Pilze selber züchten
Im Herbst ist Pilzzeit: Egal ob im Wald, im Garten oder auf der Terrasse

Pilze selber anbauen: Im Garten oder im Haus

Köstliche Pilze im Garten selbst anzubauen, erfordert einen erstaunlich geringen materiellen Aufwand. Für eine durchschnittlich gute Ernte reichen bereits Temperaturen von über 10°C, der einzige Knackpunkt ist allerdings, dass man bei den selbst mit Pilzbrut beimpften Substraten ein wenig Geduld mitbringen sollte. Fertig-Pilzkulturen erfordern da schon weit weniger Aufwand, da sie bereits fix und fertig vorgezogen sind und dank ihres ertragsoptimierten Profi-Spezialsubstrats schon nach wenigen Wochen erste Erträge ermöglichen.

Die verschiedensten Arten der Pilzkulturen werden in einem Karton geliefert, der, mit Folie überzogen, mit wenigen Handgriffen zum Kleingewächshaus wird. Werden die optimalen Temperaturen und Feuchtigkeitswerte eingehalten, die Pilze naturgemäß lieben, sind die vorkonfektionierten Kulturen ausgesprochen pflegeleicht. WEITERLESEN. Hier zunächst ein kleiner Überblick zu den bei Kleingärtnern beliebten Pilzsorten:

Pilzartidealer Standortoptimale Temperatur (°C)
KräutersaitlingGarten und Haus10 bis 18
ToskanapilzGarten und Haus10 bis 20
PioppinoGarten und Haus18 bis 30
ChampignonGarten und Haus12 bis 18
HericiumGarten und Haus10 bis 18
ShiitakeGarten und Haus14 bis 22
AusternpilzGarten6 bis 24
LimonenpilzGarten6 bis 24

Der Lebenszyklus fertiger Biopilzkulturen

Die schon voll durchwachsenen Substratblöcke werden bereits durch die unvermeidbaren Erschütterungen während des Transports zum Wachstum angeregt und gedeihen auch bei den derzeit herbstlichen Temperaturen ab 18 Grad prächtig, sodass die ersten sich ausbildenden Fruchtkörper schon nach einigen Tagen wahrgenommen werden können. Erntereife Pilze in einer Größe von acht bis zwölf Zentimetern werden nun einfach vorsichtig herausgedreht oder mit einem scharfen Messer sauber abgeschnitten. Vom Stumpf sollte dabei nichts sichtbar bleiben, da sich an solchen Stellen gerne Feuchtigkeitsbakterien ansiedeln könnten. Nach der ersten Ernte setzt bei den Pilzen entwicklungsbedingt eine um die 20 Tage andauernde Ruhephase ein, ehe ihr Wachstum aufs Neue beginnt. Dieser Zyklus wiederholt sich, je nach Sorte, zwischen vier und fünf Mal, ehe das Fertigsubstrat so weit erschöpft ist, dass es auf den Kompost gegeben werden kann.

Im Winter geht es ab in den Keller

Spätestens, wenn die nächtlichen Außentemperaturen unterhalb der 10-Grad-Marke fallen, kann das Wachstum im Keller weitergehen, denn auf Kälte oder gar Frost stehen die empfindlichen Pilzkulturen überhaupt nicht. Das schwache Licht, das durchs Kellerfenster dringt, genügt für ungebremstes Wachstum, Sie müssen lediglich stets für ausreichende Feuchtigkeit sorgen. Gut geeignet ist eine ausgediente Sprühflasche, die allerdings immer mit tagfrischem Wasser gefüllt sein muss, da sich in abgestandenen Flüssigkeiten ziemlich schnell ein schädlicher Bakterienstamm bilden kann, der Ihren Pilzen überhaupt nicht gut tut.

Nährböden für Pilzsubstrate selber machen?

Wer dabei Erfolg haben will, muss sich vorher in jedem Fall mit einigen spezifischen Besonderheiten der Pilzzucht auseinandersetzen. Zu beachten sind dabei insbesondere folgende Fragen:

  • welches Substrat wird zum Wachstum der Pilze benötigt?
  • Welcher Zeitpunkt ist für die verschiedenen Kulturen optimal?
  • Wie erfolgt der Schutz vor größeren Niederschlagsmengen oder während langer Hitzeperioden?

Und selbst wenn alle Gegebenheiten auf das Sorgfältigste berücksichtigt werden, kann es besonders bei Anfängern, aufgrund eines leider oft unvermeidbaren Wildpilzbefalls, durchaus zu Missernten kommen.

Aber lohnt sich denn der Selbstanbau von Pilzen im Garten?

Eindeutiges JA, das tut er ganz gewiss! Warum das so ist, werden besonders die Feinschmecker unter Ihnen sehr schnell entdecken, wenn Sie Ihren bisherigen Pilzbedarf hauptsächlich über die Supermärkte abgedeckt haben. Sie werden staunen, wie fein, intensiv aber auch vielseitig selbst gezüchtete Pilze schmecken können. Von der Natürlichkeit der verschiedenen Bio-Sorten, die tatsächlich völlig frei von chemischen Belastungen sind, einmal ganz abgesehen. Und auch bei den Kosten geht es sehr kontofreundlich zu. Die (fast) Sorglos-Pakete mit fix und fertig angerichteten Biopilzkulturen zur Selbstaufzucht im Garten kosten durchschnittlich zwischen 15,00 und 25,00 Euro und sind nicht nur ein besonders kulinarisches Hobby, sondern ganz sicher auch eine ganz außergewöhnliche Geschenkidee.

Text: Gartenjournal.net

Beiträge aus dem Forum

  1. Nadine
    Was ist das?
    Nadine
    Gemüse- & Obstgarten
    Anrworten: 14
  2. Sarah987
    Gurkenschale
    Sarah987
    Gemüse- & Obstgarten
    Anrworten: 10