Diese Maßnahme empfiehlt sich, wenn Sie den alten Topf weiter verwenden möchten. Schützen Sie die Schamblume nach dem Umtopfen für die nächsten zwei bis drei Wochen vor Sonne.

Überwintern

Im Gewächshaus mit ganzjährig gleichbleibenden Bedingungen legen Schamblumen keine Ruhephase ein. Da das Lichtangebot schwindet, verlangsamt sich das Wachstum spürbar. Um die Blütenbildung anzuregen, sollten Sie die Pflanze bei Temperaturen zwischen zwölf und 15 Grad Celsius halten und möglichst trocken halten.

Schädlinge

An Schamblumen treten verschiedene Schädlinge auf, die sich bevorzugt im Winter und Frühjahr bei suboptimalen Standortbedingungen ausbreiten.

Blattläuse

Gelegentlich werden Schamblumen im Frühjahr und Frühsommer von Blattläusen befallen. Sie vermehren sich innerhalb kürzester Zeit massenhaft, denn die Weibchen benötigen zur Fortpflanzung keinen männlichen Geschlechtspartner. Geschwächte und überdüngte Pflanzen werden häufiger befallen.

Spinnmilben

Wenn Sie feine Spinnweben zwischen den Blättern erkennen, deutet das auf einen Befall durch Spinnmilben hin. Sie sitzen bevorzugt auf der Blattunterseite und saugen in der Nähe der Blattadern Pflanzensaft aus den Leitbahnen. Anfangs sind kleine Flecken auf den Blättern erkennbar. Bei einem starken Befall sterben die Blätter ab.

Thripse

Sie gehören zu den selteneren Schädlingen an Schamblumen, die Wachstumsstörungen verursachen und zum Blattverlust führen. Die als Blasenfüße bekannten Schädlinge vermehren sich unter trockenen und warmen Bedingungen, die häufig im Winterquartier herrschen.

Tipps

Besorgen Sie sich in der Apotheke oder im Gartenfachmarkt Teststreifen, mit denen Sie den pH-Wert des Bodens messen können. Der Wert ist essentiell für ein gesundes Wachstum.

Sorten

  • Aeschynanthus bracteatus: Kletternder oder hängender Wuchs, Blätter bis zehn Zentimeter lang. Blüten scharlachrot gefärbt, in Büscheln.
  • Aeschynanthus longicaulis: Halbkriechender Wuchs, Blätter acht Zentimeter lang, dunkelgrün. Ein bis drei Blüten, orange-rot. Triebe bis 90 Zentimeter lang.
  • Aeschynanthus marmoratus: Kriechende Staude. Blätter leuchten grün mit dunkler Marmorierung, unterseits rötlicher Schimmer. Blüten grünlich-gelb mit bräunlichem Schlund. Triebe bis 90 Zentimeter lang.
  • Aeschynanthus radicans: Anfangs aufstrebende, später überhängende Triebe, verholzend. Blätter dunkelgrün, glänzend. Blüten leuchtend rot mit cremefarbenen Streifen im Zentrum. Kelch schwarz-rot. .

Text: Christine Riel Artikelbild: Natalie Avital Abesdid/Shutterstock

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