Nadelbäume

Nadelbaum-Spitze kappen: So machen Sie es richtig

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Nadelbäume verleihen Gärten mit ihrer eleganten Form Struktur und Höhe. Doch das Kappen ihrer Spitze sollte wohlüberlegt sein, da es die natürliche Wuchsform und Gesundheit des Baumes beeinträchtigt.

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Nadelbäume dürfen erst nach dem 30. September gekürzt werden

Warum die Spitze eines Nadelbaums kappen?

Es gibt verschiedene Gründe, warum Gartenbesitzer:innen darüber nachdenken, die Spitze eines Nadelbaums zu kappen. Der häufigste Grund ist das zu starke Höhenwachstum. Manche Nadelbaumarten, wie Tannen und Fichten, können innerhalb weniger Jahre sehr groß werden, was je nach Standort im Garten problematisch sein kann.

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Weitere Gründe können Schäden an der Spitze durch Sturm, Krankheit oder Schädlingsbefall sein. In solchen Fällen soll das Kappen der Spitze den Baum stabilisieren und die Ausbreitung von Krankheiten verhindern. Allerdings kann dieser Eingriff den Baum schwächen und dazu führen, dass er zusätzlich austreiben muss.

Folgen des Kappens der Spitze

Das Kappen der Spitze eines Nadelbaums mag einfach erscheinen, birgt jedoch einige negative Folgen:

  • Verlust der natürlichen Wuchsform: Nadelbäume verlieren ihre charakteristische, pyramidenförmige Gestalt.
  • Instabilität: Neue, buschige Kronen können die Stabilität des Baumes beeinträchtigen. Dies erhöht die Bruchgefahr, besonders bei Wind oder Schneelast.
  • Vermehrtes Austreiben: Kappen fördert das Austreiben mehrerer Seitentriebe, die um die Führungsposition konkurrieren, was das ursprüngliche Erscheinungsbild stark verändert.
  • Erhöhte Bruchgefahr: Neutriebe haben oft eine schwächere Anbindung an den Stamm, was ihre Bruchgefahr erhöht.
  • Erhöhter Pflegeaufwand: Der Baum benötigt regelmäßigen Rückschnitt, um die neuen Triebe zu kontrollieren und die Krone zu formen.
  • Gesundheitliche Schwächung: Der Baum wird durch das Kappen geschwächt, wodurch er anfälliger für Krankheiten und Schädlinge wird.
  • Potenzielle Fäule: Schnittverletzungen können zu Fäule im Stamm führen, was die weitere Schwächung des Baumes zur Folge hat.

Alternativen zum Kappen der Spitze

Bevor Sie die Spitze kappen, sollten Sie einige Alternativen in Betracht ziehen:

  • Wahl der richtigen Baumart: Pflanzen Sie von Anfang an langsam wachsende oder klein bleibende Sorten. Zwergformen von Tannen, Fichten und Kiefern eignen sich gut für kleinere Gärten.
  • Regelmäßige Pflegeschnitte: Kontrollieren Sie das Höhenwachstum durch regelmäßige Schnitte an den Seitentrieben. Schneiden Sie dabei nur junge, grüne Triebe.
  • Auslichten der Krone: Entfernen Sie dicht stehende oder sich kreuzende Äste, um die Krone aufzulockern und die Luftzirkulation zu verbessern. Dadurch bleibt der Baum gesund und es gelangt mehr Licht in den Garten.

Richtiges Vorgehen beim Kappen der Spitze

Sollte das Kappen der Spitze unumgänglich sein, beachten Sie folgende Schritte:

  • Schnitt vorbereiten: Bereiten Sie Werkzeug wie scharfe Sägen oder Astscheren vor. Stumpfes Werkzeug kann unsaubere Schnittflächen verursachen.
  • Fachgerechter Schnitt: Kürzen Sie den Baum zuerst auf die gewünschte Höhe und achten Sie darauf, dass die Schnittfläche möglichst klein bleibt, um das Risiko von Fäulnis zu minimieren.
  • Zeitpunkt: Schneiden Sie am besten im Spätwinter oder im zeitigen Frühjahr, wenn der Baum noch in der Vegetationsruhe ist.
  • Auswahl der Leitäste: Wählen Sie zwei starke, gegenüberliegende Seitentriebe und binden Sie diese senkrecht nach oben als neue Leitäste. Sie tragen zukünftig die neue Spitze.
  • Seitenäste kürzen: Kürzen Sie alle Seitenäste, wobei die oberen Triebe immer kürzer als die unteren sein sollten. So entsteht eine neue, pyramidenförmige Krone, die der natürlichen Wuchsform entspricht.
  • Alte und neue Triebe: Schneiden Sie nur die neuen Triebe. Ein bis zwei Jahre nach dem Kappen entfernen Sie den schwächeren der beiden neuen Wipfeläste, sodass der stärkere als neue Spitze verbleibt.
Bilder: photowind / Shutterstock