Säckelblume: Merkmale und Pflege

Nein, sie ist keine Fliederart - auch, wenn ihre buschigen Rispenblüten ganz ähnlich aussehen. Die Säckelblume kann den Garten aber auf eine ebenso dekorative Weise bereichern. Als wertvolle Insektenweide dient sie auch noch und ist im Allgemeinen angenehm pflegeleicht.

saeckelblume
Die Säckelblume wird auch Kalifornischer Flieder genannt

Herkunft

Die Säckelblume, botanisch Ceanothus, wird landläufig gern auch Kalifornischer Flieder genannt. Obwohl sie mit dem Flieder nicht verwandt ist, ist dieser Trivialname zumindest ein korrekter Hinweis auf sein natürliches Herkunftsgebiet: Das Kreuzdorngewächs stammt nämlich hauptsächlich von der amerikanischen Westküste, die meisten seiner insgesamt an die 60 Arten aus dem sonnigen Kalifornien. Manche Arten kommen aber auch in östlichen und südlicheren Teilen der USA oder auch über die Grenze zu Mexiko hinweg bis ins nördliche Südamerika vor.

In ihren Heimatgebieten besiedelt die Säckelblume trockene, steinige, kalkhaltige Habitate, vorwiegend felsige Wälder und Küstengebiete. Dort hat sie es nicht mit besonders starken Frösten zu tun, weshalb das Gewächs in unseren Breiten nur bedingt winterhart ist. Die hierzulande bekannteste Sorte ‚Gloire de Versailles‘ der Hybrid-Art Ceanothus x delilianus ist unseren Wintern aber in der Regel gewachsen.

Herkunft in Kürze:

  • Ursprungsgebiet der meisten Arten Kalifornien
  • Manche Arten auch in den östlichen USA sowie in Mittel- bis Südamerika verbreitet
  • Originäres Habitat: Steinige, kalkig-karge Wald- und Küstengebiete
  • Bei uns nur bedingt winterhart

Wuchs

Die vielen Arten der Säckelblume zeigen zum Teil recht unterschiedliche Wuchseigenschaften – bei manchen liegt diesbezüglich auch eine Verwechslung mit dem Flieder fern. Die hierzulande am häufigsten anzutreffende Hybridform, die Französische Säckelblume (Ceanothus delilianus), hat allerdings abgesehen von den Blüten auch im Habitus einige Ähnlichkeit mit dem Flieder. Sie wächst als aufrechter Strauch mit locker verzweigten, leicht überhängenden Ästen und wird etwa 1,50 m hoch und breit. Bei sehr warmen und sonnigen Umständen kann sie auch bis zu 2 m Höhe erreichen.

Manche Ceanothus-Arten wachsen auch als niedrige Polster von nur einigen Zentimetern Höhe und umso intensiverem Breitenwuchs und werden in ihren Heimatgebieten auch vorwiegend als Bodendecker eingesetzt.

Wuchseigenschaften im Überblick:

  • Säckelblume wächst meist als aufrechter Strauch mit lockerer Verzweigung
  • Hierzulande kultivierte Arten meist um die 1,50 m hoch und breit
  • Manche Arten auch bodendeckend in niedrigen Polstern

Blätter

Die Blätter der meisten Ceanothus-Arten haben gegen- oder wechselständige, oval geformte Laubblätter von etwa 1-5 Zentimetern Länge. Ihre Ränder sind mal ganz, mal leicht gesägt oder gekerbt. Bei einigen Arten bildet sich durch eine stark eingesenkte Äderung eine krumpelige Oberflächentextur.

Bei der Französischen Hybrid-Säckelblume ist dem nicht so, hier sind die Blätter eher feintexturig, vorn zugespitzt und mit bis zu 8 Zentimetern Länge auch etwas größer. Sie setzen wechelständig an den Zweigen an, haben eine satte, mittelgrüne Farbe und sind unterseitig filzig behaart. Sie zeigen keine Herbstfärbung und können in milden Wintern auch am Strauch bleiben, bei stärkerer Kälte werden sie aber abgeworfen.

