Spitze kappen bei Nadelbaum – So machen Sie es richtig

Ob das Kürzen eines Nadelbaums sinnvoll ist oder nicht, wird in diesem Artikel nicht diskutiert - manchmal nämlich hat man tatsächlich nur die Wahl zwischen dem Kappen der Spitze oder der vollständigen Rodung des ganzen Baumes. Um den Schaden möglichst einzugrenzen, sollten Sie jedoch unsere Tipps beherzigen.

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Nadelbäume dürfen erst nach dem 30. September gekürzt werden

Der richtige Zeitpunkt

Auch wenn der Nachbar noch so drängelt: Sie dürfen nicht einfach jederzeit zur Säge greifen und den Baum beschneiden. Gerade bei großen, alten Bäumen können Sie da schnell juristischen Ärger bekommen und zwar gleich aus mehreren Gründen:

1. Das Kürzen und Fällen von Bäumen ist zwischen dem 01. März und dem 30. September eines Jahres aus Vogelschutzgründen nicht erlaubt.

2. Das Kürzen und Fällen von großen und alten Bäumen bedarf auch auf einem Privatgrundstück gemäß der Baumschutzverordnung häufig einer behördlichen Genehmigung. Entsprechende Anträge stellen Sie am besten an das für Sie zuständige Stadt- oder Landratsamt.

Alles zusammen genommen dürfte der Februar der beste Monat für ein solches Vorhaben sein: Zu diesem Zeitpunkt befindet sich der Baum noch in der Vegetationspause, kann durch den nahenden Frühling jedoch bald wieder neu austreiben.

Nadelbaum pyramidenförmig zurückschneiden

Es genügt nicht, lediglich die Spitze des Nadelbaums abzuschneiden und das Beste zu hoffen – das Ergebnis wird in jedem Fall noch jahrelang äußerst unschön aussehen. Stattdessen hat es sich bewährt, den Baum entsprechend seiner natürlichen Wuchsform – bei Nadelbäumen oft pyramidenförmig – zurückzuschneiden. So fällt das Ergebnis nicht allzu drastisch aus und der Baum bleibt ästhetisch. Gehen Sie dabei wie folgt vor:

  • Kürzen Sie den Baum in einem ersten Schritt wie gewünscht ein.
  • Schneiden Sie dabei gerade im rechten Winkel zu einem Ast.
  • Wählen Sie zwei starke Leitäste aus und binden Sie diese zusammen senkrecht nach oben.
  • Sie sollen die neue Spitze bilden.
  • Schneiden Sie anschließend alle Seitenäste zurück.
  • Dabei sollten sie von oben nach unten immer länger werden.
  • Schneiden Sie aber nur an den neuen, diesjährigen Trieben.
  • Alte Triebe treiben oft nicht mehr aus, weshalb nach einem Schnitt dort eine Lücke bleibt.

Ein bis zwei Jahre nach dem Kappen entfernen Sie zudem noch den schwächeren der beiden neuen Wipfeläste, der stärkere verbleibt als neue Spitze.

Tipps

Bevor Sie sich nun hoffnungsfroh ans Schneiden machen, bedenken Sie folgendes: Damit das Ergebnis ästhetisch bleibt, müssen Sie von nun an jährlich zur Säge bzw. Schere greifen. Der Baum wird nämlich versuchen, selbst eine neue Spitze zu bilden, weshalb mehrere starke Äste stark austreiben und fortan in Konkurrenz zueinander stehen.

Text: Ines Jachomowski
Artikelbild: photowind/Shutterstock
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