Mirabellenbaum ertragreich schneiden – so gelingt es

Die enge Verwandtschaft von Mirabellen und Pflaumen resultiert in einer ähnlichen Schnittpflege. Alle Prunus-Arten profitieren von einer regelmäßigen Schnittpflege, die auf junges, ertragreiches Fruchtholz abzielt. Wann und wie Sie einen Mirabellenbaum vorbildlich schneiden, erfahren Sie hier.

Mirabelle Rückschnitt
Beim Beschneiden von Bäumen ist stets sauberes und scharfes Werkzeug zu verwenden

Bester Zeitpunkt ist im Herbst

Ein starker Gummifluss entscheidet maßgeblich über die Terminwahl. Wie alle Steinobstarten blutet ein Marillenbaum massiv, wenn Sie die Krone inmitten der Wachstumsperiode verschneiden. Versöhnlicher gibt sich das Obstgehölz, wenn Sie im Oktober oder November schneiden.

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Als weiteren Vorteil gewährt eine laublose Krone den besseren Überblick für die perfekte Schnittführung. Nicht zuletzt steht ein herbstlicher Schnittzeitpunkt im Einklang mit dem Bundesnaturschutzgesetz, das für Gehölzschnitt die Zeit vom 1. Oktober bis 28. Februar vorschreibt.

Mirabelle alle 2 Jahre schneiden

Beginnend mit dem dritten Standjahr sollten Sie Ihren Mirabellenbaum alle zwei Jahre schneiden. Im Fokus der Schnittpflege stehen alle vier- bis fünfjährigen Triebe, deren Ertragskraft erschöpft ist. Wertvollster Schatz der Obstbaumkrone sind die zwei- bis dreijährigen Triebe, die nicht durch Totholz oder sterile Holztriebe in den Schatten gestellt werden sollten. Mit dieser Schnittführung gelingt es:

  • Überalterte, stark herabhängende Zweige ableiten auf einen tiefer stehenden Seitentrieb
  • Dicke Konkurrenztriebe zu den Leitästen auf 10 cm kurze Zapfen zurückschneiden
  • Totholz, Steiltriebe sowie ins Kroneninnere wachsende Äste auf 5-10 cm einkürzen

Unverzweigte Langtriebe aus dieser Saison lassen im Herbst noch nicht erkennen, ob sie blühen und fruchten werden. Schneiden Sie die betreffenden Zweige ab einer Länge von 20 Zentimetern um maximal ein Drittel zurück. Sofern das Wachstum steil aufwärts gerichtet ist, binden Sie den Trieb in die Waagerechte. Diesjährige Triebe unter 20 Zentimetern bleiben ungeschnitten.

Fruchtbare von sterilen Trieben unterscheiden

Schlüssel zum Erfolg im ertragreichen Obstbaumschnitt ist die Unterscheidung zwischen fruchtbaren und unfruchtbaren Zweigen. Anhand welcher Merkmale Sie im Mirabellenbaum wertvolles Fruchtholz von sterilen Trieben unterscheiden, fasst folgende Übersicht zusammen:

  • Unfruchtbarer Holztrieb: trägt ausschließlich spitz zulaufende, schlanke Triebknospen
  • Gemischter Zweig: idealer Mix aus dicken Blütenknospen und schmalen Triebknospen
  • Fruchtrute: markante Blütenknospen, endständige Triebknospe am bis zu 30 cm langen Zweig
  • Fruchtspieß: 5 bis 6 Blütenknospen am 2-5 cm kurzen Trieb, häufig mit einzelner Triebknospe am Ende

Primäres Ziel der Schnittführung ist ein ausgewogenes Verhältnis zwischen fruchtbaren und sterilen Zweigen. Idealerweise sollten sich beide Varianten innerhalb einer Krone die Waage halten. Ein Überangebot an Fruchtholz resultiert in mickrigen Früchten. Dominieren unfruchtbare Holztriebe, werden Sie mit geringem Ernteertrag hadern.

Tipps

Mit wohlgeformter Krone gedeiht ein Mirabellenbaum als Augenweide. Die kerzengerade Stammverlängerung nimmt dabei eine Schlüsselfunktion ein, damit sich daran drei bis vier wertvolle Leitäste als Gerüst entwickeln. Schlagen Sie bei der Pflanzung einen bis zu 2,50 Meter langen Stützpfahl neben den jungen Baum in die Erde. Daran leiten Sie die sprießende Stammverlängerung senkrecht in die Höhe mit weichem Bindematerial, das nicht in die Rinde einschneidet.

Text: Paula Jansen
Social Media Manager

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