Säulenobst richtig düngen

Trotz der relativ kompakten Größe kann auch Säulenobst einen durchaus überraschend hohen Fruchtertrag liefern. Damit die Pflanzen dafür aber die nötigen Nährstoffe parat haben, ist bei der Pflanzung sowie bei der weiteren Pflege auf eine exakt auf die Bedürfnisse der Pflanzen abgestimmte Düngung zu achten.

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Bei guter Düngung trägt der Säulenobstbaum mehr

Das Missverständniss bei der Düngung von Säulenobst

Manche obstbegeisterte Hobbygärtner neigen bei der Düngung von Säulenobst zu einer übertriebenen Zurückhaltung. Offenbar kursiert in manchen Gärten die Auffassung, eine konsequente Düngung der zierlich anzusehenden Jungpflanzen würde zu einer unerwünschten Wucherung beim Pflanzenwachstum führen. Dabei kann es dazu bei den speziell für die Verwendung als Säulenobst gezüchteten Obstgehölzen überhaupt nur sehr bedingt kommen, da die Wuchsform in den meisten Fällen genetisch definiert ist. Säulenobst wurde in der Regel auf einen besonders hohen Fruchtertrag hin selektiert. Daher ist es insbesondere bei der Kultur im Pflanzkübel wichtig, stets ausreichende Nährstoffmengen für die Bildung der Früchte nachzuliefern. Mit Kompost und Tiermist ist das nur zum Teil möglich, weshalb für die Düngung von Säulenobst in der Regel gehaltvolle Langzeitdünger in Flüssig- oder Festform (gekörnt) empfohlen werden.

Bei der Pflanzung und beim Umtopfen gleich düngen

Werden Säulenobst-Sorten wie Säulenbirne oder Säulenpflaume im Freiland ausgepflanzt, so sollte das Pflanzloch mindestens doppelt so groß wie der Wurzelstock der Bäumchen ausgehoben werden. So kann für das spätere Wachstum eine gute Grundlage gelegt werden, indem das Pflanzloch mit einer Mischung aus Gartenerde, reifem Kompost und Stallmist aufgefüllt wird. Auch Kübelkulturen vertragen gleich bei der Pflanzung einen gewissen Anteil organischen Düngers. Dieser kann jeweils beim Substrataustausch erneuert werden, wenn die Bäumchen etwa alle zwei bis drei Jahre in ein größeres Pflanzgefäß umgetopft werden. Für die Langzeitdüngung des Substrats sind (u.a.) die folgenden Düngemittel geeignet:

  • reifer Kompost
  • Tiermist
  • Urgesteinsmehl
  • Hornspäne

Der richtige Zeitpunkt und das Zusammenspiel unterschiedlicher Düngemittel

Säulenobst sollte mindestens einmal im Jahr gedüngt werden, es kann aber auch eine zweimalige Düngung pro Jahr angebracht sein. Zunächst einmal sollte den Pflanzen im Frühjahr eine Düngergabe verabreicht werden, sobald die ersten Blätter austreiben. Bei dieser Düngung kann ein stickstoffbetonter Langzeitdünger für Obstgehölze verwendet werden. Der enthaltene Stickstoff regt die Blattbildung und das Wachstum der Pflanzenmasse an, womit die Grundlage für einen guten Ertrag gelegt wird. Im Spätsommer kann dann eine zweite Düngung vorgenommen werden, bei der allerdings ein Düngemittel mit geringem Stickstoffanteil verwendet werden sollte, damit es nicht mehr zur Bildung neuer Triebe kurz vor dem Wintereinbruch kommt. Das Düngemittel für die Spätsommerdüngung des Säulenobsts sollte dagegen vermehrt Kalium und Phosphat enthalten. Diese Stoffe fördern die Verholzung junger Triebe und sorgen so für die nötige Winterhärte der Pflanzen.

Tipps

Es liegt nicht immer nur an einem schlechten Standort oder am falschen Dünger, wenn die Erträge von Säulenobst stark schwanken. Es kann bei Säulenäpfeln durchaus vorkommen, dass nach einem Jahr mit sehr hohem Fruchtansatz im Folgejahr kaum Blüten am Baum zu entdecken sind. Das liegt daran, dass die auf einen hohen Fruchtertrag hin gezüchteten Pflanzen so viel Energie für das Ausreifen der Früchte „verbrauchen“, dass kaum Etwas für die Anlage der Blütenknospen für das Folgejahr bleibt. Aus diesem Grund sollten z.B. an besonders reichtragenden Säulenäpfeln Teile der möglichen Ernte vorab entfernt und nur etwa 20 bis 30 Früchte (je nach Größe und Sorte) zum Ausreifen am Baum belassen werden.

Text: Alexander Hallsteiner
Artikelbild: thekovtun/Shutterstock

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