Rotdorn als Hochstamm erziehen

title: Wie der Weißdorn kann der Rotdorn wunderbar als Heckenpflanze fungieren. Noch mehr holen Sie aber aus seinem reizvollen Charakter heraus, wenn Sie ihn als Hochstamm kultivieren. Denn mit seiner kugeligen Krone und den attraktiven Blüten hat er als Hausbaum höchsten Zierwert.

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Wer einen Rotdorn als Hochstamm erziehen möchte, muss zeitig mit der Erziehung beginnen

Warum der Rotdorn ein idealer Hausbaum-Kandidat ist

Grundstücke werden tendenziell immer kleiner und das Platzangebot für zierendes Grün um das Haus herum immer geringer. Eine mächtige Kastanie oder eine ausgewachsene Linde kommen für die wenigsten Gärten und Vorgärten mehr in Frage. Sie möchten trotzdem nicht auf etwas heimeliges Baumflair in Ihrer privaten Oase verzichten? Dann muss ein Kleinbaum her. Wenn auch ein attraktiver Blütenflor gewünscht ist, kann der Rotdorn für Sie genau das Richtige sein.

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Der Rotdorn hat nämlich für Kleingartenzwecke alles im Angebot:

  • Mäßige Gesamtgröße
  • Moderate Wuchsgeschwindigkeit
  • Hoher Zierwert
  • Gute Schnittverträglichkeit
  • Tolerant gegenüber Frost und Stadtklima

Die Eckdaten des Rotdorns

Als Echter Rotdorn wird die Zuchtsorte ‚Paul’s Scarlet‘ des Zweigriffligen Weißdorns Crataegus laevigata angesehen. Er wächst als Großstrauch oder Kleinbaum und wird etwa 4-6 m hoch und 1,50 bis 2,50 m breit. Sein kleines, dunkelgrünes und mehrfach gelapptes Blattwerk und sein weißdorntypisch knorriges, dorniges Erscheinungsbild muten sehr delikat und gleichzeitig rustikal an. Seine Blüten sind wie kleine Rosen gefüllt und heben sich in Karminrot attraktiv vom Blattgrün ab. Sie erscheinen in erfreulicher Fülle im Mai und Juni.

So erziehen Sie den Rotdorn zum Hochstamm

Normalerweise, wenn er nicht geschnitten wird, wächst der Rotdorn ausladend und leicht sperrig als Großstrauch. Möchten Sie ihn in einen kleinen Vorgarten eingliedern oder einen romantischen Sitzplatz unter ihm einrichten, können Sie ihn aber leicht zum Hochstamm erziehen.

Am besten holen Sie sich ein schon vorgezogenes Exemplar aus der Baumschule. Die wichtigste Schnittarbeit muss in den ersten zwei Jahren erfolgen. Dabei wird in etwa so wie bei Obstgehölzen vorgegangen.

Wie schneiden?

Den Schnitt nehmen Sie jedes Jahr im ausgehenden Winter bzw. frühen Frühjahr vor. Dabei werden vor allem die unteren, seitlichen Triebe radikal eingekürzt. Den Mitteltrieb schneiden Sie auch alljährlich um etwa ein Drittel zurück.

Kronenformung

Bei der Kronenformung geht es um Ihren persönlichen Geschmack. Wenn Sie eine einfache Kugelkrone möchten, haben Sie es relativ leicht. In dem Fall können Sie einfach alle Kronenäste auf eine kugelige Silhouette zurückschneiden. In aller Regel sieht das auch am natürlichsten aus.

Wenn Sie eine etwas kunstvollere Pyramidenform erzielen möchten, müssen Sie gegebenenfalls mit Zugbändern oder Spreizhölzern arbeiten, was bei dem dornigen Geäst eine mühsame Sache sein kann. Ideal ist es, wenn Sie 4 Leitäste haben, die etwa im Winkel von 45° vom Stamm abstehen. Dann erhalten Sie eine breite Kronenbasis. Nach etwa 7 bis 8 Jahren ist der Erziehungsschnitt normalerweise abgeschlossen und Sie brauchen nur noch die gewonnene Silhouette alljährlich zu schärfen.

Wichtig bei der Schnittarbeit: Immer Stulpenhandschuhe als Schutz gegen die spitzen Dornen tragen!

Text: Caroline Strauss
Artikelbild: Sergey Borisov_88/Shutterstock

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