Pflanzenkohle – Ein kleiner Kaufratgeber

Pflanzenkohle ist ein Produkt aus Pflanzen und für Pflanzen. Was es mit dem speziellen Stoff genau auf sich hat, wie er Ihnen im Garten behilflich sein kann und worauf Sie beim Kauf fertiger Pflanzenkohle achten sollten, erfahren Sie in unserem Beitrag. Außerdem liefern wir Ihnen konkrete Produktempfehlungen. Am Ende unseres Ratgebers finden Sie ein Video, das Ihnen zeigt, wie Sie Pflanzenkohle selber machen können.

pflanzenkohle
Pflanzenkohle enthält viele wertvolle Nährstoffe

Unsere Empfehlungen

Aktiviert ja
Konsistenz granuliert
Bio-Qualität ja
Packungsgröße 20 l
Preis/l ca. {PREIS/20} EUR

Die Bio-Aktiverde von bionero(R) ist eine laut Hersteller hochwirksame Terra Preta – zu 100 Prozent aus heimischen Rohstoffen und auch in Deutschland produziert. In der Aktiverde ist reichlich Pflanzenkohle enthalten, gemischt mit Humus und Kompost. bionero(R) wirbt damit, dass die Pflanzenkohle das 3,5-fache ihres Eigengewichts an CO2 speichern kann. Das ist ein beachtlicher Wert. Die bisherigen Rezensionen bei Amazon deuten darauf hin, dass dieses gebrauchsfertige Kultursubstrat auch wirklich hält, was es verspricht. Zu den Vorteilen des Produkts gehören auch die Bio-Qualität und das ausgezeichnete Preisleistungsverhältnis.

Aktiviert ja
Konsistenz granuliert
Bio-Qualität jein
Packungsgröße 20 l
Preis/l ca. {PREIS/20} EUR

Der Bodenaktivator der bekannten und beliebten Marke Neudorff ist zwar nicht komplett in Bio-Qualität hergestellt, enthält aber Bio-Pflanzenkohle und auch sonst hochwertige Zutaten, wenn man sich die Meinungen der Käufer der Terra Preta bei Amazon ansieht. Großteils wird der Bodenaktivator als „hervorragendes Produkt“ beschrieben, das genau das bewirkt, was es bewirken soll. Einzig der „penetrante Geruch nach Jauche“ gilt als unangenehm.

Aktiviert ja
Konsistenz granuliert
Bio-Qualität ja
Packungsgröße 4 kg
Preis/kg ca. {PREIS/4} EUR

Der drittplatzierte Bodenverbesserer in unserem Vergleich ist komplett in Bio-Qualität produziert und stammt von der namhaften Marke Dehner. Durch die kleinere Packungsgröße empfiehlt sich die aktivierte Pflanzenkohle vor allem für Gärtner, die relativ wenig davon für ihre Grünoase benötigen. Das Preisleistungsverhältnis fällt schlechter aus als bei unseren beiden anderen Empfehlungen. Manch Rezensent konnte keine besondere Wirkung feststellen, die meisten Kunden scheinen jedoch sehr zufrieden zu sein.

Kaufkriterien

Aktivierung

Es gibt reine Pflanzenkohle, die Sie selbst aktivieren beziehungsweise aufladen müssen. Daneben finden sich auch zahlreiche Produkte, die bereits aktiviert sind und neben der Pflanzenkohle schon Mikroorganismen und/oder Nährstoffe enthalten.

Der Vorteil der noch nicht aktivierten Produkte ist, dass Sie komplett selbst bestimmen können, mit welchen Nährstoffen Sie die Kohle aufladen. Demgegenüber hat bereits voraktivierte Pflanzenkohle den Vorzug, direkt anwendbar zu sein.

Konsistenz

Je nach Hersteller und Produkt ist die Pflanzenkohle entweder grobkörniger oder feiner gemahlen. Dabei staubt grobkörnige Kohle weniger. Qualitativ soll es aber keine Unterschiede geben.

Bio-Qualität

Ja, auch Pflanzenkohle existiert sowohl in Bio- als auch in Nicht-Bio-Qualität. Im Zweifel empfiehlt es sich, Bio-Pflanzenkohle zu bevorzugen – um der Umwelt Gutes zu tun. In Bezug auf die Funktionalität des Stoffes an sich sind Sie allerdings nicht unbedingt darauf angewiesen.

Herstellungsland

Wird die Pflanzenkohle in Deutschland hergestellt, können Sie davon ausgehen, ein sehr hochwertiges Produkt zu erwerben.

Packungsgröße

In der Regel wird der Liter mit zunehmendem Packungsinhalt günstiger. Überlegen Sie sich vor dem Kauf, wofür Sie die Pflanzenkohle einsetzen wollen und wie viel Fläche sie abdecken soll. Dies gibt Aufschluss darüber, welche Packungsgröße optimal für Sie ist.

Häufig gestellte Fragen

Was ist Pflanzenkohle?

Bei Pflanzenkohle handelt es sich um verkohlte Reste organischer Materialien, etwa Pflanzen oder Mist. Der spezielle Rohstoff hat eine poröse Oberfläche. Wie ein Schwamm kann er beachtliche Mengen an Wasser und Nährstoffen aufnehmen.

