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Mirabellenbaum vermehren: 4 Methoden im Vergleich

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Der Mirabellenbaum, bekannt für seine süßen und saftigen Früchte, lässt sich auf verschiedene Arten vermehren. Hobbygärtner können zwischen der anspruchsvollen Veredelungstechnik, der geduldigen Aussaatmethode, der Abtrennung von Wurzelausläufern oder dem experimentellen Bewurzeln von Stecklingen wählen. Dieser Artikel beleuchtet die jeweiligen Methoden mit ihren Vor- und Nachteilen.

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Das Aufpropfen von Edelreisern braucht einiges an gärtnerischem Wissen

Methode 1: Veredelung – Für Profis und erfahrene Hobbygärtner

Bei der Veredelung wird ein junger Trieb, das Edelreis, einer Mirabellensorte auf einen robusten Unterstock, der als Wurzelsystem dient, gepfropft. So bleiben die besonderen Eigenschaften der Sorte erhalten und die Wartezeit auf die ersten Früchte verkürzt sich erheblich. Die Veredelung erfordert jedoch Erfahrung und Geschicklichkeit, damit Edelreis und Unterstock optimal miteinander verwachsen.

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Die wichtigsten Schritte zur Veredelung:

  • Wahl des Unterstocks: Entscheiden Sie sich für einen robusten Unterstock, der an die Boden- und Klimabedingungen in Ihrem Garten angepasst ist.
  • Vorbereitung des Edelreises: Schneiden Sie im Winter einen gesunden Trieb mit mehreren Knospen von der gewünschten Mirabellensorte.
  • Präzise Schnitte: Sowohl am Edelreis als auch am Unterstock sind exakte und saubere Schnitte essenziell für das erfolgreiche Verwachsen.
  • Vereinigung von Edelreis und Unterstock: Fügen Sie beide Teile sorgfältig zusammen und achten Sie darauf, dass die Wachstumsschichten möglichst genau aufeinanderliegen.
  • Schutz der Verbindungsstelle: Befestigen Sie die Verbindungsstelle und versiegeln Sie sie mit einem Wundverschlussmittel, um sie vor dem Austrocknen und Krankheiten zu schützen.

Zögern Sie nicht, sich bei Unsicherheiten von einem erfahrenen Gärtner oder Baumschulisten unterstützen zu lassen. Mit der Zeit können Sie durch Veredelung hochwertige Mirabellenbäume mit den gewünschten Eigenschaften kultivieren.

Methode 2: Aussaat – Geduld ist gefragt

Die Vermehrung durch Aussaat erfordert Geduld, denn es kann bis zu acht Jahre dauern, bis der Mirabellenbaum Früchte trägt. Doch mit etwas Glück und den richtigen Schritten können Sie aus einem Kern einen stattlichen Baum heranziehen.

So gelingt die Aussaat:

  1. Kerne vorbereiten: Wählen Sie unbeschädigte Kerne reifer Früchte und entfernen Sie restlos das Fruchtfleisch.
  2. Einweichen: Legen Sie die Kerne für mehrere Tage in Wasser ein, um die Keimung zu fördern.
  3. Aussaat: Pflanzen Sie die Kerne etwa 1-2 cm tief in durchlässige, feuchte Erde.
  4. Geduld haben: Behalten Sie die Aussaat im Auge und freuen Sie sich im nächsten Frühjahr über die ersten Sämlinge.

Nicht jeder Kern wird keimen und die Eigenschaften der Früchte zeigen sich erst später. Wählen Sie den kräftigsten Sämling aus und pflanzen Sie ihn an seinen endgültigen Standort um.

Methode 3: Wurzelausläufer abtrennen – Nur bei wurzelechten Mirabellen

Bei wurzelechten, also nicht veredelten, Mirabellenbäumen können Sie Wurzelausläufer abtrennen und zu neuen Bäumen heranziehen. Wurzelausläufer sind Triebe, die direkt aus dem Wurzelsystem des Baumes sprießen.

Schritte zur Abtrennung von Wurzelausläufern:

  1. Richtigen Zeitpunkt wählen: Trennen Sie die Ausläufer am besten im Frühsommer ab.
  2. Blätter und Wurzeln: Achten Sie darauf, dass der ausgewählte Ausläufer sowohl Blätter als auch Wurzeln besitzt.
  3. Ausgraben: Graben Sie den Ausläufer vorsichtig aus und versuchen Sie, das Wurzelsystem möglichst wenig zu beschädigen.
  4. Abtrennung: Trennen Sie den Ausläufer behutsam vom Mutterbaum.
  5. Einpflanzen: Setzen Sie den Ausläufer in Anzuchterde oder direkt ins Gartenbeet.
  6. Bewässerung: Halten Sie die Erde konstant feucht, damit der Ausläufer gut anwachsen kann.

Mit der richtigen Vorgehensweise können Sie auf diese Weise Ihren Mirabellenbestand effektiv erweitern.

Methode 4: Stecklinge bewurzeln – Eher unwahrscheinlich

Die Vermehrung über Stecklinge ist bei Mirabellenbäumen zwar möglich, aber die Erfolgschancen sind geringer als bei anderen Methoden.

So gehen Sie vor:

  1. Stecklinge schneiden: Schneiden Sie im Frühjahr gesunde Triebe mit mindestens drei Knoten und einer Länge von etwa 10 cm.
  2. Anzahl der Stecklinge: Schneiden Sie mehrere Stecklinge, um die Erfolgsaussichten zu erhöhen.
  3. Einpflanzen: Stecken Sie die Stecklinge in Anzuchterde in einem Pflanzgefäß.
  4. Feuchtigkeit: Achten Sie darauf, dass die Erde gleichmäßig feucht bleibt.

Es kann mehrere Monate dauern, bis sich Wurzeln bilden. Neue Blätter sind ein Zeichen dafür, dass die Bewurzelung erfolgreich war.

Bilder: Ambartsumian Valery / Shutterstock