Der Rotdorn als Bonsai

Rotdorn ist zumeist als naturschönee Hecken- oder auch Solitärgehölz in hiesigen Gärten zu finden. Weil er aber bekanntermaßen sehr schnittverträglich ist, kann er auch Bonsai-Liebhabern als experimentiertolerantes Hobbyobjekt dienen.

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Auch als Bonsai durchlebt der Rotdorn die Jahreszeiten

Grundsätzliche Hinweise für den Rotdorn-Bonsai

Crataegus laevigata ‚Paul’s Scarlet‘ ist eine Zuchtform des Zweigriffligen Weißdorns. Abgesehen von den üppigen, gefüllten, karminroten Doldenrispenblüten verhält sich der Rotdorn ganz ähnlich wie sein Kultur-Ahn. So ist er ebenfalls sonnenliebend und braucht einen nährstoffhaltigen, feuchten Boden. Außerdem ist er genauso erfreulich schnittverträglich und eignet sich durchaus für die Bonsai-Kultur.

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Zu beachten ist dabei:

  • Ganzjährig im Freiland kultivieren
  • Schneiden von oben und unten
  • Drahten bis zur Wachstumsphase erlaubt
  • Regelmäßig umtopfen

Rotdorn-Bonsai gehört nach draußen

Auch wenn Sie einen Rotdorn als Bonsai halten möchten, müssen Sie seine ureigenen Bedürfnisse berücksichtigen. Als völlig frostharter Sonnenanbeter ist er ein reiner Freilandbonsai-Kandidat. Auch in der bonsaiüblichen Kübelhaltung bekommt ihm also ein Platz im Zimmer überhaupt nicht. Erziehen Sie ihn also ganzjährig an einem sonnigen, luftigen Ort im Garten oder auf der Terrasse.

Regemäßig schneiden – an allen Ecken und Enden

Der regelmäßige Formschnitt ist natürlich bei jeder Bonsaikultur das kleine Einmaleins. Insbesondere beim Rotdorn sollten Sie aber nicht nur die Krone, sondern auch die Wurzeln beschneiden. Die Zweige und Triebe werden über die Wachstumsphase hinweg von Mai bis September in gleichmäßigen Abständen von 6-8 Wochen in die gewünschte Form erzogen. Bei jedem Umtopfen sollten Sie aber auch die Wurzeln zurückschneiden, damit ein ausbalanciertes Verhältnis zum oberirdischen Pflanzenteil aufrechterhalten bleibt. Auch fördern Sie damit eine bessere Wurzelverzweigung.

Drahten kein Problem

Die Zweige Ihres Rotdorn-Bonsais können Sie problemlos künstlerisch in Form bringen. Die Draht-Methode ist dafür gut geeignet. Umwickeln Sie im Frühjahr die Triebe spiralförmig und biegen sie so, wie sie wachsen sollen. Wichtig dabei: Bevor ab Mitte Mai das Dickenwachstum einsetzt, muss der Draht entfernt werden, damit keine unschönen Drahtungsspuren entstehen.

Umtopfen und Wurzelrückschnitt

Um den Rotdorn-Bonsai gepflegt und fit zu halten, sollten Sie ihn alle 2 Jahre umtopfen. Das tun Sie am besten im Frühjahr. Bei Bedarf setzen Sie ihn in ein größeres Pflanzbehältnis. Schneiden Sie das Wurzelwerk behutsam zurück und erneuern das Substrat zu etwa zwei Dritteln.

Düngen

Während der Wachstumsphase ist eine Düngung empfehlenswert. So können Sie auch eine schöne Blüte erreichen. Nutzen Sie möglichst organischen Streudünger.

Text: Caroline Strauss
Artikelbild: Walter Pall/Shutterstock

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