Blatteigenschaften in Stichworten:

  • Bei den meisten Arten eher kleine, ovale, manchmal krumpelige Blätter
  • Bei der hier zumeist kultivierten Hybrid-Art etwas größer, zugespitzt und feinnervig
  • Sattgrüne Farbe, keine Herbstfärbung
  • Je nach Witterungslage sommergrün oder wintergrün

Blüten

Mit ihren rispigen buschigen Blütenständen, die auch noch in bläulichen bis violetten, zuweilen auch weiß oder rosa Farben erscheinen, erinnert die Säckelblume tatsächlich deutlich an den Flieder. Die etwa 6-10 cm langen Rispen stehen an den Enden der jungen, einjährigen und seitlichen Triebe und verzweigen sich locker. Die Einzelblüten sind etwa nur 5 mm groß und fünfzählig.

Die Blüten entfalten auch einen angenehmen Duft, allerdings keinen so charakteristisch lieblichen und intensiven wie der Flieder. Von Bienen, Hummeln und Schmetterlingen werden sie sehr gern und zahlreich beflogen.

Blütencharakteristika im Überblick:

  • Scheindoldige, 6-10 cm lange Rispenblüten in blau bis violett, rosa oder weiß
  • End- oder seitenständig, locker verzweigt
  • Leicht duftend, wertvolle Insektenweide

Wann ist Blütezeit?

Die Blüten der Säckelblume öffnen sich ab Juli und können bis in den späten Herbst immer wieder nachtreiben.

Welcher Standort ist geeignet?

Gemäß ihrer kalifornischen Heimat braucht die Säckelblume einen möglichst warmen, sonnigen Standort, der möglichst vor scharfem Wind geschützt ist. Sie sollte also nicht zu exponiert stehen, sondern am besten geschützt an einer nach Süden ausgerichteten Hauswand.

Welche Erde braucht die Pflanze?

Auch in puncto Pflanzgrund sollten Sie sich bei der Säckelblume an ihrer Herkunft orientieren. Sie bevorzugt einen eher mageren, sandigen, kalkhaltigen Boden mit gewissem Lehmanteil. Bei einem schweren Gartenboden sollten Sie unbedingt eine gute Drainiage in Form einer Kiesschicht einarbeiten und die Erde gründlich mit Sand vermischen. Gerade im Winter droht sonst zu viel nasse, durchfrierende Kälte am Wurzelballen. Ein relativ hoher Salz- und Mineraliengehalt tut der gern in Küstennähe wachsenden Säckelblume auch gut.

Erdansprüche in Kürze:

  • Eher mageren, sandigen und kalkigen Boden
  • In schwere Böden gute Drainage einarbeiten
  • Gut: Hoher Salz- und Mineraliengehalt

Was ist die beste Pflanzzeit?

Eine Säckelblume pflanzt man am besten im Frühjahr. Wegen ihrer – im Jungpflanzenstadium noch ausgeprägteren – Frostempfindlichkeit ist es durchaus ratsam, sogar die Eisheiligen abzuwarten.

Hecke

Eine reine Hecke aus Säckelblumen kann Ihnen im Sommer und Herbst einen prachtvollen Anblick bieten. Dabei ist sie gleichzeitig auch ein effektiver Sichtschutz. Bei der Heckenpflanzung sollten Sie die Einzelexemplare relativ dicht zueinander setzen, etwa in einem Abstand von einem knappen halben Meter. Arbeiten Sie eine gute Drainiage in den Boden ein und gießen die Jungpflanzen gut an. Besonders im ersten Winter müssen sie gut vor strengem Frost geschützt werden.
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Saeckelblume gießen

Säckelblumen haben keinen hohen Feuchtigkeitsbedarf – ihr Ursprungshabitat ist schließlich auch ein trockenes. Sie brauchen den Strauch also in der Regel nicht gesondert zu wässern. Neu gepflanzte Exemplare sollten allerdings gut angegossen und in den ersten Wochen auch immer mal wieder nachgewässert werden. In besonders langen, heißen Trockenphasen im Sommer schadet eine Wassergabe natürlich auch nicht. Staunässe muss aber tunlichst vermieden werden.

Saeckelblume richtig düngen

Auch der Nährstoffbedarf ist bei der Säckelblume nicht hoch. Von einer Düngung sollten Sie daher absehen, auch Gaben von organischem Langzeitdünger wie Kompost oder Hornspäne sind nicht nötig.

Saeckelblume richtig schneiden

Um sich an einem schön blühenden und gepflegten Strauch erfreuen zu können, sollten Sie die Säckelblume alljährlich im Frühjahr zurückschneiden. Warten Sie dazu die letzten stärkeren Fröste ab. Um einen vitalen und formschönen Austrieb zu fördern, schneiden Sie alle letztjährigen Triebe um etwa die Hälfte ein, sodass noch ein paar Knospen verbleiben. Bei jungen Exemplaren können Sie ruhig noch etwas kräftiger zurückschneiden.

