Ist Rosmarin winterhart?

Der aromatische und sehr vielseitig verwendbare Rosmarin darf in keinem Kräutergarten fehlen. Der eigentlich recht pflegeleichte Strauch hat nur ein Problem: Er ist in dem typisch deutschen Klima nicht zu Hause und erfriert schnell, sofern er nicht sachgemäß überwintert wird. In seiner mediterranen Heimat wird es zwar gelegentlich auch mal kalt, doch klirrende Kälte und zweistellige Minusgrade sind am Mittelmeer eher selten anzutreffen. Dennoch ist winterharter Rosmarin in so manchem gut sortierten Gartencenter anzutreffen. Dabei handelt es sich um spezielle Züchtungen.

Rosmarin winterhart

Winterfest oder winterhart?

So mancher Gartenbesitzer lässt sich durch Bezeichnungen wie „winterhart“ und „winterfest“ schnell in die Irre führen. Speziell der Begriff „winterfest“ suggeriert eine große Unempfindlichkeit gegenüber winterlicher Kälte; dabei ist genau das Gegenteil der Fall. Die meisten Rosmarinsorten sind winterfest, aber nicht winterhart. Das bedeutet, sie vertragen durchaus niedrige Temperaturen um den Gefrierpunkt herum, Minusgrade im niedrigen einstelligen Bereich jedoch schon nur noch mit dem entsprechenden Schutz. Winterharte Sorten dagegen überstehen auch Kälteperioden mit tieferen Temperaturen bis, je nach Sorte, minus 15 oder gar minus 22 °C. Winterfeste Rosmarinsorten dürfen lediglich in den deutschen Weinbauregionen in der kalten Jahreszeit draußen bleiben, winterharte auch im Rest der Republik.

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Nur wenige winterharte Sorten

Leider gibt es nur sehr wenige wirklich winterharte Rosmarinsorten, die meisten sind entweder winterfest oder vertragen tiefere Temperaturen nur für einen kurzen Zeitraum. Suchen Sie winterharten Rosmarin, sollten Sie sich an folgende Sorten halten:

  • Veitshöchheimer Rosmarin (speziell auf deutsche Verhältnisse angepasste Züchtung aus Franken)
  • „Blue Winter“ (bis minus 20 °C winterhart, sehr robust)
  • „Hill Hardy“ (bedingt winterhart mit entsprechendem Schutz)
  • „Arp“ (gegenüber Frost sehr unempfindlich)

Andere Sorten sind nur bedingt winterhart bzw. winterfest. Die beliebten Sorten „Salem“ sowie der „Pinien Rosmarin“ gehören dagegen zu den empfindlichsten Rosmarinen und sind nicht einmal winterfest.

Rosmarin richtig überwintern

Ob Rosmarin im Garten überwintern kann oder nicht, hängt nicht allein von der Sorte, sondern auch von anderen Faktoren wie beispielsweise Alter, Klima und Standort ab. Jüngere Rosmarinpflanzen sind etwa gegenüber Kälte und Frost deutlich empfindlicher als Rosmarine ab dem dritten Standjahr, die bereits gut und tief im Erdreich verwurzelt sind. Der Standort ist insofern wichtig, dass weder die Wurzeln noch die Zweige erfrieren dürfen – d. h. die Pflanze muss schon durch die kluge Wahl des Standortes geschützt werden. Daher eignen sich vor allem vollsonnige, von Mauern oder Wärme abgebenden Hauswänden umgebende Südlagen für eine Bepflanzung. Junge Pflanzen sowie lediglich winterfeste Rosmarine gehören über den Winter am besten eingetopft in einen kühlen, aber frostfreien Raum mit Temperaturen um die 10 °C. Winterharte und auch ältere Pflanzen dagegen können im Garten bleiben, sollten jedoch mit einer dicken Schicht Reisig und Laub vor der Kälte geschützt werden.

Tipps & Tricks

Wie andere mediterrane Pflanzen auch sollte Rosmarin spätestens Anfang bis Mitte August beschnitten werden, nicht jedoch im Herbst. Ein solcher Schnitt würde der Pflanze ein Überstehen des Winters erschweren.

IJA

Text: Ines Jachomowski

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