Kopfschnitt bei Linden – eine gängige Praxis

Der Kopfschnitt ist eine recht radikale Art, Linden in Form zu bringen. Gerade in Schaugärten ist er aber gängige Praxis - und hier aufgrund des fachgerechten Personals auch kein Problem. Denn der Kopfschnitt will gekonnt sein, um dem Baum nicht zu schaden.

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Der Kopfschnitt sollte besser Fachleuten überlassen werden

Was ist ein Kopfschnitt?

Der Kopfschnitt ist eine sehr stark reduzierende Methode Kronenschnitts. Mit ihm werden Laubbäume zu ästhetischen Zwecken intensiv domestiziert und zu maximaler Gleichförmigkeit erzogen. Deshalb findet man „geköpfte“ Bäume auch vor allem in Botanischen und anderen Schaugärten, in denen akkurate Spaliergänge angelegt werden. Linden sind neben Platanen oder Rosskastanien beliebte Kandidaten für diese Formungspraxis, da sie sie im Allgemeinen gut vertragen.

Beim Kopfschnitt wird die Baumkrone durchgehend auf einen minimalen Umfang gehalten. Dazu kürzt man alle Triebe jedes Jahr bis knapp über den Knospenansätzen ein. An diesen Stellen treibt der Baum immer wieder neu aus – und wird im Folgejahr auch dort wieder gekappt. Dadurch verdicken diese Stellen und werden zu den „Köpfen“, die namensgebend für die Methode sind.

Die Kopfschnittmethode noch einmal im Überblick:

  • stark formende, minimalisierende Kronenschnittmethode
  • wird vorzugsweise bei Spaliergängen in Schaugärten praktiziert
  • Triebe werden über den Knospen jedes Jahr an derselben Stelle eingekürzt
  • die dadurch entstehenden Verdickungen werden als „Köpfe“ bezeichnet

Kritische Aspekte

Eine solch radikale Schnittmethode ist natürlich eigentlich unnatürlich und sollte dem biologischen Gleichgewicht des Baums zuliebe sorgfältig erwogen werden. Schließlich sollten Wurzel, Stamm und Krone bei jedem Baum eigentlich ein statisches Gleichgewicht bilden. Zwar ist in kaum einem Garten genug Platz, um einer Linde mit bis zu 30 m Höhenwachstum und bis zu 15 m Kronenspannweite unbehelligte Entfaltung zu gewähren. Ein gelegentlicher, einfacher Kronenrückschnitt ist hier aber sicherlich in den meisten Fällen ausreichend und für die Linde auch völlig unproblematisch.

Da der Kopfschnitt ein durchaus massiver Eingriff in die natürliche Wuchsbiologie der Linde ist, sollten dabei keine Fehler passieren. Die wichtigsten Regeln lauten:

  • mit dem Kopfschnitt muss schon beim Jungbaum begonnen werden, damit der Baum sich daran gewöhnt
  • keine Äste schneiden, die stärker als 5 cm sind
  • die Köpfe dürfen bei den Folgeschnitten nie verletzt werden
  • grundsätzlich muss gut geschärftes und möglichst desinfiziertes Schneidewerkzeug benutzt werden

Am besten sollte ein Kopfschnitt von Fachleuten durchgeführt werden.

Text: Caroline Strauss
Artikelbild: wolfness72/Shutterstock

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