Während der Blütezeit von Juli bis November schneiden Sie regelmäßig abgeblühte Rispen ab, um ihre Neubildung anzukurbeln.

Älteren Exemplaren können Sie auch in Abständen von etwa 3 Jahren einen etwas radikaleren Verjüngungsschnitt verpassen. So vermeiden Sie, dass der Strauch von innen verkahlt und ungepflegt aussieht. Schneiden Sie bei der Verjüngungskur alte, verholzte Äste bis auf etwa 40 cm herunter, immer über einem nach außen gerichteten Auge.

Schnittregeln im Überblick:

  • Regelmäßiger Rückschnitt im Frühjahr fördert Blütenreichtum und füllige Strauchform
  • Alte Triebe bis auf einige Knospen einkürzen
  • Während der Blütezeit abgeblühte Blüten immer abschneiden
  • Ältere Exemplare alle 3 Jahre zur Verjüngung gründlicher zurückschneiden

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Winterhart

Mit der Winterhärte ist es bei der Säckelblume so eine Sache. Eigentlich kennt sie aus ihrer Heimat keine wirklich nennenswerten Fröste. Die bei uns am häufigsten kultivierte Französische Hybridform, eine Kreuzung aus der Amerikanischen und der Mexikanischen Säckelblume, gilt allerdings als winterfest. Vorsichtshalber sollten Sie die Wurzelbasis der Pflanze aber bei sehr strengen Minusgraden etwas mit Tannenzweigen abdecken. Außerdem gilt für die Pflanzung: Einen windgeschützten Standort wählen und für ausreichend Abfluss im Pflanzgrund sorgen, damit der Wurzelballen nicht durchfrieren kann.
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Erfroren

Wenn Sie die Maßnahmen für den Winterschutz vernachlässigt haben, kann Ihnen die Säckelblume durchaus erfrieren. Wenn der Strauch im Frühjahr keine Lebenszeichen zeigt und Sie einen Winterschaden vermuten, geben Sie ihn aber nicht gleich auf. Oft steckten in der Pflanze doch noch Lebensgeister, die allerdings ein Weilchen brauchen, um zu erwachen.

Um die Lebenskraft der Säckelblume zu überprüfen und wieder aufzumöbeln, schneiden Sie im Frühjahr die toten Triebe gründlich herunter. Sobald es deutlich wärmer und sonniger wird, können Sie der Pflanze mit ein wenig Wachstumsdünger einen Schub geben. Wenn sich auch im Mai und Juni immer noch nichts tut, ist der Strauch wohl leider nicht mehr zu retten.

Zum Merken:

  • Erfroren geglaubte Säckelblume nicht aufgeben
  • Im Fühjahr tote Triebe gründlich herunterschneiden
  • Etwas (!) Wachstumsdünger geben
  • Beobachten, ob der Strauch bis Juni doch noch austreibt

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Gelbe Blätter

Wenn sich die Blätter der Säckelblume gelb verfärben, ist das meist ein Hinweis auf zu viel Nässe oder zu viel Nährstoffzufuhr.

Da sie sehr staunässeempfindlich ist, kann eine nicht ausreichende Drainage im Substrat schnell entsprechend quittiert werden. Achten Sie beim Pflanzen auf eine gute Durchlässigkeit des Bodens und gießen, wenn überhaupt, nur bei lang anhaltender Trockenheit. Stellen Sie eine Säckelblume im Kübel regengeschützt auf.

Wenn Sie eine tot geglaubte Säckelblume mit Dünger auf Trab bringen möchten, können Sie das tun – gehen Sie dabei aber äußerst sparsam vor! Zu viel Nährstoffe verträgt die wenig hungrige Pflanze nicht.
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Saeckelblume im Topf

Eine Säckelblume können Sie auch im Topf halten, wenn Sie keinen Garten, sondern nur einen Balkon oder eine Terrasse zur Verfügung haben. Bei der Kübelkultur müssen Sie auf eine mäßige, aber regelmäßige Wassergabe ohne Staunässe achten. Im Winter muss der Topf unbedingt gegen Kälte geschützt werden, am besten durch Einschlagen in Sackleinen und Abdecken des Substrats mit Tannenzweigen.

