Je älter die Olive, desto knorriger der Stamm

Aus der Toskana und anderen Anbaugebieten des Olivenbaumes sind die urigen, beeindruckenden Stämme der Jahrhunderte alten Oliven bekannt - diese altehrwürdigen Gesellen gehören einfach in die Landschaften der Mittelmeerregion und bieten einen imposanten Anblick.

Olivenbaum Stamm

Knorrige Stämme kommen erst mit dem Alter

Junge Olivenbäume haben noch einen geraden Stamm mit einer glatten Rinde. Die bekannten knorrigen Individuen mit den faszinierenden Stämmen sind in der Regel bereits viele Jahrzehnte, wenn nicht gar Jahrhunderte oder sogar Jahrtausende alt. Dies hängt mit der speziellen Wuchsform der Olive zusammen, denn ihr Stamm dreht sich im Laufe der Jahre immer wieder um sich selbst. Zudem ist es nicht ungewöhnlich, wenn sich ein Baum – auch noch nach vielen Jahren – in mehrere Stämme aufteilt. Grundsätzlich lässt sich sagen: Je älter der Baum ist, desto knorriger wächst er.

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Stämme alter Bäume meist hohl

In jungen Jahren legt der Stamm einer Olive pro Jahr etwa einen Zentimeter an Umfang zu. Oliven wachsen extrem langsam und werden in der Regel auch nicht besonders hoch: In freier Wildbahn bzw. auf Plantagen erreicht der Baum meist eine Höhe von bis zu 15 Metern – in vielen Fällen aber auch weniger. Stattdessen werden die Stämme immer breiter und sind zudem innen hohl. Auch zahlreiche Vertiefungen, Verwachsungen und sogar Löcher im Stamm sind keine Seltenheit. Derartige Merkmale gehören zum Wesen der Olive und sind nicht etwa als Krankheitsanzeichen zu sehen.

Vorsicht beim Gießen

Wenn Sie Zimmeroliven gießen bzw. einen Olivenbaum im Garten stehen haben, sollten Sie Stauseen in den Verwachsungen und Vertiefungen des Stammes vermeiden. Derartige Wasseransammlungen führen schnell zu einer Fäulnis und können so die Gesundheit Ihres Baumes beeinträchtigen – deshalb den Stamm möglichst trocken halten.

Stamm im Winter mit Kokosmatte umwickeln

Die Olive ist ein trockenes und heißes Klima gewöhnt und verträgt daher keinen Frost. Aus diesem Grund sollten Sie Ihren Baum im Winter vor Kälte schützen. Umwickeln Sie den Stamm bestenfalls mit einer Pflanzenheizung (sieht einer Lichterkette ähnlich) und darüber mit einer dicken Kokosmatte. Vergessen Sie auch nicht, die Wurzeln sowie die Krone abzudecken.

Was tun, wenn die Rinde abplatzt?

Sollte Ihr Baum zu viel Frost abbekommen, so kann die Rinde ab- bzw. aufplatzen. Besonders junge, noch nicht stark verholzte Exemplare sind anfällig dafür. Versiegeln Sie die Wunde(n) mit einem Rindenbalsam (Lac Balsam, so genannte „Künstliche Rinde“) und wickeln Sie Bast um die Stelle. Vergewissern Sie sich jedoch, dass sich noch keine Pilzwucherungen ausbreiten konnten. Patentkali sorgt dafür, dass Ihr Baum besser und schneller verholzt.

Tipps & Tricks

Achten Sie beim Kauf einer Olive darauf, dass sich an Stamm und Ästen keine Zellwucherungen befinden. Dieser Olivenkrebs wird von dem Bakterium Pseudomonas syringae oder Acrobacterium tumefaciens und befällt vor allem junge Bäume. Der Baumkrebs lässt sich nicht behandeln und die Bäume werden innerhalb weniger Jahre eingehen.

Text: Ines Jachomowski

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