Passionsblume Tee

Passionsblumenkraut – Ein traditionelles Heilkraut gegen Unruhe und Nervosität

Alle Passionsblumen, lateinisch Passiflora, gehören zu der großen Pflanzenfamilie der Passionsblumengewächse, die mehrheitlich in den tropischen und subtropischen Gefilden Mittel- und Südamerikas beheimatet sind. Die Kletterpflanzen bezaubern nicht nur mit ihren außergewöhnlich schönen Blüten, manche Arten produzieren auch essbare Früchte, während eine bestimmte Passionsblume, die bei uns auch als Zierpflanze kultiviert wird, seit Jahrtausenden als Heilpflanze verwendet wird. Hierzulande ist das natürliche Heilmittel unter der Bezeichnung "Passionsblumenkraut" erhältlich.

Passionsblumenkraut stammt immer von Passiflora incarnata

Entgegen den Informationen, die fälschlicherweise auf manchen Webseiten und auch Packungen zu finden sind, lässt sich das Passionsblumenkraut nicht von allen Passiflora-Arten gewinnen. Passionsblumen sind keineswegs eine Blumenart, sondern eine große Familie mit über 500 voneinander sehr verschiedenen Arten. Probieren Sie keinesfalls einen Tee von Ihrer heimischen Passionsblume, denn manche Passiflora sind giftig. Ihr Genuss kann unangenehme bis schmerzhafte körperliche Reaktionen hervorrufen. Das Passionsblumenkraut stammt immer von der Art Passiflora incarnata, der Fleischfarbenen Passionsblume. Die Pflanze ist im Südosten der USA beheimatet und bringt außerdem essbare Früchte hervor. 2011 wurde Passiflora incarnata zur „Arzneipflanze des Jahres“ gewählt.

Wirkungen und traditionelle Einsatzgebiete

P. incarnata wird von den Ureinwohnern Nordamerikas bereits seit Jahrtausenden sowohl als Nahrungsmittel als auch als Heilpflanze verwendet, wie verschiedene archäologische Funde sowie Berichte der europäischen Eroberer aus dem 16. und 17. Jahrhundert beweisen konnten. Gegessen wurden nicht nur die leicht säuerlich schmeckenden Früchte, sondern auch die jungen Blätter und Triebe. Als Heilmittel fanden bei den Ureinwohnern dagegen weniger das Kraut als vielmehr die Wurzeln Anwendung. Die traditionellen Anwendungsgebiete waren recht umfangreich, wobei sich die heutigen Einsatzmöglichkeiten jedoch fast ausschließlich auf die naturheilkundliche Behandlung von Nervosität, Schlafstörungen und nervöser Unruhe beschränken. Zwar ist die Verwendung des Passionsblumenkrauts seit vielen Jahrtausenden belegt, doch moderne wissenschaftliche, klinische Studien, die die Wirksamkeit des Mittels belegen, fehlen.

Inhaltsstoffe

Passionsblumenkraut enthält viele Inhaltsstoffe, u. a.

  • Flavonoide wie Isovitexin und Isoorientin
  • Cumarine und Cumarin-Derivate (Umbelliferon und Scopolentin)
  • essenzielle Aminosäuren
  • Ätherische Öle

Außerdem gerät Passionsblumenkraut immer wieder aufgrund von Verunreinigungen durch Aflatoxine in die Schlagzeilen.

Anwendung des Passionsblumenkrauts

Passionsblumenkraut kann entweder als Tee bzw. Aufguss, in Form von Flüssig- oder Trockenextrakten sowie als Tabletten oder Kapseln verwendet werden. Dabei enthalten fertige Medizinprodukte nur selten ausschließlich Passionsblumenkraut, sondern meist Mischungen. Insbesondere Kombinationen mit Johanniskraut, Baldrian, Hopfen oder Melisse haben sich als sinnvoll erwiesen, da Passiflorae herba deren Wirkungen oftmals ergänzen oder sogar verstärken kann.

Tee aus Passionsblumenkraut zubereiten

Für einen Aufguss aus getrocknetem Passionsblumenkraut benötigen Sie einen Teelöffel fein zerschnittenes Passiflorae herba, das Sie zunächst mit kochendem Wasser übergießen, etwa 10 Minuten ziehen lassen und abschließend durch ein Teesieb abseihen. Für einen besseren Geschmack lässt sich der Tee mit etwas Honig süßen. Trinken Sie entweder zwei bis maximal drei Tassen über den Tag verteilt oder, im Falle von Einschlafstörungen, ein bis zwei Tassen direkt vor dem Einschlafen. Das gut getrocknete Passionsblumenkraut sollte kühl und dunkel aufbewahrt und innerhalb von drei bis höchstens sechs Monate verbraucht werden.

Nebenwirkungen und Gegenanzeigen

Neben- oder Wechselwirkungen sind zumindest für den puren Aufguss aus Passiflorae herba bislang noch nicht bekannt. Bei den diversen Kombinationspräparaten sowie den hochdosierten Extrakten sieht die Angelegenheit natürlich anders aus. Hochdosiertes Passiflorae herba kann das Gegenteil von dem auslösen, wogegen es eigentlich eingenommen wurde und zu Schlafstörungen, vermehrtem Schwitzen, Kopfschmerzen etc. führen. Da sich Kombinationspräparate gegenseitig verstärken, können diese Schläfrigkeit, Benommenheit und einem Absinken des Blutdrucks verursachen. Aus diesem Grund wird bei manchen Mitteln empfohlen, nach einer Einnahme auf das Autofahren oder das Bedienen von Maschinen zu verzichten. Schwangeren Frauen und stillenden Müttern wird aufgrund von fehlenden Studien generell von einer Anwendung abgeraten.

Tipps & Tricks

Wenn Sie selbst eine Passiflora incarnata zu Hause pflegen, können Sie das Passionsblumenkraut für einen beruhigenden Tee natürlich selbst gewinnen. Schneiden Sie dafür junge Triebe und Blätter der Pflanze ab und trocknen Sie diese sorgfältig. Seien Sie sich jedoch bewusst, dass genaue Angaben über die Inhaltsstoffe der Passiflora incarnata und ihres getrockneten Krauts nicht gemacht werden können und zudem von der Pflege abhängig sind.

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