Fichte

So schneidet man untere Äste einer Fichte richtig zurück

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Das gezielte Entfernen der unteren Äste einer Fichte kann sowohl die Gesundheit als auch das Erscheinungsbild des Baumes verbessern. Dieser Artikel gibt eine Anleitung zum fachgerechten Schneiden, beleuchtet mögliche Risiken und stellt alternative Methoden vor.

Fichte unten schneiden
Die unteren Äste der Fichte hängen oft weit herunter

Gründe für das Schneiden der unteren Äste

Die Gründe für das Entfernen unterer Äste an Ihrer Fichte können vielfältig sein und sowohl ästhetische als auch praktische Aspekte umfassen:

  • Ästhetik und harmonisches Wuchsbild: Durch das Entfernen von tief hängenden oder ungleichmäßig gewachsenen Ästen können Sie die Form Ihrer Fichte verbessern und ein ausgewogenes Erscheinungsbild erreichen.
  • Gesundheit der Pflanze: Beschädigte, kranke oder abgestorbene Äste stellen ein Risiko für die Gesundheit Ihrer Fichte dar. Ihr gezieltes Entfernen reduziert die Gefahr von Fäulnis und Schädlingsbefall und fördert die Luftzirkulation innerhalb der Krone.
  • Sicherheit im Garten: Tief ansetzende oder überhängende Äste können Wege und Aufenthaltsbereiche im Garten beeinträchtigen und zur Gefahr werden. Um Unfälle und Sachschäden zu vermeiden, ist es ratsam, diese Äste zu entfernen.
  • Holznutzung optimieren: In der Forstwirtschaft ist das Aufasten, also das Entfernen unterer Äste, eine gängige Praxis. Sie führt zu einem geraderen und stärkeren Stammholz, was die Qualität und den Wert des Holzes steigert.
  • Unterwuchs fördern und Gartengestaltung: Durch das Schaffen von Freiräumen unterhalb der Fichte ermöglichen Sie anderen Pflanzen ein besseres Gedeihen. Wege und Sitzplätze können angelegt werden, was die Nutzungsmöglichkeiten Ihres Gartens erweitert.

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Der richtige Zeitpunkt für das Schneiden

Der ideale Zeitpunkt für den Rückschnitt Ihrer Fichte liegt in der kalten Jahreszeit, genauer gesagt zwischen November und Februar. In dieser Phase befindet sich der Baum in seiner Ruhephase, der Saftfluss ist minimal. Dies reduziert das Risiko von Infektionen und Krankheiten erheblich. Wählen Sie für den Schnitt einen frostfreien Tag, um ein Splittern der Äste zu vermeiden und die Arbeit sicherer zu gestalten.

Die richtige Technik

Um die unteren Äste Ihrer Fichte fachgerecht zu entfernen, ohne den Baum zu schädigen, empfehlen sich folgende Schritte:

  1. Auswahl der zu entfernenden Äste: Konzentrieren Sie sich auf das Entfernen toter, kranker, beschädigter oder störend niedrig hängender Äste. So fördern Sie die Gesundheit und das Erscheinungsbild des Baumes, ohne sein natürliches Wachstum zu beeinträchtigen.
  2. Verwendung scharfer und sauberer Werkzeuge: Saubere und gut geschärfte Werkzeuge sorgen für saubere Schnittflächen und minimieren das Risiko von Infektionen.
  3. Zweischritt-Schnittechnik: Um Schäden am Stamm zu vermeiden, setzen Sie zunächst einen Entlastungsschnitt von unten etwa 50 cm vom Stamm entfernt, der ein Drittel durch den Ast geht. Anschließend erfolgt der Hauptschnitt etwas näher am Stamm von oben, um ein kontrolliertes Herunterfallen des Astes zu gewährleisten.
  4. Glatte Schnittführung am Stamm: Die Schnittstelle sollte glatt und direkt am Stamm anliegen, ohne dass ein Stumpf zurückbleibt. Dies fördert die Wundheilung und reduziert die Anfälligkeit für Krankheiten.
  5. Verzicht auf Wundverschlussmittel: Fichten besitzen natürliche Mechanismen, um ihre Wunden zu verschließen. Daher ist es nicht ratsam, die Schnittstellen mit Wundverschlussmitteln zu behandeln, da dies den Heilungsprozess beeinträchtigen kann.

Mögliche Risiken

Beim Schneiden der unteren Äste einer Fichte sollten Sie mögliche Risiken berücksichtigen, um die Gesundheit und Stabilität des Baumes nicht zu gefährden:

  • Infektionsgefahr: Große Schnittwunden können Eintrittspforten für Pilze oder andere Krankheitserreger sein, insbesondere bei Verwendung unsauberer Werkzeuge oder wenn der Baum bereits vorgeschädigt ist.
  • Windwurf und Bruchgefahr: Übermäßiges Entfernen von Ästen oder ein zu hoher Schnitt kann die Standsicherheit des Baumes beeinträchtigen. Der Schwerpunkt verlagert sich nach oben, was die Anfälligkeit für Windwurf erhöht.
  • Wachstumsstörungen: Fichten treiben aus altem Holz nicht nach. Falsche Schnitttechniken können daher zu irreversiblen Schäden und langfristigen Wachstumsstörungen führen.
  • Ästhetische Beeinträchtigtigung: Unsachgemäßer Schnitt kann die natürliche Form der Fichte stören und unschöne Lücken in der Krone verursachen, die sich nur langsam oder gar nicht schließen.

Alternativen zum Schneiden

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, das Erscheinungsbild und die Funktion Ihrer Fichte anzupassen, ohne auf das Schneiden zurückgreifen zu müssen:

  • Natürliches Wachstum akzeptieren: Die Entwicklung tiefer Äste ist ein charakteristisches Merkmal der Fichte und kann durchaus ihren Reiz haben. Erwägen Sie, den Baum in seiner natürlichen Form wachsen zu lassen.
  • Äste anheben: Wenn herabhängende Äste in bestimmten Bereichen als störend empfunden werden, können Sie die flexiblen jüngeren Äste vorsichtig hochbinden. Diese Methode schafft vorübergehend Platz, ohne die Äste zu entfernen.
  • Alternative Baumarten wählen: Wenn Sie einen Baum mit weniger tiefhängenden Ästen bevorzugen, sollten Sie die Pflanzung anderer Baumarten mit aufrechterem Wuchs in Betracht ziehen. Es gibt zahlreiche Nadelbaumvarianten mit unterschiedlichen Wuchsformen, die eine passende Alternative darstellen könnten.