Saeckelblume vermehren

Eine Säckelblume vermehren Sie am besten über Stecklinge oder Absenker. Eine Samenanzucht ist grundsätzlich auch möglich, aber deutlich aufwändiger und sie verspricht auch keine sortenechten Neupflanzen.

Stecklinge

Für die Stecklingsmethode schneiden Sie am besten im Frühsommer einen jungen Seitentrieb, der noch keine Blüten angesetzt hat. Die von der Rinde und den Blattansätzen etwas befreite Schnittbasis können Sie kurz in Bewurzelungspulver tauchen, bevor Sie sie in Pflanzgefäße mit Anzucht- oder Kakteenerde stecken. Halten Sie die Stecklinge am besten unter Folie gleichmäßig feucht. Die Umgebungstemperatur sollte warm (gut 20°C) sein, das Lichtangebot hell aber nicht direkt sonnig. Nach etwa 4 Wochen sollen sie angewurzelt haben und können in größere Töpfe umgepflanzt werden.

Stecklingsvermehrung im Überblick:

  • Im Frühsommer junge, noch nicht blühende Seitentriebe schneiden
  • Unten entrinden und entblättern
  • In Bewurzelungspulver tauchen und in Anzuchterde stecken
  • Am besten unter Folie bei gut 20°C und ohne direkte Sonneneinstrahlung anwurzeln lassen
  • Nach ca. 4 Wochen umpflanzen

Absenker

Bei der Säckelblume lassen sich auch recht einfach Absenker legen. Suchen Sie sich dazu eine bodennahen Vorjahrestrieb und legen ihn ins umliegende Erdreich ab. Der Stelle, die anwurzeln soll, bringen Sie einen Verwundungsschnitt bei und fixieren sie mit einem Metallhaken. Im folgenden Frühjahr sollte der Absenker angewurzelt haben und lässt sich von der Mutterpflanze trennen.
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Ist Saeckelblume giftig?

Die Säckelblume ist zum Glück nicht giftig. Für kleine Kinder oder Haustiere stellt sie im Garten also keine Gefahr dar.
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Sorten

Bei den hierzulande verkauften Säckelblumensorten handelt es sich in aller Regel um Sorten der Hybridform aus Amerikanischer und Mexikanischer Säckelblume. Vereinzelt sind auch Hybride aus anderen Arten erhältlich. Die bekannteste Sorte ist die ‚Gloire de Versailles‘.

Ceanothus ‚Gloire de Versailles‘

Diese Sorte zeichnet sich durch seinen lockeren, leicht überhängenden Wuchs und natürlich seine schönen Rispenblüten aus, die ab Juli in lichtem Lilablau erscheinen. Sie erfreuen durch einen zarten Duft und durch ihre Ausdauer – bis in den November hinein können sie immer wieder nachtreiben. Der buschig wachsende Strauch erreicht eine Höhe von etwa einem bis anderthalb Metern.

Ceanothus impressus ‚Victoria‘

Diese Säckelblumensorte gehört zur Art C. Impressus. Sie blüht reichhaltig und etwas früher als die Gloire de Versailles, etwa von Ende Mai bis Juni, in einem tiefen Blau. Ihr dunkelgrünes Laub ist außerdem immergrün, sodass sich die Sorte auch gut als Pflanze für niedrige Hecken eignet. Sie wird mit maximal etwa einem Meter nicht so hoch wie die Gloire de Versailles. Ihr Habitus ist aber ebenso buschig verzweigt. Die C. i. Victoria zeichnet sich durch eine gute Winterhärte aus und droht daher nicht so schnell zu erfrieren. Eine gute Wahl also für alle, die in nicht ganz so milden Regionen leben.

Ceanothus pallidus ‚Marie Simon‘

Bei der Marie Simon der Art C. Pallidus kommen Romantiker auf ihre Kosten: Denn sie Sorte schmückt den Garten ab Juli bis in den Oktober hinein mit großen, filigran strukturierten Blütenrispen in zartem Altrosa. Ihr Wuchs ist locker-buschig, in der Höhe erreicht sie wie die Gloire de Versailles etwa einen bis anderthalb Meter. Wie sie ist die Marie Simon allerdings auch weniger winterhart und laubabwerfend.

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Text: Caroline Strauss
Artikelbild: Juriaan Wossink/Shutterstock
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