Passionsfrucht selbst pflanzen und ernten

Passionsfrüchte und Maracujas zählen hierzulande aufgrund ihres kommerziell nur in tropischen Ländern erfolgenden Anbaus zu den eher exotischen Obstsorten. Sie können die leckeren Früchte bei guter Pflege aber auch selber ziehen und im Topf anbauen.

Passionsfrucht pflanzen
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Wie wachsen die Pflanzen der Passionsfrucht?

Grundsätzlich gibt es bei den mehr als 530 Unterarten der Gattung Passiflora unterschiedliche Wuchsformen. Allerdings handelt es sich überwiegend um mehrjährige Pflanzen mit rankender Wuchsform, die auch zu Sträuchern und Bäumen verholzen können. Die eindrucksvollen Blüten der Passionsblume können dabei in verschiedenen Höhen an der Pflanze wachsen.

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Welchen Standort für den Anbau der Passionsfrucht wählen?

Da die Passionsblume eine wärmeliebende Pflanze mit einem großen Wachstumspotenzial ist, sollten Sie für die Pflanze einen möglichst hellen Standort auswählen. Da auch frostharte Sorten hierzulande nur bedingt winterfest sind, erfolgt die Kultur meist als Kübelpflanze mit einer Überwinterung im Haus. Die Passionsblume fühlt sich während der Sommermonate bei ausreichender Wasserversorgung an einem sonnigen Platz auf Balkon oder Terrasse durchaus sehr wohl.

Wie sät man die Samen der Passionsfrucht aus?

Sie können zwar Samen aus dem Gartenfachhandel kaufen, müssen dann aber die Essbarkeit der Früchte einer Art der Passionsblume anhand der Beschreibung abklären. Es ist aber auch möglich, die Samenkerne aus gekauften Früchten für eine Aussaat zu verwenden. Dafür müssen die Kerne zunächst in warmem Wasser eingeweicht werden, danach lässt sich das Fruchtfleisch leichter von ihnen abreiben. Diese Reinigung ist wichtig, da es mit dem anhaftenden Fruchtfleisch zu einem Verschimmeln der Samen kommen kann. Die gereinigten Samen können dann für die Aufbewahrung getrocknet oder direkt frisch in Anzuchterde gesät werden. Die Samen sollten dünn mit Erde bedeckt werden, da es sich um Dunkelkeimer handelt.

Kann man Passionsblumen vorziehen und umpflanzen?

Beim Anbau von Passionsblumen ist es üblich, die Pflanzen zunächst auf der Fensterbank vorzuziehen. Nach der Keimphase von etwa drei Wochen dauert es zunächst etwas, bis sich erste Blätter und das Wurzelgeflecht gut entwickelt haben. Wenn Sie Passio0nsfrüchte selber ziehen möchten, so beginnen Sie den Anbau mit einer Aussaat im Zimmer etwa im März oder April. Dann sind die Pflanzen im Mai groß genug, um bei ausreichend warmen Temperaturen in einen größeren Topf im Freien gepflanzt zu werden.

Wie werden Passionsblumen vermehrt?

Außer über eine Aussaat können Sie die Passionsblume auch durch Stecklinge vermehren. Dazu schneiden Sie einige Triebspitzen mit jeweils ein bis zwei Blättern und mindestens einem schlafenden Auge ab. Diese lassen Sie dann in einem Wasserglas oder in gleichmäßig feucht gehaltener Erde anwurzeln.

Wie gestaltet sich hierzulande die Saison der Passionsfrucht?

Für die Kultur der Passionsfrucht gibt es grundsätzlich drei Möglichkeiten, diese sind:

  • der Anbau komplett im Haus als Zimmerpflanze
  • die Anzucht in einem ganzjährig temperierten Gewächshaus
  • die Kultur als frostfrei überwinterte Kübelpflanze

Einige Unterarten der Gattung Passiflora sind zwar bedingt Frosthart bis etwa 15 Grad unter Null. Da es hierzulande aber im Winter zeitweise noch deutlich kühler werden kann, ist ein ganzjähriges Verbleiben im Freiland ohne besonderen Witterungsschutz nur bedingt möglich.

Welche Erde ist optimal für die Passionsblume?

Für den Anbau von Passionsblumen eignet sich ein durchlässiges Substrat, das durch einen Perlit-Anteil aufgewertet werden kann.

Tipps & Tricks

Nur bei wirklich guter Pflege und den nötigen Voraussetzungen kann eine Passionsblume auch wirklich reife Früchte tragen. Sollten Sie nur eine Pflanze besitzen, so können Sie die selbstfertilen Blüten auch manuell mit einem Pinsel bestäuben.

WK


Text: Alexander Hallsteiner

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