Die Herstellung von Pflanzenkohle im Überblick:

  • Pflanzenkohle wird durch die Pyrolyse pflanzlicher Ausgangsstoffe gewonnen
  • Verarbeitung der Biomasse zu feinporöser Kohle bei Temperaturen von über 300 Grad Celsius
  • Verbrennung erfolgt ohne beziehungsweise mit sehr wenig Sauerstoff (Biomasse verbrennt nicht mit Flamme, sondern schwelt vor sich hin)
  • dabei spaltet sich Wasser von den organischen Resten ab
  • dadurch entstehen Gase, Abwärme und Pflanzenkohle
  • Pflanzenkohle bindet Mineralstoffe und Gase (etwa CO2) aus der Biomasse

Wozu dient Pflanzenkohle?

Ihre poröse Struktur und die Aufnahmefähigkeit machen Pflanzenkohle zu einem beliebten Mittel im Garten: Sie lockert den Erdboden auf und bindet Wasser und Nährstoffe, die sie dann den Pflanzen zur Verfügung stellt. Darüber hinaus forciert sie eine gute Bodenkultur: In ihren vielen Nischen siedeln sich Mikroorganismen und Bakterien an.

Kurzum dient Pflanzenkohle der Verbesserung des Bodens – ob im privaten Kleingarten oder in der professionellen Landwirtschaft.

Apropos Landwirtschaft: Landwirte setzen Pflanzenkohle insbesondere in der Tierhaltung ein – als Zusatz zum Futtermittel und bei der Stalleinstreu. Durch diese Maßnahme ist die Pflanzenkohle später auch in der Gülle beziehungsweise im Mist vorhanden. Auf diese Weise entsteht ein wertvoller Kreislauf: Gülle und Mist werden später kompostiert sowie zuletzt in den Boden eingearbeitet oder direkt ausgebracht. Davon profitieren wiederum Boden, Pflanzen und Lebewesen.

Übrigens ist Pflanzenkohle eine in mehrerlei Hinsicht nachhaltige Ressource:

  • organische Abfälle werden weiter verwertet
  • Abwärme (Produkt der Herstellung) kann Biomasse erwärmen und ist in Strom umwandelbar
  • bindet klimaschädliches CO2
  • bindet Nitrat und verringert so die Nitratauswaschung (Schonung des Grundwassers)
  • baut sich im Boden kaum ab, bleibt über Jahre stabil

Tipps

Im Prinzip können Sie Pflanzenkohle wie einen natürlichen Akku behandeln. Indem Sie sie vor der Einarbeitung in den Boden mit Nährstoffen anreichern, also düngen, laden Sie die Kohle auf – aktivieren sie sozusagen. Bei Bedarf gibt sie Wasser und Nährstoffe an die umliegenden Pflanzen ab. Integrieren Sie Pflanzenkohle nicht in ihrer reinen Form in den Boden, ansonsten entzieht sie ihrer Umgebung das Wasser sowie die darin gelösten Nährstoffe, was sich logischerweise negativ auf das Pflanzenwachstum auswirken würde.

Und noch ein Rat: Pflanzenkohle lässt sich zusammen mit organischen Abfällen zu einem besonders fruchtbaren Humus kompostieren. Dadurch setzen Sie einen nachhaltigen Stoffkreislauf in Gang:

  • Wenn sie fermentieren, geben Pflanzenreste Nährstoffe und Gase (CO2, Lachgas und Methan) ab.
  • Mikroorganismen lagern diese Nährstoffe und Gase in die Oberfläche der Pflanzenkohle ein.
  • Die Pflanzenkohle bindet die Nährstoffe und Gase so stark, dass nur feine Wurzelhaare imstande sind, sie zu lösen.

Ist Pflanzenkohle krebserregend?

Wenn die Qualität stimmt, ist Pflanzenkohle nicht krebserregend. Bei der Herstellung bilden sich PAK (Polyzyklische Aromatische Kohlenwasserstoffe) – diese sind massiv krebserregend. Wendet der jeweilige Hersteller ein wertiges Verfahren an, werden die gefährlichen Stoffe sofort nach der Entstehung der Kohle rückstandslos verbrannt.

Was unterscheidet Holzkohle und Pflanzenkohle?

Holzkohle ist im Prinzip nichts anderes als eine spezielle Form der Pflanzenkohle, bei der nur Holz verarbeitet wird.

Dafür gilt es Pflanzenkohle unbedingt von HTC-Kohle (Hydrokohle) abzugrenzen, darauf weist der Fachverband Pflanzenkohle ausdrücklich hin. HTC-Kohle wird anders hergestellt (hydrothermale Karbonisierung mit Wasser oder Wasserdampf und oftmals unter Zugabe chemischer Zusätze) und hat somit auch völlig andere Eigenschaften als Pflanzenkohle. HTC-Kohle ist in ihrem Merkmalsprofil der Braunkohle ähnlich.

Welche Hersteller bieten gute Pflanzenkohle?

Zu den bekanntesten und beliebtesten Herstellern von Pflanzenkohle gehören etwa Jäger und CARBOGARDEN.

Wo kaufe ich Pflanzenkohle am besten?

Pflanzenkohle steht Ihnen im Baumarkt oder Gartenfachcenter zur Verfügung. Die größte Auswahl bietet Ihnen allerdings Amazon.

Wie viel kostet Pflanzenkohle?

Je nach Hersteller und Produktqualität sowie Packungsgröße kostet Pflanzenkohle gemeinhin zwischen 45 Cent und zwei Euro pro Liter/Kilogramm.

Kann ich Pflanzenkohle selbst herstellen?

Ja, das ist möglich. Wie genau, zeigt Ihnen dieses Video:

Youtube
Text: Gartenjournal.net

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